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KZ-Provokation – Rammstein legt nach und veröffentlicht 9-Minuten-Video

Rammstein macht Werbung für ihre neue Single "Deutschland" – und hat dazu am Donnerstag ein 35 Sekunden langes Werbevideo veröffentlicht. Am Donnerstagabend folgte dann das komplette Video. In mehr als neun Minuten vollziehen Rammstein unter dem Titel "Deutschland" dabei eine Reise durch die deutsche Geschichte – von den alten Germanen bis zur Gegenwart.

Doch schon nach dem Teaser war die Aufregung groß. Die Musiker der deutschen Rockband rund um Sänger Till Lindemann provozieren – und wie.

Das war der 35-Sekunden-Teaser:

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Video: YouTube/Rammstein Official

Und das ist das 9-Minuten-Video

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Video: YouTube/Rammstein Official

Die Provokation der Band, die in der Vergangenheit auch schon mal Bilder aus einem Nazi-Propagandafilm von Leni Riefenstahl verwendet hatte, blieb nicht ohne Folgen. Mehrere Politiker und Vertreter jüdischer Verbände meldeten sich zu Wort.

So nannte Karin Prien, Sprecherin des Jüdischen Forums in der CDU, das Video "widerlich und respektlos".

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte nach Veröffentlichung des "Deutschland"-Trailers erklärt, es gebe zahlreiche Künstler, die sich in ihren Kunstwerken auf eine würdevolle Art mit der Schoa auseinandersetzten. "Wer den Holocaust jedoch zu Marketingzwecken missbraucht, handelt verwerflich und unmoralisch", sagte Schuster.

Das Video sei nur produziert worden, um "Klicks zu erzeugen". Auch Felix Klein, Antisemitismus-Beauftragter der Bundesregierung, äußerte sich kritisch: "Die Inszenierung der Musiker von Rammstein als todgeweihte KZ-Häftlinge stellt die Überschreitung einer roten Linie dar. Sollte dies nur der Verkaufsförderung des neuen Albums dienen, halte ich dies für eine geschmacklose Ausnutzung der Kunstfreiheit."

Rammstein und die Kontroversen:

Die Rock-Band Rammstein setzte bei ihrer Gründung schon auf Provokation. Allein der Name der Gruppe geht zurück auf das Flugzeugunglück in der westpfälzischen "Ramstein Air Base" der US-Streitkräfte zurück, bei der im Jahr 1988 70 Menschen ums Leben kamen. Zunächst trat die Gruppe tatsächlich sogar unter dem Namen "Rammstein Flugschau" auf. Immer wieder wurden der Band in den vergangenen Jahren rechtsextreme Tendenzen vorgeworfen: So verwendete die Band 1998 für das Musikvideo zu "Stripped", das Filmmaterial der Regisseurin Leni Riefenstahl, die einen NS-Propagandafilm über die Olympischen Spiele 1936 gedreht hatte. 2001 folgte dann "Links 2-3-4" – in dem Song thematisierte die Band ihre politisch linke Haltung. In einem Interview über den Song sagte Christian "Flake" Lorenz, der Keyboarder der Band: "Wir marschieren, aber wir sind links, absolut klar bekennend links." Immer wieder provozierte die Band zudem mit der Darstellung von Gewalt in ihren Musikvideos: So wurde das Musikvideo zu "Pussy" (2009) aufgrund pornografischer Inhalte nur zensiert ausgestrahlt, das zugehörige Album "Liebe ist für alle da" wurde wegen des Coverfotos indiziert.

(pb)

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