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Viele Menschen tragen in der Öffentlichkeit selbstgenähte Schutzmasken. Bild: picture alliance/Robert Michael

RKI-Chef: "Sonst schadet das Tragen der Masken mehr, als es nützt"

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Einschätzung für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes geändert. Während es anfangs hieß, dass dieser nur von Menschen mit Atemwegserkrankungen in der Öffentlichkeit getragen werden sollte, heißt es nun, dass eine Schutzmaske das Risiko verringert, andere Personen durch Husten, Niesen und Sprechen anzustecken. Entsprechend wird das vorsorgliche Tragen einer Maske durch das RKI mittlerweile empfohlen.

Allerdings gibt es auch dabei Regeln, an die wir uns halten sollten, wie RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag in einer Pressekonferenz betonte.

Zunächst müsse man unterscheiden: Es gibt einen sogenannten medizinischen Mund-Nasen-Schutz und es gibt sogenannten FFP-Masken. Diese Maskenarten müssen dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Ein Corona-Ausbruch kann schließlich im schlimmsten Fall ein ganzes Klinikum lahmlegen.

Eine andere Option sind hingegen selbstgenähte Stoffmasken, wie sie bereits mancherorts angeboten werden. Diese helfen laut Wieler allerdings nur, andere zu schützen, da sie dabei helfen könnten, Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen zurückzuhalten. Allerdings betont Wieler:

"Es gibt für diesen Fremdschutz bisher keine wissenschaftlichen Belege. Es erscheint aber plausibel, dass man einen Fremdschutz ausüben kann."

RKI-Chef Lothar Wieler

Neue Studien zeigen laut Wieler, dass ein Teil der Covid-19-Patienten so leichte Symptome habe, dass diese kaum bemerkt werden. Problematisch dabei: Den Erreger verbreiten diese unwissentlich Infizierten dennoch. Eine Maske könnte entsprechend dabei helfen, dass sich andere Menschen nicht anstecken.

Bei diesen Behelfsmasken sei es aber wichtig, dass sie richtig sitzen – also eng anliegen, sagt der RKI-Chef. Zudem müssten sie gewechselt werden, sobald sie durchfeuchten. Außerdem ist wichtig: Die Maske dürfe beim Tragen nicht ständig gerichtet werden. Dadurch fasse man sich ins Gesicht.

"Man muss auch mit so einer Textilmaske alle Regeln zur Infektionsvermeidung einhalten. Sonst schadet das Tragen einer Maske mehr, als dass es nützt."

RKI-Chef Lothar Wieler

Denn es könne vorkommen, dass eine Textilmaske einen falschen Schutz vortäuscht. "Das Schlimmste, das passieren könnte, ist, dass man sich beim Tragen einer Maske in falscher Sicherheit wiegt", sagt Wieler. Deshalb sollte man sich die Hände regelmäßig waschen, in die Armbeuge husten und niesen und mindesten 1,5 Meter Abstand halten. Alles wie gehabt also.

Laut RKI könnte eine Maske aber auch einen positiven psychologischen Effekt haben, etwa indem sie das Bewusstsein für die Abstandsregeln sowie ein gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützt.

Für diejenigen, die Symptome verspüren, wählt Wieler deutliche Worte: "Wenn Sie krank sind, bitte gehen Sie dann nicht einkaufen und fahren Sie nicht U-Bahn. Bitte bleiben Sie zu Hause."

(tkr)

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