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5 Dinge, die verzweifelte Singles tun – und unbedingt lassen sollten

Als Single scheint man schon gestraft genug. Nicht nur, dass man ständigen Verkupplungsversuchen seiner Freunde und den drängenden Fragen der Familie ausweichen muss. Es wird einem ständig vermittelt, man wäre irgendwie unvollständig. Als würde man als halbe Kugel durchs Leben rollen.

Das hinterlässt natürlich Spuren: Welcher Single hat bei sich selbst nicht schon mal Verhaltensmuster beobachtet, die geradezu giftig sind für einen selbst? Die nur davon herrühren, seinen angeblich miserablen Beziehungsstatus möglichst schnell beenden zu wollen (oder zu müssen)?

Folgende Situationen und Gedanken zeigen toxische Muster, die Singles reproduzieren. Die Beobachtungen beruhen rein auf meinen persönlichen Erfahrungen oder wurden mir von Freunden zugetragen – sicherlich kann sich der ein oder andere damit identifizieren.

Eine Beziehung mit jemandem eingehen, den du nicht wirklich magst

Eine Freundin von mir, nennen wir sie mal Mira, erlebte folgende Situation vor ein paar Jahren: Sie hatte einen guten Freund, den sie wirklich gerne mochte. Er war smart, witzig, man konnte toll mit ihm über Filme quatschen und er kochte sogar für sie.

Irgendwann gestand der Kumpel ihr dann seine Gefühle. Mira stand eigentlich nicht auf ihn – dachte sich dann allerdings: Man kann es ja mal probieren.

Jetzt spricht natürlich nichts dagegen, einen Kumpel zu daten. Und man kann sich natürlich auch auf jemanden einlassen, ohne gleich den Fünf-Jahres-Plan mit Heirat, Haus und Hund im Kopf zu haben. Man sollte sich in solchen Situationen allerdings fragen: Mache ich das jetzt, weil ich einfach Lust darauf habe und schaue, was passiert? Oder mache ich das, um mich dem Druck zu beugen, nicht mehr Single zu sein?

Mira hat nach kurzer Zeit und einer mittelschweren Trennungsszene ("Ähm, ich hab doch keine Gefühle für dich") gemerkt: Vielleicht ist es besser, nichts zu erzwingen.

Sex auf Vorrat haben

Eine andere Freundin, Marta, hat in Malaga jemanden kennengelernt: einen entzückenden jungen Schotten, der sie den ganzen Abend lang umgarnt hat. Schließlich kam es zum Kuss – und kurz darauf wollte der Schotte mit Marta schlafen.

Marta hatte da weniger Lust drauf, zumal die beiden sich in ein Hostel einquartiert hatten und heimlicher Hostel-Sex im Badezimmer meist eher so mittel ist.

"Ich hab dann aber trotzdem mit ihm geschlafen", erzählt mir Marta.

"Warum das denn?", frage ich. "Musst du doch nicht, wenn du keinen Bock hast."

"Naja, ich weiß ja nicht, wann sich wieder die Gelegenheit ergibt."

Mit dem Single-Leben scheint ganz oft die Vorstellung verbunden zu sein, man habe keinen oder nur unregelmäßig Sex und müsse sich deswegen an jeden Strohhalm klammern. Das ist natürlich Blödsinn.

Auch wenn es immer wieder heißt, gerade junge Singles zwischen 18 und 30 hätten weniger Sex (das will eine Studie der Uni Leipzig zeigen): Die Zahlen sagen wenig über verschiedene Sex-Praktiken aus und noch weniger über die Qualität. Und lieber einmal richtig guten Sex als zehn Mal schlechten.

Egal ob Single oder nicht, wir sollten uns generell von dem Gedanken lösen, wie viel Sex wir haben "sollten". Dann passiert es auch nicht, dass wir anfangen, eine Art sexuelle Vorratssammlung zu betreiben. Single sein ist nicht gleich Winter.

