Nachhaltigkeit
Eating chocolate

Erdnussschalen und Kaffeesatz sind reich an gesunden Antioxidantien. Bild: E+ / Eva-Katalin

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Gesünder und umweltfreundlicher: Schokolade aus Kaffeesatz

Die positive Wirkung von Schokolade ist fast zu schön, um wahr zu sein: Sie stärkt das Herz, die Gefäße, das Gedächtnis und nicht zuletzt auch die Psyche. Aufgrund der im Kakao enthaltenen Antioxidantien ist dunkle Schokolade von Natur aus gesünder als Milchschokolade. Letztere gilt zwar weltweit als beliebter, enthält aber auch viel Fett, Einfachzucker und nur wenig Kakao, was sie zur süßen Sünde macht. Die gesunden Antioxidantien, haben dagegen einen bitteren Beigeschmack, den viele nicht mögen.

Mitte August haben amerikanische Forscher auf der Konferenz der American Chemical Society jedoch eine Möglichkeit vorgestellt, den Nährwert der Milchschokolade zu steigern, ohne den Geschmack zu verändern. Die neuartige Schokolade soll zudem nachhaltiger sein, da Speiseabfälle wie Erdnussschalen und Kaffeesatz die wichtigen Antioxidantien liefern.

Denn das Geheimnis der dunklen Schokolade ist der hohe Gehalt an Phenolverbindungen, also pflanzlichen Stoffe, die reich an Antioxidantien sind. Diese kommen nicht nur in Kakao, sondern auch in Erdnussschalen, Kaffeesatz oder Teeblättern vor, die normalerweise als Abfall weggeworfen werden. Die Idee der Forscher ist es, diese in Pulverform der Milchschokolade hinzuzufügen – die dann sogar mehr Phenolverbindungen als dunkle Schokolade hätte.

Kakaoanbau braucht viel Wasser

Doch wie nachhaltig ist Schokolade eigentlich? Das Superfood Kakao belegt Platz zwei der Lebensmittel mit dem höchsten Wasserverbrauch. Hinzu kommt die hohe CO2-Bilanz von Kuhmilch. Bei der Herstellung von einem Liter Milch entstehen ca. 1,3 Kilogramm Kohlendioxid, was etwa der Verbrennung von einem Liter Benzin entspricht. Verarbeitung, Lagerung und Transport werden hierbei nicht berücksichtigt. Darüber hinaus enthalten viele Schokoladen Palmöl, für dessen Anbau große Teile des Regenwaldes gerodet werden.

Generell solltet ihr also beim Kauf darauf achten, dass die Schokolade kein Palmöl enthält. Fairtrade-Siegel gewährleisten außerdem, dass Bauern und Arbeiter einen gerechten Lohn erhalten. Und vegane Schokolade hat zudem den Vorteil, dass durch die Verwendung von pflanzlicher Hafermilch deutlich weniger CO2 entsteht.

Die neu entwickelte gesündere Schokolade könnte nachhaltiger sein, weil durch die Speisereste weniger Kakao benötigt wird. Abfälle weiterzuverwenden würde sich zudem nicht nur positiv auf den Geldbeutel, sondern auch auf das Klima auswirken. Denn durch das Wegschmeißen von Lebensmitteln entstehen jährlich 4,4 Millionen Tonnen Treibhausgase. Naschen könnte also in Zukunft womöglich sogar zur guten Tat werden.

(jdu)

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