"Hi, das ist eine Rundmail an alle Nicoles!" – Ein verknallter Student mailt 247 Frauen

"Ich habe dich gestern Abend kennengelernt und du hast mir die falsche Nummer gegeben."

Die Betreffzeile von Carlos' E-Mail

Was klingt wie der typische Ausgang einer einseitigen Verknalltheit, wurde zum Startschuss einer fast schon epischen Geschichte des hartnäckigen Verehrers von Nicole. Nicole... wer? Tja, das ist die Frage.

Das wusste Carlos selbst nicht. Er wusste bloß: Er hatte am Abend zuvor eine Frau namens Nicole kennengelernt und am Ende ihre Nummer bekommen. Die funktionierte allerdings nicht. Anstatt nun aber zu vermuten, sie habe ihm absichtlich eine falsche Nummer gegeben, dachte sich Carlos: Hey, wofür gibt's schließlich die E-Mail-Adressen-Liste meiner Uni?

Per Verteiler schickte Carlos also seinen Aufruf an Nicole, sie möge sich doch bitte melden – an 247 (!) Frauen, die Nicole hießen oder zumindest ähnliche Namen trugen.

Die E-Mail im Wortlaut:

"Hi, das ist eine Rundmail an alle Nicoles. Wenn die Beschreibung nicht auf euch zutrifft, ignoriert die Mail, und wenn du die Eine bist, aber einfach keinen Kontakt zu mir willst, ist das auch okay.
Wenn du Nicole heißt, aus Holland kommst und findest, dass Nietzsche deprimierend ist, schreib mir: [Handynummer]. Ich bin übrigens Carlos, der Typ, der dich und deine Freundin gestern Abend nach Hause gebracht hat."

Carlos' E-Mail, übersetzt

247 Frauen – darunter nicht nur Studenten der University of Calgary (Kanada), sondern auch Mitglieder der Fakultät – bekamen Carlos' E-Mail. Manche von ihnen fanden die Aktion so lustig, dass sie antworteten – an alle Nicoles.

Und daraus entstand eine Art Nicole-Club:

Eine der Nicoles gründete eine Facebook-Gruppe mit dem treffenden Titel "Nicole From Last Night" – und prompt wurde das erste Treffen vereinbart. Etwa 15 der Nicoles trafen sich in einer Bar. Ihr Foto landete im Internet, und schon verbreitete sich die Geschichte auf Twitter.

Und die "richtige" Nicole?

Die hatte Carlos' E-Mail tatsächlich gar nicht erreicht, denn wie er bereits erwähnt hatte, war Nicole Holländerin – und nur für einen Studentenaustausch im Land. Sie hatte daher gar keine E-Mail-Adresse der University of Calgary, weswegen sie nicht im Verteiler gelandet war. Weil die Geschichte aber solche Wellen machte, erreichte Carlos' Suche durch Hörensagen irgendwann auch die richtige Nicole, die sich dann in der Facebook-Gruppe zu Wort meldete.

"Hi, weitere Nicoles,
ich bin die Austauschstudentin aus Holland, die von Carlos nach Hause gebracht wurde und Nietzsche ziemlich deprimierend findet! Ich habe keine U-of-C-Mail-Adresse und habe die schöne Mail daher nicht selbst bekommen, aber das starke Netzwerk an Nicoles half mir, den Kontakt aufzunehmen, hahaha.
Ich würde euch alle gern irgendwann kennenlernen!"​

Nicoles Post in der Nicole-Gruppe buzzfeednews.com

Es stellte sich heraus, dass die richtige Nicole dem guten Kerl nicht absichtlich eine falsche Nummer gegeben hatte, sondern dass sie sich ihre kanadische Nummer einfach noch nicht richtig hatte merken können.

Ob sie und Carlos inzwischen zueinander gefunden haben, wissen wir nicht – aber mit den restlichen Nicoles will sie sich so bald wie möglich treffen. Und vielleicht werden sie eines Tages zur Hochzeit eingeladen.

Auch eine gute Lovestory: Der merkwürdigste Seitensprung der Welt – in albernen Stockfotos

watson-Kolumne

Über den einen Satz, den ich beim Online-Dating nicht mehr hören kann

"Bett halbvoll/halbleer" – die Dating-Kolumne von watson

Online-Dating ist anstrengend. Wer glaubt, das ist einfach nur abends bequem auf dem Sofa sitzen und die Profile angucken als würde man vor dem Süßigkeitenregal im Supermarkt stehen – uh, lecker, was nehm ich denn – hat sich gründlich getäuscht.

Meist ist es eher ein erschöpftes nach links und manchmal nach rechts wischen, bis das Handgelenk erschöpft ist. Bis man sich durchgewurschtelt hat durch die Oberkörper-frei-Schnappschüsse, die Oktoberfest-Fotos, die "Das ist nicht mein Kind – aber …

Artikel lesen
Link zum Artikel