Dich vom Alter verrückt machen lassen

Gegen Ende 20 fing es bei mir an: Ich begann, die Zahlen herunter zu brechen und mich verrückt zu machen, dass ich kinderlos (wenn ich überhaupt welche haben will) und allein sterben werde, wenn ich nicht JETZT jemanden finde. Das sah dann so aus:

Das ist natürlich ein riesengroßer Haufen Bullshit. Sich verlieben ist nicht an Alter gebunden. Liebe kennt keine Fünf-Jahres-Pläne und auch die Sache mit dem Kinderkriegen ist weder so stark an das Alter, noch notwendigerweise an deinen Beziehungsstatus gebunden. Trotzdem lassen sich viele Menschen, so wie auch ich damals, von solchen Gedanken verrückt machen. Stop it!

Dich von anderen Menschen verrückt machen lassen

Welcher Single kennt sie nicht, die gut gemeinten Sprüche von Menschen in Beziehungen? Ob "Der Richtige kommt schon noch", "Andere Mütter haben auch schöne Söhne" oder "Wie kann so jemand wie du eigentlich noch Single sein?": Nichts davon ist wirklich konstruktiv für jemanden, der unter seinem aktuellen Beziehungsstatus leidet.

Schlimmer noch: Es wird Singles vermittelt, dass sie leiden sollten. Sie sollten suchen, warten, geduldig sein – die Belohnung, der Partner am anderen Ende des Tunnels, kommt schon noch.

Am schlimmsten ist es allerdings, wenn die Pärchenfreunde versuchen, einen mit anderen, vermeintlich traurigen Singles zu verkuppeln. Eine meiner Freundinnen, verheiratet, hat zum Beispiel jedes Mal begeistert davon erzählt, wenn sie einen Single-Mann in ihrem Freundeskreis hatte.

Einmal hat sie mich überredet, zu einem Pärchen-Dinner-Abend mitzufahren, weil der Bruder einer Freundin dabei sein würde – der natürlich nett, attraktiv und alleinstehend sei (zwinker, zwinker). Das Ende vom Lied war, dass besagter Mann nicht mal auftauchte. Wahrscheinlich war ihm das Kuppeln auch zu blöd.

So gut gemeint die Worte und Versuche deiner Pärchen-Freunde auch sein mögen: Ignorier die Sprüche und Aktionen besser mal. Zumal sie, wenn auch unbewusst, gerne mal vermitteln, dass du eigentlich konstant daran arbeiten solltest, deinen Beziehungsstatus zu ändern.

Dich wegen deines Single-Daseins runtermachen

Und dieser letzte Punkt schließt direkt an den vorangehenden an: Du BIST nicht Single. Zumindest macht dich eine ganze Menge mehr aus als dein Beziehungsstatus. Und der muss nicht automatisch schlecht sein, wenn er nicht "vergeben", "verlobt" oder "verheiratet" lautet.

Mit dem Wort Single wird oftmals Negatives verbunden: Das sind arme, einsame Menschen, die ihr Liebes- und damit auch Lebensglück noch nicht gefunden haben. Das sind die Übriggebliebenen, die Suchenden, die Bemitleidenswerten.

Singles wird gerne vermittelt, sie seien irgendwie "unvollständig". Und manche fühlen sich vielleicht auch tatsächlich so. Manchmal sollte man allerdings vielleicht lieber hinterfragen, was einen gerade unglücklicher macht: Die Tatsache, dass man keinen Partner hat – oder der Glaube, irgendwie komisch zu sein, wenn man eben keinen hat.

Zwar sagen Glücksforscher, dass stabile Beziehungen zu anderen Menschen uns glücklicher machen. Das müssen allerdings nicht zwangsweise romantische Paarbeziehungen sein, sondern können auch gute Freundschaften oder gute Kontakte zu Familienmitgliedern sein. Gerade Frauen können von ihrem Single-Dasein profitieren – denn sie sollen laut Experten die glücklichste Bevölkerungsgruppe sein.

Also: Lass dich nicht von anderen verrückt machen. Du bist nicht kaputt, weil du Single bist – egal in welchem Alter oder in welcher Lebensphase. Du kannst mit Beziehung genauso glücklich oder unglücklich sein wie ohne. Deswegen musst du dich nicht zwingen, in einer Beziehung zu sein oder dich von anderen runtermachen lassen, weil du keinen Partner hast.

Sprüche, die Frauen nicht mehr hören können

Dr. G-Punkt über Sex und Traurigkeit

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