Weniger Schadstoffe in der Nordsee – das belegt das BSH.
Weniger Schadstoffe in der Nordsee – das belegt das BSH.Bild: iStockphoto / Frank Wagner
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Schadstoffbelastung der Nordsee ist deutlich rückläufig

03.03.2022, 11:21

Die Schadstoffbelastung der Nordsee ist laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in den vergangenen vier Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Das BSH wertet dies als Beleg dafür, dass gesetzliche Verbote von Schadstoffen und die Überwachung der Einhaltung der Gesetze wirksam seien, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag in Hamburg heißt.

Für ein Forschungsprojekt hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des BSH, des Helmholtz-Zentrums Hereon sowie der Hochschulen HAW Hamburg und RWTH Aachen 90 verschiedene anorganische und organische Schadstoffe in Sedimentkernen aus der Nordsee bestimmt.

Sedimentkerne dienen als "natürliches Archiv"

"Anhand der Proben konnten in den Sedimentschichten der vergangenen rund 100 Jahre mehrere Belastungshöhepunkte mit hohen Konzentrationen unterschiedlicher Schadstoffe nachgewiesen werden." Dazu gehöre auch die als PCB bekannte Gruppe der Polychlorierten Biphenyle. Das sind giftige organische Chlorverbindungen, die unter anderem als Weichmacher in Lacken und Dichtungsmassen von 1929 bis zum Verbot der Nutzung in offenen Anlagen 1979 verwendet wurden. "Die Belastung des Sedimentes mit PCB ist in dem Zeitraum kurz vor dem Verbot am höchsten."

Die Forscher nennen die Sedimentkerne ein "natürliches Archiv", das als wertvolle Datenquelle diene, um historische Emissionstrends zu rekonstruieren und die Wirksamkeit der sich ändernden Umweltgesetzgebung zu überprüfen. Untersucht wurden vor allem Bodenablagerungen im Skagerrak nördlich von Dänemark.

"Bestimmte Schadstoffe lagern sich überwiegend an Schwebstoffen an und werden mit ihnen über große Strecken transportiert", berichtete das BSH. "Aufgrund der natürlichen geologischen Gegebenheiten im Skagerrak lagern sich dort die Schwebstoffe als Sediment ab." Eingetragen werden die Schadstoffe dem BSH zufolge vorwiegend über Flüsse und über die Luft.

Die Forschungsbefunde zeigen laut Behörde allerdings auch den Eintrag neuer Substanzen, die der Meeresumwelt schaden. "Oftmals reichen kleinste Veränderungen der chemischen Zusammensetzung von verbotenen Substanzen aus, um sie aus der Liste verbotener Stoffe herauszunehmen", so das BSH. "Bis zu einem Verbot neuer schädlicher Substanzen vergehen oft sehr viele Jahre."

(sb/dpa-afxp)

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