International
Bild

Präsident Donald Trump: Joe Biden versucht nun, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Bild: www.imago-images.de / Chris Kleponis

Trump nutzte Virologen für Wahlkampf – jetzt schlägt Biden zurück

Was der kann, kann ich schon lange, hat sich der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden offenbar gedacht. US-Präsident Donald Trump hatte eine Aussage des US-Top-Epidemiologen Anthony Fauci für einen Wahlwerbespot aus dem Zusammenhang gerissen – nun bedient sich Biden in einem Video derselben Methode.

Allerdings ein wenig anders als Trump. Der hatte Faucis Satz "Also kann ich mir nicht vorstellen, dass unter irgendwelchen Umständen jemand mehr tun könnte" in seinem Clip so verwendet, dass der Eindruck entstanden war, der Virologe hätte damit Trump gemeint. Hatte er allerdings nicht – er hatte über sein eigenes Wirken mit der Corona-Task-Force des Weißen Hauses gesprochen.

Fauci hatte darauf wütend reagiert, und erklärt, sein Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Um eine Erlaubnis für die Verwendung habe ihn sowieso niemand gefragt. Anstatt sich zu entschuldigen, beharrte Trump aber darauf, dass die Aussage von Fauci stamme – was ja auch stimmt, nur eben in einem anderen Kontext als suggeriert.

Trump zeigt sich unbeirrt:

Bidens Spot nimmt Trump die Entschuldigung ab

Die fällige Entschuldigung Trumps für die irreführende Verwendung des Zitats blieb also aus. Das übernimmt nun Joe Bidens Wahlkampfteam. In einem neuen Wahlwerbespot sieht man zusammengeschnittene Aussagen von Trump aus verschiedenen Reden. Nach der Einleitung "Und jetzt eine Botschaft von Präsident Trump" folgt der dem Amtsinhaber in den Mund gelegte Satz:

"Ich versage beim Management des Coronavirus-Ausbruch, deshalb habe ich Dr. Fauci in einem Werbespot dazu benutzt, ihn sagen zu lassen, ich würde einen guten Job machen. Aber das ist ein Fake. Er hat das nie gesagt."

Und weiter:

"Er hat das über die Task Force gesagt, nicht über mich. Tut mir leid, Dr. Fauci."

Hier das Video in einem Tweet von Joe Biden:

Fake ist nicht gleich Fake

Verwendet der Demokrat damit dieselben Methoden wie Trump? Auf den ersten Blick vielleicht schon. Auf den zweiten allerdings sollte spätestens auffallen, dass es sich, anders als beim US-Präsidenten, um eine offensichtliche Fälschung handelt, die jeder durchschaut. Der Wahlwerbespot von Trump dagegen wollte bewusst einen falschen Eindruck herstellen – und hat das auch getan. Somit ist Bidens Wahlkampfmanöver eher eine ironische Auseinandersetzung mit Trumps lockerem Umgang mit Fakten.

(om)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Analyse

Alternative Medizin statt alternativer Fakten: Trumps Leibarzt ist gar kein medizinischer Doktor

Vergangenen Freitag ging die Nachricht durch die Medien und zog einige Häme nach sich: US-Präsident Donald Trump, der die Krankheit lange heruntergespielt und nicht wirklich ernst genommen hatte, ist an Corona erkrankt. Angeblich soll er bereits am vergangenen Mittwoch positiv auf das Virus getestet worden sein.

Trump war daraufhin in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus im US-Bundesstaat Maryland eingeliefert und stationär aufgenommen worden. Am Sonntagabend überraschte er seine Unterstützer …

Artikel lesen
Link zum Artikel