Frau steht morgens am Fenster

In einem "DrehHaus" kann die Sonne den ganzen Tag die Innenräume erhellen (Symbolbild). Bild: iStockphoto / evgenyatamanenko

Zimmerei baut nachhaltige Häuser, die dem Sonnenlicht folgen – und so Energie sparen

Sonnenblumen richten ihre Köpfe nach dem Verlauf der Sonne aus. Während ihrer Wachstumsphase drehen sie sich jeden Tag von Ost nach West. Inspiriert davon hat ein Zimmereibetrieb in Hessen das Konzept eines "DrehHauses" entwickelt. "Ich kann die Sonne nicht an- und ausschalten, aber ich kann sie zumindest bestmöglich nutzen, wenn sie da ist", sagt Christopher Rinn, der Geschäftsführer der Rinn XI. GmbH gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Die Drehung des gesamten Gebäudes ist normalerweise vollautomatisch gesteuert und wird durch einen 180 Watt starken Elektromotor ermöglicht. Laut dem Zimmereibetrieb gibt es aber auch die Möglichkeit, das Haus durch Muskelkraft zu drehen, zum Beispiel über einen angeschlossenen Hometrainer.

Sonneneinstrahlung individuell steuerbar

Während auf der einen Seite des Gebäudes große Panoramafenster eingebaut sind, finden sich auf der anderen Seite nur einige wenige, kleine Fenster. So sollen sich im Winter Heizkosten einsparen, weil man durch die Drehung des Gebäudes die Sonnenenergie maximal ausnutzen kann. Im Sommer kann man hingegen die große Fensterfront von der Sonne abwenden, sodass der Kühlbedarf minimal bleibt.

Laut Hersteller lässt sich mit einer Smartphone-App manuell steuern, welche Gebäudeseite der Sonne zugewandt ist. So können die Hausbewohner auch den Lichteinfall regulieren.

Vier "DrehHäuser" sind bereits fertiggestellt, ein fünftes ist bereits in Planung. Viele Interessenten schrecken aber offenbar die Kosten für das energieeffiziente Gebäude ab: Laut dem Bericht der FAZ liegt der Preis rund 100.000 Euro über dem für ein vergleichbares Haus ohne Drehung. Dem gegenüber stünden auf lange Sicht aber die geringeren Energiekosten.

(la)

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