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Bild: ZDf

Vom Problemschüler zum Jura-Studenten: An Dennis hat früher niemand geglaubt

Ein großer, mit Tageslicht durchfluteter Raum. Die Stühle formen, dicht aneinandergedrängt, eine aufsteigende Treppe zum hinteren Teil des Raumes. Vorne eine Tafel und ein Overheadprojektor, der ans vergangene Jahrhundert und verschmierte Folienstiftschrift erinnert.

Etwas unsicher betritt Dennis den Hörsaal der Universität in Kiel. Hier wird der 19-Jährige bald Jura studieren. Bevor das Studium allerdings losgeht, nutzt Dennis seine freie Zeit, um Campus, Studentenwohnheim und Stadt gemeinsam mit seinen Eltern zu besichtigen. Die Familie ist sichtlich aufgeregt – schließlich wird Dennis der erste Akademiker seiner Familie sein.

Dennis ist Protagonist der zweiteiligen "37 Grad"-Doku "Die Beginner" (ZDF), dessen Team ihn und zwei weitere junge Menschen bei ihrem Start ins Leben nach der Schule zwei Jahre lang begleitet hat.

ZDF traf Dennis vor 6 Jahren zuletzt: Er war schlecht in der Schule, sein Vater arbeitslos, seine Mutter krank

Neben Dennis ist da die 24-jährige Faourouz, die sich ihren Studienplatz an einer Mode-Akademie hart erkämpft hat und nun hofft, als Mode-Designerin Karriere zu machen. Der gleichaltrige Pao wartet hingegen immer noch auf einen freien Studienplatz in der Sozialen Arbeit – und beschließt nach einer erneuten Ablehnung erst einmal, zu verreisen und dann eine Ausbildung zu machen.

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Dennis und sein Vater besichtigen sein Zimmer im Studentenwohnheim. Bild: ZDF

Eine Ausbildung würde für Dennis jedoch nicht infrage kommen. Dabei war er sich vor einigen Jahren unsicher, ob er überhaupt sein Abitur schaffen würde.

Schon 2013 war er in einer ZDF-Doku von "37 Grad" zu sehen, damals 13 Jahre alt und in der achten Klasse einer Gesamtschule. Dennis hatte Schwierigkeiten in der Schule, schrieb schlechte Noten, war ein Außenseiter. Sein Vater war damals arbeitslos, die Mutter häufig krank. Beide haben nicht studiert – und lange Zeit schien es so, als blieben für Dennis die Türen einer Universität verschlossen.

Kinder von Nicht-Akademikern studieren deutlich seltener

Damit wäre er dem bereits ausgetrampelten Pfad vieler Kinder von Nicht-Akademikern gefolgt: So zeigt auch eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) von 2018, wie stark schulische Erfolge der Kinder vom Bildungshintergrund ihrer Eltern abhängen. Für Akademiker-Kinder ist die Chance, ein Studium zu beginnen, dreimal so hoch wie für Nachwuchs aus bildungsfernen Haushalten.

Noch schwieriger ist es für Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien, gute schulische Leistungen zu erbringen.

Dennis hat sein Abitur geschafft und studiert nun Jura

Dennis' Eltern wären schon froh gewesen, wenn er einen guten Realschulabschluss gemacht hätte. Nun sagt sein Vater in der Doku: "Dass das so endet und er dann auch noch so ein gutes Abitur bekommt – da war ich natürlich sehr stolz."

Drei Jahre vor seinem Abitur hat Dennis angefangen, zu lernen – denn schon damals hatte er den Wunsch, Jura zu studieren. Und zwar, um als Anwalt anderen Menschen zu helfen, wie er selbst in der Doku sagt.

"Ich bin da jemand, der sich lieber recht hohe Ziele setzt, die ich vielleicht niemals erreichen werde", sagt Dennis über die Motivation für das Studium, "aber da hab ich wenigstens noch mal ein Ziel, wonach ich streben kann."

Dennis hat es also vorerst geschafft: Entgegen aller damaligen Befürchtungen konnte er einen Platz an der Uni ergattern. Ob er das schwierige Studium meistern wird, zeigt sich kommende Woche im zweiten Teil der ZDF-Doku "Die Beginner".

(ak)

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