Nur jeder 5. ICE funktioniert – und wir sind jetzt die Blöden

Kaputte Toiletten, defekte Heizungen oder blockierte Türen: Bei der Deutschen Bahn sind einem Bericht des ARD-Magazins "Kontraste" zufolge nur 20 Prozent der ICE "voll funktionsfähig". 

Die Bahn bekommt ihre Züge nicht repariert. Die Gründe:

Das sind die Folgen (wir bekommen sie alle zu spüren):

Angesichts dieser Probleme verabschiede sich die Bahn davon, die Pünktlichkeitsquote von 82 Prozent aller Fernzüge in diesem Jahr zu erreichen, berichtete "Kontraste". Dieses Ziel solle nun erst 2025 erreicht werden. Im Oktober lag diese Quote im Fernverkehr bei knapp 72 Prozent. 

Für Verspätungen sorgt laut "Kontraste" zum Beispiel oft die "umgekehrte Wagenreihung". Zugbegleiter sagten dem Magazin, die Nachtbereitschaften auf den Bahnhöfen seien nicht mehr ausreichend besetzt; es finde sich kein Bereitschaftslokführer, der nachts mit dem Zug die nötige Drehfahrt unternehmen könne, damit der ICE am nächsten Morgen richtig gereiht einfahre. 

Das sagt die Bahn selbst

Die Bahn sagt: Ist gar nicht so schlimm mit den 20 Prozent, die nur voll funktionsfähig seien. Auch kleine Komforteinschränkungen flössen bereits in die Statistik ein - die Sicherheit sei gewährleistet.

Ein Bahnsprecher sagt:

"Ein Beispiel: Ist die Reservierungsanzeige in einem einzigen Wagen eines ICE ausgefallen, wird der ganze Zug schon als nicht fehlerfrei gezählt."

Das gelte auch für einzelne ausgefallene Kaffeemaschinen oder eine von insgesamt über 10'000 Zugtüren, die gestört seien. Der sichere Betrieb eines Zuges sei aber "jederzeit gewährleistet", da sämtliche sicherheitsrelevante Komponenten kontinuierlich und lückenlos kontrolliert und gegebenenfalls repariert würden.

Der Bahnsprecher betonte, interne Unterlagen kommentiere der Konzern grundsätzlich nicht.

"Klar ist aber: Mit dem aktuellen Stand der Fehlerbeseitigung in unserer Zugflotte sind wir selbst nicht zufrieden."

Deshalb habe die Bahn dem Aufsichtsrat für die Beratung am Donnerstag und Freitag detaillierte und umfassende Vorschläge vorgelegt, "wie wir kurzfristig zusätzliche Ressourcen für die Wartung und Instandhaltung der Züge aufbauen können". 

Der "Spiegel" hatte vergangene Woche berichtet, der Bahn-Vorstand verlange bis zu sieben Milliarden Euro pro Jahr vom Eigentümer Bund für den Unterhalt von Zügen und Gleisen. Demnach will der Vorstand 200 neue Züge kaufen und neue Mitarbeiter in den Wartungswerken einstellen. Derzeit wird die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung für die Jahre 2020 bis 2025 zwischen Bahn und Bundesregierung ausgehandelt.

(hau/afp)

Zur Aufheiterung etwas Lustiges: Friseurnamen vorgelesen bekommen und dabei nicht lachen

Video: watson/Marius Notter, Elisabeth Kochan

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