Lidl-Filiale in Deutz gesehen von der Stra
Lidl stoppt den Import einiger Waren über den Flugverkehr.Bild: www.imago-images.de / Christoph Hardt
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Supermarkt: Lidl weitet Flugverbot für bestimmte Produkte aus

03.11.2022, 13:11
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Der Import von frischen Lebensmitteln, die von anderen Kontinenten als Europa kommen, ist teuer und zieht hohe CO2-Emissionen nach sich. Mangos, Avocados und Papayas zum Beispiel sind ziemliche Klimasünder, aber gleichzeitig in Deutschland sehr beliebt. Genau das stellt den Einzelhandel vor große Herausforderungen, wenn er einerseits CO2-Emissionen verringern – aber andererseits auch die Kunden nicht vergraulen möchte. Denn finden die nicht, was sie suchen, gehen sie im schlimmsten Fall zur Konkurrenz.

Um seinen CO2-Abdruck etwas zu verringern und nachhaltiger zu werden, hat Lidl in einigen Ländern eine weitreichende Maßnahme ergriffen.

Lidl verbietet Import per Flugzeug

In Österreich, der Schweiz und Schweden hat Lidl den Import für Obst und Gemüse per Flugzeug verboten. Jetzt will der Händler auch in den Niederlanden kein Obst und Gemüse mehr per Luftfracht importieren.

Frau kauft im Supermakt ein. copyright: Ute Grabowsky/photothek Radevormwald Deutschland *** Woman shopping in supermarket copyright Ute Grabowsky photothek Radevormwald Germany Copyright: xUtexGrabow ...
Avocados werden oft per Flugzeug transportiert.Bild: IMAGO / photothek

Grund für die Entscheidung ist laut der dortigen Landesgesellschaft, dass man CO2-Emissionen reduzieren wolle. Das teilte Lidl der niederländischen Wirtschaftszeitung "Het Financieele Dagblad" mit. Das Flugverbot soll ab März 2023 zum Tragen kommen – bis dahin werde nun nach alternativen Transportwegen gesucht.

Vorreiter für die Nachhaltigkeits-Maßnahme ist die Schweiz. Schon bei seinem Markteintritt im Jahr 2009 verzichtete Lidl dort bei seinem gesamten Obst- und Gemüsesortiment auf die Einfuhr per Flugzeug. Die Umweltorganisation WWF gab als Kooperationspartner von Lidl an, dass diese Initiative inzwischen auf frische Kräuter, frisches Fleisch und frischen Fisch erweitert wurde.

Lidl Österreich nimmt Flugware aus dem Sortiment

Anfang 2020 zog Lidl Österreich nach. Die Landesgesellschaft habe sich dazu entschlossen, "die gesamte Flugware bei unserem Obst und Gemüse aus den Regalen zu nehmen". Diese Neuerung betraf "vor allem exotische Waren und Produkte, auf die unsere Kunden beispielsweise auch zur Weihnachtszeit nicht verzichten wollten – wie Kiwanos, Pitayas (Anm. d. Red. Drachenfrucht), frische Feigen und Spargel".

Glasschale mit Obst glass bowl with fruits BLWS643038 *** Glass bowl with fruits BLWS643038 Copyright: xblickwinkel/McPHOTO/A.xSchauhuberx
Der Import von exotischen Früchten hat in der Regel eine schlechte Klimabilanz.Bild: IMAGO / blickwinkel

Dieses Jahr schloss sich auch Lidl in Schweden an. "In diesem Jahr wird der gesamte Lufttransport von frischem Obst und Gemüse sowie verderblichen Lebensmitteln gestoppt", teilte das Unternehmen im Frühjahr 2022 mit. Die Entscheidung sei "nach einer Analyse der gesamten Nachhaltigkeitsfolgen des Luftverkehrs getroffen" worden.

Lidl: Verbot für Flugware in Deutschland noch unklar

Bisher äußerte sich Lidl nicht dazu, wie viele Treibhausgasemissionen durch die Flugverbote schlussendlich eingespart werden könnten. Lidl Österreich schreibt auf seiner Website lediglich:

"Flugtransporte für Lebensmittel sind besonders umweltschädlich: Laut Schätzungen produzieren sie im Vergleich zum Schiffs- und LKW-Transport 27 Mal mehr klimawirksame Treibhausgase."

Ob die Maßnahme nun auch bald in Deutschland eingeführt wird, ist allerdings unklar. Lidl Deutschland äußerte sich auf Anfrage von watson bisher nicht zu den Flugverboten unserer Nachbarländern.

Nach Massenentlassungen bei Google: Ex-Mitarbeiter packen aus

Rund 12.000 Mitarbeitende sollen es sein, die ihren Job bei Google verloren haben. Diese Zahl nannte Sundar Pichai, CEO der Google-Muttergesellschaft Alphabet. Die Entscheidung sei ihm schwergefallen. Es sind rund sechs Prozent der Belegschaft, die von der Kündigungswelle betroffen sind. Google hat die Zahl seiner Mitarbeitenden also drastisch reduziert.

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