International
Protest held to denounce killing of George Floyd of Minneapolis on the streets of Manhattan during COVID-19 pandemic. Several thousand of peaceful protesters gather on Times Square where police officers Pena and Martinez joined them while kneeling. Officer Martinez showed V-sign and officer Pena heart sign with their fingers. (Photo by Lev Radin/Pacific Press) | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.

Zwei Polizisten knien auf dem New Yorker Times Square, um in Solidarität mit den Demonstranten des Todes von George Floyd zu gedenken. Bild: Pacific Press / Lev Radin

Plötzlich knien Polizisten: Sieben besondere Momente bei den Protesten in den USA

Nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz halten in den USA die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt auch am sechsten Tag in Folge an. In mindestens 40 Städten wurden Ausgangssperren verhängt, nachdem es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Plünderungen gekommen war.

Das Misstrauen zwischen Polizei und schwarzer Bevölkerung ist groß. Immer wieder kommt es in den USA zu brutalen Polizeieinsätzen gegen Schwarze. Und auch bei den aktuellen Protesten gehen die Beamten teils martialisch gegen die Demonstrierenden vor, verschießen Tränengas und Gummigeschosse.

Doch die aktuellen Proteste bringen auch versöhnliche Szenen zum Vorschein. In mehreren Städten der USA schlossen sich Polizisten den Demonstranten an, um gemeinsam mit ihnen zu protestieren und dem Tod von George Floyd zu gedenken.

Flint

In Flint im US-Bundesstaat Michigan nahm ein Polizist seinen Helm ab, um den Demonstranten zu sagen, der Beamte, der auf George Floyd kniete und nun wegen fahrlässiger Tötung und Totschlags angeklagt ist, sei nicht repräsentativ für alle Polizisten.

Er fragte die Demonstranten, wie er und seine Kollegen helfen könnten, worauf diese mit "Walk with us" ("Geht mit uns") antworteten. Daraufhin rief der Sheriff "Let's walk!" ("Lasst uns gehen!").

Flint

Derselbe Polizeibeamte gab später dem Fernsehsender ABC ein Interview, in dem er sagte, dass Ziel der Polizei sei es landesweit, die Demonstranten zu schützen. Außerdem lobte er die friedlichen Proteste.

New Jersey

In New Jersey liefen Polizisten Seite an Seite mit den Demonstranten, hielten Transparente hoch und riefen: "No justice, no peace" ("keine Gerechtigkeit, kein Friede").

Ferguson

In Ferguson im US-Bundestaat Missouri nahmen Polizisten kniend am Gedenken für George Floyd teil, was viel Applaus bei den Demonstranten auslöste.

Der Kniefall ist eine aufgeladene Geste in den USA. Als Zeichen gegen Polizeigewalt gingen in der NFL, der US-Football-Liga, seit 2016 viele schwarze Profi-Sportler während der Nationalhymne auf die Knie und wurden dafür von US-Präsident Donald Trump beschimpft.

Ferguson erlebte 2014 massive Proteste, als dort der Afroamerikaner Michael Brown bei einem Polizeieinsatz starb.

Santa Cruz

Auch in Santa Cruz, Kalifornien, zeigten sich einzelne Polizisten solidarisch und nahmen am Gedenken des Verstorbenen teil.

Die Polizei unterstütze die friedlichen Proteste vollständig und mache auf Polizeigewalt gegen schwarze Menschen aufmerksam, twitterte die örtliche Behörde.

Kansas City

In Kansas City hielten Polizisten ein Transparent mit der Aufschrift "End police brutality" ("Beendet Polizeigewalt") hoch.

Des Moines

Auch in Des Moines, Hauptstadt des Bundesstaates Iowa, knieten Polizisten nieder, um an den getöteten George Floyd zu erinnern.

Damit zeigt sich: Trotz der anhaltenden Konflikte zwischen der Polizei und Demonstranten kommt es immer wieder zu versöhnlichen Szenen. Die Solidarität unter den Polizisten für die Proteste ist teilweise groß. Nicht immer muss eine Demonstration also in Gewalt enden.

(lau)

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1

Exklusiv

Boltons düstere Prognose für den Fall, dass Trump die Wahl gewinnt

John Bolton war einer der mächtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump. Dann trat er zurück. Nun rechnet Bolton in einem Enthüllungsbuch mit seinem früheren Chef ab, wirft ihm Faulheit und Inkompetenz vor. Watson hat mit Bolton gesprochen und ihn gefragt, ob die USA wieder das Vorbild vieler Europäer werden können, was er von den "Black Lives Matter"-Protesten hält – und was eine zweite Amtszeit Donald Trumps bedeuten würde.

Kaum jemand ist Donald Trump in seiner Zeit als US-Präsident so nahe gekommen wie John Bolton. Bolton, erzkonservativer Republikaner, ehemaliger Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen und als Hardliner bekannt, war von April 2018 bis September 2019 Trumps Sicherheitsberater. Am 10. September 2019 forderte Trump Bolton zum Amtsverzicht auf, die beiden waren bei wichtigen Themen nicht mehr einer Meinung. Bolton trat daraufhin zurück.

Danach hat Bolton ausgepackt über seine Zeit im Weißen …

Artikel lesen
Link zum Artikel