A medical technician takes a swab from the patient to test for the presence of coronavirus.
Ein Corona-Test. Diese Szene zeigt nicht die Nobelpreisträgerin.Bild: Getty Images / Miroslav Mitic
Gesundheit & Psyche

Ergebnis in wenigen Minuten: Nobelpreisträgerin arbeitet an Corona-Schnelltest

12.10.2020, 13:20

Sie bieten viele Vorteile, sind aber noch nicht zuverlässig: Corona-Schnelltests. Stäbchen in den Mund, Stäbchen raus aus dem Mund, fertig. Dann folgt eine Analyse direkt vor Ort, nicht in einem Labor. Leider sind Schnelltests deutlich teurer und sie zeigen nur drei Ergebnisse an: positiv, negativ, unklar. Genaue Angaben zur Viruslast bleiben aus. Wie viele Viren in der Probe vorhanden sind, weiß man nicht. Das lässt aber darauf schließen, wie hoch das Ansteckungsrisiko ausfällt, das von einer untersuchten Person ausgeht.

Ein neuer Test könnte das Problem lösen. Der soll auf der Crispr-Methode basieren und innerhalb von fünf Minuten verraten, ob eine Corona-Infektion vorliegt.

Funktionieren soll das folgendermaßen: Der Test spürt eine RNA-Sequenz auf, die nur bei Sars-CoV-2 vorkommt. Dafür wird eine Sequenz, Leit-RNA, erstellt, die mit der gesuchten übereinstimmt, quasi ein Fahndungsfoto. Haben wir eine Probe mit Sars-CoV-2, lagert sich die Leit-RNA an derselben Stelle ein wie das Original. Jetzt kommt die Genschere, das Enzym Cas-13 ins Spiel. Es zerschneidet die vorliegende RNA an einigen Stellen, worauf ein separat eingebrachtes fluoreszierendes Mittel in der Probe freigesetzt wird. Wenn es also leuchtet, ist das Virus vorhanden, wenn nicht, nun, das erklärt sich von selbst. Das "Science"-Magazin berichtete über das Testverfahren.

Nobelpreisträgerin Jennifer Doudna beteiligt

Das Verfahren soll nicht nur deutlich schneller sein, sondern auch günstiger. Denn dafür sei laut der Forscher nur ein kleines Nachweisgerät sowie ein Smartphone nötig. Zugang zum Nachweisgerät hätten Privathaushalte wie auch Arztpraxen, was regelmäßigeres Testen ermöglichen könnte. Außerdem soll der Test auch die Viruslast anzeigen, was ihn im Vergleich zum PCR-Schnelltest zuverlässiger machen dürfte.

Besonders interessant dürfte sein, dass die US-amerikanische Biochemikerin Jennifer Doudna an der Arbeit an dem neuen Test beteiligt ist. Sie erhielt zusammen mit der Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier vergangene Woche den Chemie-Nobelpreis 2020 für die Entdeckung der Crispr-Methode. Das Forschungsteam hat also genug Expertise. Bisher gibt es noch keine Angaben, wann der Test marktfähig sein wird.

(tkr)

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