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Bild: imago stock&people

Supermarkt: Achtung vor bestimmtem Ingwer – ARD zeigt ekliges Geheimnis

H&M, Zara oder Primark: Unternehmen wie diese versorgen uns nicht nur regelmäßig mit Mode-Trends, sondern sind auch ganz schön günstig. Dass die Herstellungsbedingungen unserer Lieblingsstücke allerdings eher nicht so schön sind, nehmen wir allzu oft in Kauf. Doch was viele nicht wissen: Unsere Billig-Klamotten haben mitunter auch einen ziemlich ekligen Einfluss auf Lebensmittel, die wir hierzulande im Supermarkt einkaufen.

Unsere neuen T-Shirts und Hosen können nämlich dafür sorgen, dass Lebensmittel mit Chemikalien belastet werden. Diesen nicht ganz offensichtlichen Zusammenhang deckt die ARD-Doku "Unsere Kleidung – Grün gewaschen oder wirklich nachhaltig?" auf. Vor allem für diejenigen, die gern Ingwer im Supermarkt kaufen, offenbarte die Doku ein unappetitliches Geheimnis. Doch von vorne.

Die Textilindustrie ist einer der größten Umweltsünder überhaupt: Laut der Doku ist die Branche für 20 Prozent des Abwassers weltweit verantwortlich. Gerade in manchen asiatischen Ländern, in denen Kleidung besonders günstig hergestellt wird, werden Abwässer in Flüsse gepumpt und zerstören so die dortige Tier- und Pflanzenwelt.

Chemikalien aus Kleidung gelangen in Flüsse – und von da aus in unsere Nahrung

So wird in der Doku beispielhaft ein Fluss in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, untersucht. Laut einer Sprecherin vom WWF Deutschland, Jenny Walther-Thoß, ist das Gewässer tot, denn die chemischen Werte sind teilweise Hundert Mal so hoch wie in europäischen Flüssen. Der Lebensraum für Tiere und Pflanzen wird zerstört.

Das belastete Wasser modert allerdings nicht nur vor sich hin – sondern wird von den Einheimischen weiter verwendet, zum Beispiel für den Anbau von Nahrungsmitteln, die auch nach Europa geliefert werden. Die Chemikalien hinterlassen dann beispielsweise Rückstände auf Obst oder Gemüse. Das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) hat dieses Jahr zum Beispiel belastete Nahrungsmittel aus Asien entdeckt – mit Spuren von Chrom, Blei oder Cadmium. Alles Stoffe, die in der Textilproduktion eingesetzt werden.

Achtung bei Ingwer oder Kurkuma aus Asien

Wer also gerne exotische Lebensmittel wie Kurkuma oder eben Ingwer einkauft, die meist aus asiatischen Ländern stammen, sollte sich bewusst sein: Was bei der Herstellung des Lieblings-Pullis aus der Wolle herausgewaschen wurde, könnte sich in Teilen auf dem Teller wiederfinden. Auch weitere Lebensmittel wie Knoblauch, Pilze oder Tintenfisch könnten von Chemikalien aus Textilfabriken belastet sein, wie in der Doku erwähnt wird.

Daher hilft es, im Supermarkt darauf zu achten, was das Herkunftsland der Produkte ist. Kommt der Ingwer zum Beispiel aus China, könnte er belastet sein. Wenn der Supermarkt auch Ingwer aus anderen Ländern, wie den USA oder Italien anbietet, kann es sich daher lohnen, darauf auszuweichen.

Viele Klamotten werden in illegalen Fabriken hergestellt

Zum umweltschädlichen Wirken kommen unfaire und riskante Arbeitsbedingungen für Fabrikarbeiter in meist asiatischen Ländern, wo Kleidung besonders günstig hergestellt wird. Wie gefährlich die Umstände in den Produktionsstätten sein können, bewies 2013 ein schwerer Unfall in Bangladesch: In einer zusammengestürzten Fabrik kamen fast 1000 Menschen ums Leben.

Seitdem sollen sich die Arbeitsumstände in vielen bangladeschischen Produktionsstätten verbessert haben. Handel betreiben darf Europa nur mit zertifizierten Fabriken. Was jedoch ebenfalls in der Doku erwähnt wird: Es kommt vor, dass zertifizierte Fabriken, die bestimmte Sicherheits- und Umweltstandards erfüllen, Aufträge an illegale Hersteller weitergeben. Und so passiert es dennoch, das Kleidung zum Beispiel in Fabriken gewaschen oder gefärbt wird, die offiziell als geschlossen gelten und das Abwasser in einheimische Gewässer pumpen.

Was wir dagegen tun können? Neben der Tatsache, dass mehr Transparenz und faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie geschaffen werden müssen, sollten wir auch den eigenen Konsum hinterfragen und vielleicht das ein oder T-Shirt weniger kaufen. Secondhand einzukaufen wäre eine weitere Option. Beides könnte zu nachhaltigeren Bedingungen in der Textilindustrie beitragen.

(tb)

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