Ihm geht's gut: Die Population der wilden Pandabären in China erholt sich bereits seit Jahren.
Ihm geht's gut: Die Population der wilden Pandabären in China erholt sich bereits seit Jahren. Bild: iStockphoto / silverjohn
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China verspricht 200 Millionen Euro für globalen Artenschutz

17.10.2021, 12:00

China verspricht 1,5 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 200 Millionen Euro, für den Artenschutz in ärmeren Ländern bereitzustellen. In einer Rede auf der Weltnaturschutzkonferenz (COP15) kündigte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die Schaffung eines Fonds mit dem chinesischen Finanzbeitrag an. Der Fond soll Entwicklungsländer darin unterstützen, ihre Artenvielfalt zu schützen. Jinping lud andere Staaten ein, sich an dem Finanztopf zu beteiligen.

China ist in diesem Jahr Gastgeber der Konferenz der fast 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD), die online und vor Ort in der südwestchinesischen Stadt Kunming stattfindet. Die rund 5000 Teilnehmer haben bis Freitag über ein neues Rahmenabkommen beraten, um gegen das dramatische und gefährliche Aussterben der Arten vorzugehen. Die notwendige Finanzierung ist dabei ein wesentliches Thema.

Auch Deutschland soll mehr in den Fond investieren

Global klafft nach Angaben von Umweltverbänden eine gewaltige Finanzierungslücke von 700 Milliarden Euro im Jahr um den Schutz und Erhalt der biologischen Artenvielfalt. Auch die Bundesregierung wurde aufgefordert, ihre Finanzhilfe auf mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. Aktuell beteiligt sich Deutschland mit jährlich 800 Millionen Euro. Dem stehen nach Angaben von Umweltverbänden rund 67 Milliarden Euro umwelt- und naturschädigende Subventionen entgegen, die Deutschland jedes Jahr im Sinne des eigenen Landes ausgibt – etwa für Landwirtschaft und Fischerei.

Als konkretes Ergebnis der Konferenz soll eine "Erklärung von Kunming" verabschiedet werden. Darin soll die "ernste Sorge" über die beispiellose Krise durch den Verlust der Artenvielfalt, den Klimawandel, die Schädigung von Land und Meeren, Wüstenbildung sowie die wachsenden Risiken für Gesundheit und Ernährung geäußert werden. Im Entwurf ist von einer "existenziellen Bedrohung unserer Gesellschaft, unserer Kultur, unseres Wohlstandes und unseres Planeten" die Rede.

Nach weiteren Verhandlungen im Januar soll die neue Strategie mit konkreten Zielen auf einem Präsenztreffen vom 25. April bis 8. Mai 2022 in Kunming verabschiedet werden. Die Rahmenvereinbarung wird häufig mit dem Pariser Klimaabkommen verglichen, ist aber weniger bindend, wie Experten hervorheben. Auch wurden schon früher ehrgeizige Ziele der Vertragsstaaten der UN-Konvention weit verfehlt.

In seiner Videoansprache versprach Chinas Präsident verstärkte chinesische Anstrengungen, die Artenvielfalt zu bewahren. So werde China seine Naturschutzgebiete weiter ausbauen. Da auch der Klimawandel die biologische Vielfalt bedroht, sicherte Xi Jinping zudem den dortigen Ausbau erneuerbarer Energien zu. Sein Land wolle den Bau großangelegter Solarprojekte und Windenergieanlagen beschleunigen.

China ist der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen und verbraucht weltweit die meiste Kohle. Auch wenn es erneuerbare Energien stark ausbaut, deckt China seinen wachsenden Energiebedarf weiterhin zu rund 60 Prozent mit dem fossilen Rohstoff.

(sb/dpa-afxp)

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