SCOTT MORRISON SYDNEY PRESSER, Amazon employees are seen during the Prime Minister Scott Morrisons visit to the opening of the Amazon Robotic Fulfilment Centre in Sydney, Wednesday, April 6, 2022. ACH ...
Der Riesenkonzern Amazon reagiert nun auf Verluste der vergangenen Jahre.Bild: imago / BIANCA DE MARCHI
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Amazon: Umstrittenes Produkt erweist sich als Riesen-Reinfall

25.11.2022, 07:3825.11.2022, 07:45

Amazons einstiges Erfolgsprodukt, die Sprachassistentin Alexa. Das Produkt, das in Deutschland vor allem wegen Datenschutz-Bedenken in die Kritik geraten war, rückt wohl still und heimlich in den Hintergrund. Das hat eine neue Recherche von "Business Insider" ergeben. Aktuellen und ehemalige Mitarbeiter aus dem entsprechenden Hardware-Team des Online-Händlers sprachen über interne Meinungsverschiedenheiten, zahlreiche Entlassungen sowie dramatische finanzielle Verluste.

Alexa: Erfolg schwenkt in Verluste um

Als die Sprachassistentin im Jahr 2014 auf den Markt kam, galt sie als innovativ und war eines der beliebtesten Produkte des Riesenkonzerns. Konzerngründer Jeff Bezos selbst engagierte sich für sie, förderte etliche Ideen zu ihrer Verbesserung und kommentierte – so die befragten Mitarbeitenden – interne Mails über Updates mit positiven, motivierenden Worten.

Jahre später seien diese Kommentare abgeklungen, und inzwischen hätten auch die internen Updates aufgehört. Denn Alexa ist nicht mehr die, die sie einmal war. Schon 2018 berichtete die "New York Times", das Produkt würde die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllen, sondern hätte vielmehr das Gegenteil bewirkt, nämlich einen Verlust von fünf Milliarden Dollar (hier via "Welt").

Der Smart Speaker amazon echo dot mit intergriertem alexa, aufgenommen am 10.01.2019 im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas (USA) am Stand von amazon. Foto: Andrea Warnecke
Amazons Sprachassistentin Alexa musste in den letzten Jahren schwere Nutzerrückgänge hinnehmen.Bild: dpa Themendienst / Andrea Warnecke

Ein Verlust, der auch weiterhin zu beobachten ist: Allein im ersten Quartal dieses Jahres verzeichnet das Team, das für Alexa zuständig ist (die sogenannte "Worldwide Digital"-Einheit), einen Betriebsverlust von über drei Milliarden Dollar. Und während das Team 2018 noch über 10.000 Mitarbeitende zählte, verhängte Amazon 2019 den Einstellungsstopp, bevor es in jüngerer Zeit zu zahlreichen Entlassungen kam.

Auch gegen die Konkurrenz kommt Alexa mittlerweile weniger gut an. Stattdessen belegt sie mit ihren Zahlen derzeit den dritten Platz erfolgreicher Sprachassistenten. Zumindest in den USA sehen die ersten drei Plätze folgendermaßen aus:

  • Google Assistant: 81,5 Mio. Nutzer:innen
  • Apple Siri: 77,6 Mio. Nutzer:innen
  • Alexa: 71,6 Mio. Nutzer:innen

Neuer Liebling von Jeff Bezos

Die von "Business Insider" befragten Mitarbeitenden von Amazon erzählten darüber hinaus, dass Jeff Bezos, der Alexa einst so engagiert unterstützte, mittlerweile wohl hinter einem anderen Produkt des Unternehmens stehe: Sein eigentlicher Liebling sei nun Astro, der Heimroboter, der erst ab 1000 Dollar zu haben ist.

Dahinter steckt die Idee, dass Kund:innen, die sich für Astro entscheiden, wahrscheinlich Menschen sind, die generell bereit sind, mehr Geld auszugeben. Man verspreche sich also, dass über das Gerät (denn letztendlich ist es genau dafür da) mehr Dinge für mehr Geld bestellt werden. Die meisten Interaktionen, die über Alexa laufen, sind hingegen keine Bestellungen, sondern Fragen zum Wetter und Musikwünsche.

Laut der Recherche ist diese Grundidee innerhalb des Unternehmens jedoch kontrovers und führt zu den anfangs genannten Meinungsverschiedenheiten. Amazon-Chef Andy Jassy bestreitet das Ganze hingegen: Der Konzern investiere nach wie vor stark in die altbekannte Sprachassistentin. Was finanzielle Verluste sowie Entlassungen angeht, verhält sich der CEO recht schweigsam.

Supermarkt: Rewe sorgt mit Schild für Aufregung – Kunde ruft zu Boykott auf

In Großstädten werden Passant:innen häufiger von Obdachlosen angesprochen, die nach ein bisschen Kleingeld fragen. Gerade vor Supermärkten sitzen öfter mal Personen, die auf ein paar Euros der Kund:innen angewiesen sind. Eine Rewe-Filiale in Köln wollte dem nun ein Ende setzen.

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