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Endlich das richtige gefunden... oder?! Die Suche nach dem perfekten Geschenk ist schwierig.Bild: pexels / cottonbro studio
Fragen der Liebe

Weihnachten: Warum es so schwer ist, das perfekte Geschenk für den Partner zu finden

03.12.2022, 09:4203.12.2022, 17:59

Welcher Gegenstand wäre zu Weihnachten angemessen für einen Menschen, den man liebt? Eine schwierige Frage, die zahlreichen Deutschen auch dieses Jahr zur Adventszeit wieder Kopfzerbrechen bereitet. Denn besonders in Liebesbeziehungen ist der Wunsch groß, ein perfektes Geschenk zu finden, das dem Gegenüber die Freudentränen in die Augen treibt.

Doch wie jeder weiß: Einfach ist das nicht. Das ultimative Geschenk soll nicht so lapidar sein, dass es lieblos wirkt (Tasse). Nicht so groß, dass es den anderen erschreckt (Safari-Urlaub). Nicht so sinnlos, dass es verstaubt (Weihnachtsmütze). Nicht so praktisch, dass es unromantisch wirkt (Handstaubsauger).

Warum ist das Beschenken in einer Beziehung so schwierig? Und wie kann man es besser machen? Watson sprach darüber mit Vera Matt. Sie ist Paartherapeutin und hat eine psychotherapeutische Praxis in Brandenburg.

Paartherapeutin Vera Matt
Therapeutin Vera MattBild: privat / Julia Hopka

"Geschenke sind immer dünnes Eis", sagt Vera Matt. Das läge daran, dass wir Weihnachtsgeschenken oft einen Wert über den Gegenstand hinaus beimessen. Das Geschenk soll zeigen, dass wir den anderen kennen, ihm zuhören und etwas Gutes tun wollen.

"Ich habe Menschen erlebt, die ganz genau das bekamen, was sie sich wünschten und dann dennoch beleidigt waren."
Therapeutin Vera Matt

"Wenn ein Geschenk nicht gut ankommt, unpassend oder gedankenlos wirkt, steht schnell die Vermutung im Raum, dass es den Partner einfach nicht interessiert, wer man wirklich ist. Und diese fehlende Wertschätzung ist verletzend", so die Therapeutin. Dabei, sagt sie, können Fehlgriffe jedem passieren.

Welches Geschenk wird erwartet?

Doch wie kann man versuchen, ein langes Gesicht unter dem Weihnachtsbaum zu vermeiden? Kommunikation ist hier, wie so oft, der Schlüssel. "Erst einmal gilt es, herauszufinden: Welche Schenker-Typen sind wir eigentlich? Es hilft, mit dem Partner ganz offen darüber zu sprechen", so Vera Matt, denn da seien Menschen extrem unterschiedlich. Sie erklärt:

"Es gibt Menschen, die finden Weihnachtsgeschenke per se überbewertet oder leben minimalistisch und wollen nicht viel, andere würden ein 'zu' kleines oder fehlendes Geschenk als absolute Lieblosigkeit empfinden und wären extrem verletzt."

Hinzu kommt, dass Menschen sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was genau ein wertvolles Geschenk ist. Für einige zähle vor allem Kreativität oder "die Lebenszeit, die der Partner auf das Geschenk verwendet hat", sagt Vera Matt. Ein selbstgelesenes Hörbuch für die tägliche Fahrt zur Arbeit wäre da zum Beispiel ein Gewinn.

Für andere sei es von Bedeutung, dass das Geschenk auch tatsächlich etwas gekostet habe, "für manche verrät der materielle Wert etwas über den Stellenwert, den man im Herzen einnimmt", so Vera Matt.

Und dann gäbe es auch "Leute, die eine absolut klare Vorstellung haben, was sie wollen und nur genervt wären, wenn es anders käme", erklärt die Therapeutin. "Da hält man sich vielleicht einfach an den Link, den man zugeschickt bekommen hat."

"Kleine Wünsche, die nicht jeder kennt, sondern nur ein Mensch, der mir im Alltag zuhört, der mich sieht."
Therapeutin Vera Matt

Obwohl, wie sie anmerkt, es selbst dann keine Garantie auf Freude gibt. "Ich habe Menschen erlebt, die ganz genau das bekamen, was sie sich wünschten und dann dennoch beleidigt waren, weil der andere sich keine eigenen Gedanken gemacht hat, die Überraschung genommen hat", sagt sie. "Da sieht man schon: Das perfekte Geschenk zu finden ist hochgradig kompliziert, man muss den Partner sehr gut kennen. Es geht eben nicht nur um den Gegenstand an sich, sondern auch um alles was dahintersteht ..."

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel

Grundsätzlich hilft es beim Schenken, wenn man dem Partner auch an den 364 anderen Tagen zumindest ab und an seine volle Aufmerksamkeit schenkt. "Wenn jemand mir das Jahr über zugehört hat, dann weiß er genau, dass ich schon lange mit dem überteuerten Lockenstab liebäugle, ihn mir aber selbst nie gönnen würde. Oder dass ich mir immer wieder die Nase am Schaufenster dieses einen Ladens plattdrücke", so Vera. "Das sind so kleine Wünsche, die nicht jeder kennt, sondern nur ein Mensch, der mir im Alltag zuhört, der mich sieht."

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Immer ein Nervenkitzel: Kommt das Geschenk gut an? Bild: pexels / JESHOOTS.com

Wer diese schlummernden Wünsche übers Jahr hinweg nicht nur wahrgenommen hat, sondern sie an Weihnachten auch noch erfüllt, "landet ziemlich sicher einen Treffer", so Vera. "Denn damit sagt er nicht nur: 'Hier, das wolltest du doch haben'. Sondern auch: 'Schau, ich kenne und liebe dich'."

Manchmal käme dabei sogar ein Geschenk heraus, von dem der andere gar nicht mehr erinnerte, dass er es wollte, sich dafür aber umso mehr freut. Eine Garantie, dass man nicht daneben liegt, gäbe es nie, sagt Vera Matt klar. Aber die Chancen auf ein erfolgreiches Geschenk steigen durch "Sorgfalt, genaues Hinhören, Aufmerksamkeit gegenüber dem Partner". Zuwendungen, die in der Liebe übrigens auch außerhalb des Heiligen Abends eigentlich immer gut ankommen.

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