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Diese Mütze versteigerte ein Zehnjähriger für 1.000 Euro bei Ebay Kleinanzeigen. bild: screenshot ebay kleinanzeigen

Kind versteigert geliebte Mütze, um Handyrechnung zu bezahlen – dann kommt unerwartete Hilfe

Ein Handyspiel auf seinem neuen Smartphone hatte für einen Zehnjährigen und seine Eltern unangenehme Folgen. Unbewusst soll er über 1000 Euro für In-App-Käufe bei iTunes bezahlt haben. Das Geld wurde von der Kreditkarte der Eltern abgebucht, die die böse Überraschung erst auf der Rechnung mitbekamen.

Um das Geld wieder reinzubekommen sahen die Eltern wohl keinen anderen Weg, als die "heissgeliebte Mütze mit Original Autogrammen verschiedener Fußballspieler" ihres Sohnes bei der Plattform Ebay Kleinanzeigen zu verkaufen. Mit dieser Überschrift stellten sie das Inserat online, dazu das Bild der schwarz-weiß gestreiften Mütze. Es handle sich um Originalunterschriften von Jogi Löw, Philipp Lahm, Oliver Bierhoff und vielen anderen, heißt es im Inserat. Als Preis gaben sie an: "Verhandlungsbasis."

Drei Tage später tauchte die Anzeige auf dem Instagram-Account @bestofkleinanzeigen1 auf. Der Account ist bekannt dafür, die kuriosesten Inserate der Verkaufsplattform zu sammeln, über eine halbe Millionen Abonnenten folgen dem Account auf Instagram. Hinter der Seite steckt ein 28-jähriger Hamburger, der sich Marcel Rolf nennt. Seinen richtigen Namen wolle er nicht in der Zeitung lesen, erklärte er der "Süddeutschen Zeitung".

Spendenaktion bringt 1000 Euro ein

Nachdem er das Inserat mit der Mütze geteilt hatte, bekam die Familie zunächst viele negative Nachrichten. Darunter waren Beleidigungen, Neid, Erziehungstipps. Doch Rolf wollte helfen. "Jeder baut mal Mist als Kind", sagt er im Telefonat mit der "Süddeutschen". "Als Zehnjähriger hat man einfach nicht auf dem Zettel, wie viel man arbeiten muss für 1000 Euro." Als er der Familie schrieb, dachte diese zunächst, Rolf wolle sie auf den Arm nehmen. Weil er sich für die unangenehme Nachrichtenflut mitschuldig fühlte, startete er einen Spendenaufruf. 15 Minuten später waren die 1000 Euro da. 178 Menschen hatten gespendet, die meisten fünf Euro.

Erst als Marcel Rolf der Familie das Geld per Paypal schickte, haben sie geglaubt, dass das echt ist, erzählt er. Die Familie möchte anonym bleiben und keine Interviews geben, sie wollen nicht noch mehr unangenehme Erziehungstipps erhalten. Doch Marcel Rolf überredete die Mutter, ein Telefonat live im Internet übertragen zu dürfen. Somit erfuhr man dann doch noch, was die Eltern und der Junge über die Aktion denken.

Mützen-Verkauf wird zum Happy End – mit Überraschung

Die Mutter erzählte, dass ihr Sohn zum neuen Schuljahr ein Smartphone bekommen hatte und ein Spiel mit "kleinen, niedlichen Figuren" gespielt hatte. Sie habe die In-App-Käufe eigentlich deaktiviert, doch der Sohn habe das wohl wieder umgestellt. Als sie die Rechnung in den Händen hielten, versuchten sie, das Geld zurückzubekommen. Es folgten Anrufe bei der Bank, beim Spielebetreiber und beim Anwalt. Doch der riet von einer Klage ab, sie sei aufwendig und teuer, und die Firma habe ihren Sitz im Ausland. Der Fall steht damit bezeichnend für ein großes, schon länger bekanntes Problem der Spiele-Branche.

Schließlich kam der Junge auf die Idee, seine geliebte Mütze zu verkaufen, um den Eltern das Geld zurückzuzahlen. Durch das Eingreifen von Marcel Rolf wurde die Aktion zu einem Erfolg. Die Mutter kündigt an, die Mütze an Rolf zu schicken und die Hälfte des Geldes an ein Kinderhospiz zu spenden. Doch Rolf hat für den Kleinen wohl noch eine Überraschung parat. Anfang März ist sein elfter Geburtstag, dann will Rolf dem Jungen die Mütze zurückschicken.

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