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Supermarkt: Aldi testet Änderung – günstiges Produkt fliegt aus dem Regal

Eine Filiale von Aldi Süd auf der Luxemburger Straße. Köln, 04.04.2020 *** A branch of Aldi Süd on the Luxemburger Straße Cologne, 04 04 2020 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage
Aldi Süd reagiert auf das veränderte Kaufverhalten seiner Kundschaft.Bild: imago images/Future Image/Christoph Hardt
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Aldi verzichtet zum Tierwohl auf Verkauf von Fleisch aus Haltungsform 1 und 2

18.02.2024, 11:55
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Beim Einkauf im Supermarkt landet immer weniger Fleisch im Einkaufswagen der Deutschen. Laut Statista-Daten des Jahres 2022 summierte sich der menschliche Fleischverbrauch in Deutschland zuletzt auf rund 52 Kilogramm. Am beliebtesten ist hierbei demnach mit über der Hälfte des konsumierten Fleisches immer noch Schweinefleisch. Auf Platz zwei landet mit 13 Kilogramm Geflügel und auf Platz drei mit etwa neun Kilogramm Rind- und Kalbfleisch.

Beliebte Produkte sind in erster Linie abgepackte Wurst-Produkte sowie frische Wurst und Fleischwaren von der offenen Fleischtheke. Den Kund:innen wird die Tierhaltung und der Ursprung der Produkte zunehmend wichtig.

Einkauf in einem Supermarkt oder Discounter zu Zeiten von Inflation. Fleisch, Schweinefleisch, Billigfleisch, Rindfleisch, Fleischindustrie, Fleischindustrie, Fleischtheke, Fleischregal, Rindfleisch,  ...
Immer mehr Kund:innen achten auf bewussteren Fleischkonsum.Bild: imago images / Martin Wagner

Auch Aldi Süd hat im vergangenen Jahr einen enormen Anstieg im Umsatzanteil von Frischfleisch aus höheren Haltungsformen verzeichnet. Der Discounter reagiert auf die Bedürfnisse seiner Kundschaft und überrascht mit einer bedeutenden Veränderung in seinem Fleisch-Sortiment: Aldi Süd setzt immer mehr auf tiergerechtere Haltungsformen.

Starke Nachfrage nach Tierwohlprodukten

Aldi Süd testet regelmäßig die Akzeptanz von höheren Preisen für Produkte aus besserer Haltung. In einigen Filialen wird daher bei bestimmten Fleischprodukten komplett auf Haltungsformen 1 und 2 verzichtet, wie die "Lebensmittel Zeitung" (LZ) berichtet. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die Umstellung des gesamten Putenfrischfleischs auf höhere Haltungsformen. Diese tritt ab März in Kraft.

Julia Adou, Director Sustainability bei Aldi Süd, betont gegenüber der "LZ" die "bemerkenswerten Fortschritte" bei der Umstellung auf tiergerechtere Haltungsformen. Konkret bedeutet das demnach, dass fast die Hälfte des Frischfleischs nun aus tierwohlgerechterer Erzeugung stamme.

Trotz Missstaenden in der Fleischindustrie- Aldi will die Fleischpreise senken. Blick in ein Kuehlregal mit in Folie geschweisstes abgepacktes Fleisch des Discounters ALDI am 20.05.2020.
Bald will Aldi Süd nur noch Fleisch der Haltungsformen 1 und 2 anbieten.Bild: SVEN SIMON / FrankHoermann/SVEN SIMON

Besonders in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg ist die Nachfrage nach Produkten dem Bericht zufolge enorm gestiegen. Trotzdem ist der Absatz in städtischen Gebieten generell stärker als auf dem Land. Auch bei gekühlten Fleisch- und Wurstwaren setzt Aldi Süd vermehrt auf höhere Haltungsformen, wobei mehr als 20 Prozent aus diesen Quellen stammen.

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Deutsche Herkunft bei Aldi Süd im Fokus

Aldi Süd setzt auch in puncto Herkunftskennzeichnung klare Zeichen. Sowohl bei der Trinkmilch als auch bei Fleischprodukten unter Eigenmarken werde ausschließlich auf deutsche Ware gesetzt. Diese wird künftig mit dem Herkunftskennzeichen der Branchenorganisation ZKHL gekennzeichnet. Julia Adou fordert laut der "LZ": "Wenn wir als Gesellschaft die Transformation der Landwirtschaft vorantreiben wollen – und die Bereitschaft ist da –, braucht es die Unterstützung des gesamten Handels"

Die Finanzierung von Tierwohlmaßnahmen sieht Aldi Süd als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Julia Adou betont die Notwendigkeit, dass Politik und Gesellschaft die Veränderung der Nutztierhaltung finanziell unterstützen. Zudem plädiert sie dafür, dass alle Fleischprodukte und Vermarktungswege vom Tierhaltungskennzeichnungsgesetz erfasst werden sollten.

Expertenrat: Verkehrssektor verfehlt Klimaziel zum dritten Mal in Folge

Der Verkehrsbereich hat nach Angaben des unabhängigen Expertenrats für Klimafragen auch 2023 deutlich mehr Abgase verursacht als gesetzlich erlaubt. Statt der erlaubten 133 Millionen Tonnen CO₂ seien im Verkehr im vergangenen Jahr 146 Millionen Tonnen Treibhausgase entstanden, schreiben die Fachleute in ihrem am Montag in Berlin veröffentlichten Prüfbericht zu im März vorgestellten Daten des Umweltbundesamts (UBA). Damit verfehlt der Verkehrssektor sein Klimaziel das dritte Jahr in Folge.

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