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Bild: imago/twitter/erin montage

Perioden-Shaming im Ramadan – junge Muslimas haben keine Lust mehr drauf

02.06.18, 16:25 22.06.18, 10:16
Julia Dombrowsky
Julia Dombrowsky

Heimlich ein Brötchen im Zimmer reingewürgt? Eine Banane auf der Toilette gegessen?

Einige Muslimas kennen dieses versteckte Essen zum Ramadan ganz genau – und haben genug davon!

Bild: www.giphy.com

Auf Twitter entfacht derzeit eine Debatte unter jungen, muslimischen Frauen, die keine Lust mehr auf das Versteckspiel haben, denn – Wer gerade seine Periode hat, ist eigentlich vom Fasten entschuldigt... 

Darum geht es bei dieser Diskussion:

Was ist das Problem?

Der Fastenmonat Ramadan fällt 2018 auf die Zeit vom 16. Mai bis zum 14. Juni. Laut Koran sollen gläubige Muslime in dieser Zeitspanne von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten.

Es gibt allerdings einige Ausnahmen: Reisende und körperlich oder geistig kranke Menschen dürfen weiterhin essen. Dasselbe gilt für sehr alte und sehr junge Menschen (vor der Pubertät), sowie schwangere, stillende oder eben menstruierende Frauen.

Soweit so gut. Das Problem, das Muslimas jetzt im Internet beklagen?

Frauen, die zum Ramadan essen, würden häufig von Unbeteiligten gefragt, warum sie nicht fasten würden oder in ihrem Verhalten zurecht gewiesen. 

Da es vielen Frauen jedoch unangenehm ist zuzugeben, dass sie gerade ihre Periode haben oder sie von ihren Familien dazu angehalten werden, diese Tatsache für sich zu behalten, essen viele Frauen während ihrer Periode heimlich. 

Und Einigen geht diese falsche Scham langsam auf die Nerven.

Die Erfahrungen der Frauen

Sabreen Imtair aus Kalifornien fragte die Twitter-Gemeinde am 29. Mai nach ihren Erfahrungen mit dem Thema und bekam erstaunliche Antworten.

"Es geht so ein Stigma mit dem Thema einher", erzählte die 18-Jährige bei BBC. "Einige Mädchen essen nicht vor ihren männlichen Verwandten oder fühlen sich während ihrer Periode dreckig, ganz besonders an Ramadan."

Erin Clegg, eine Muslima aus Australien postete am 23. Mai ein Video mit dem Titel "Warum sich muslimische Frauen nicht schämen sollten, wenn sie während des Ramadans in der Öffentlichkeit essen, wenn sie ihre Tage haben." 

Auch in der Teen Vogue wurde das Thema aufgegriffen. Das US-Magazin sprach mit Yasmine Moussa, einer 21-jährigen Ägypterin, die ihnen erzählte, dass das Perioden-Problem besonders in der Pubertät unangenehm sei: "Du willst nicht, dass Männer dich an Ramadan essen sehen, weil sie dann wissen, dass du deine Periode hast. Also schmuggelst du heimlich Essen in die Schule oder die Arbeit, ohne dass Männer das sehen."

Ähnliches Problem wie Stillen in der Öffentlichkeit?

Diese Theorie hat Bloggerin Hanan Issa in den Raum geworfen. Sie sagt, die Diskussion um das verschämte Essen während der Periode erinnert sie an die Diskussion um stillende Frauen in der Öffentlichkeit. In beiden Fällen soll etwas ganz Natürliches versteckt werden, weil es ein für Männer unangenehmes Thema ist.

"Solange etwas sexy ist und die Erwartungen der männlichen Lust erfüllt, ist das alles OK. Aber wenn es irgendwie unangenehm wird, soll es versteckt werden", schreibt sie.

"Die Periode, so wie Brust-Geben, ist nicht sexy." 

Hanan Issa

"Es erinnert uns an die unangenehme Wahrheit, dass Frauenkörper nicht nur für die männliche Lust da sind." 

Es würde sie immer wieder überraschen, wie viele Muslimas, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen, an Ramadan vor männlichen Verwandten so tun würden, als würden sie fasten.

Einige haben die Scham schon hinter sich gelassen

Vielleicht müssten Männer und Frauen einfach offener zueinander sein.

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Am 27. März war Muslim Women's Day, ein Tag, um muslimischen Frauen weltweit zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen.

Ins Leben gerufen wurde der Tag von der Bloggerin Amani Al-Khatahtbeh, die mit dem Tag neue, positive Narrative über muslimische Frauen zeigen will. 

Unter dem hashtag #muslimwomensday teilten Frauen aus aller Welt auf Twitter ihre Erfahrungen mit und als muslimische und auch feministische Frau.

In Deutschland wurde der Tag nahezu gar nicht wahrgenommen.

Kein Wunder, Diskussionen …

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