Viel Gemüse anstatt Fleisch: Nach diesem Motto wird in der finnischen Hauptstadt bei öffentlichen Veranstaltungen künftig aufgetischt werden.
Viel Gemüse anstatt Fleisch: Nach diesem Motto wird in der finnischen Hauptstadt bei öffentlichen Veranstaltungen künftig aufgetischt werden. Bild: iStockphoto / Viktoriia Hnatiuk
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Helsinki will bei städtischen Veranstaltungen kein Fleisch mehr servieren

24.11.2021, 12:1924.11.2021, 12:20

Fleisch und Fisch sind ein großer Bestandteil der klassischen finnischen Küche. Nun hat sich die finnische Hauptstadt aber dazu entschlossen, ab dem 1. Januar 2022 bei öffentlichen Veranstaltungen keine Fleischgerichte mehr anzubieten, sondern stattdessen für eine breitere Gemüse- und Ersatzproduktauswahl zu sorgen. Wenn es Fisch geben soll, dann nur aus heimischen Gewässern und nachhaltiger Zucht: Damit setzt die Stadtverwaltung von Helsinki Zeichen für die Umwelt und eine nachhaltigere Esskultur.

Damit jedoch bei Veranstaltungen mit hochrangigen Funktionären die finnische Küche weiterhin repräsentiert werden kann, hat sich Bürgermeister Juhana Vartiainen eine Ausnahme von der neuen Regelung offen gehalten. Somit wird es bei diesen bestimmten Veranstaltungen Gerichte geben, die zum Beispiel heimisches Wild beinhalten. Auch äußert sich der Bürgermeister der Stadt gegenüber der finnischen Zeitung Italehi so, dass heimisches Fleisch angeboten werden könne, "wenn es bei einer speziellen Gruppe normal" wäre. Nach Ansicht des Bürgermeisters müsse es dann eher "um gesunden Menschenverstand und Einsicht" gehen.

Bessere Planung und Zero-Waste sind ebenso Teil der neuen Maßnahmen

Diese Äußerung steht im Kontrast zu der umweltbewussten und nachhaltigen Maßnahme, das Fleisch-Angebot bei künftigen Veranstaltungen zu vermeiden. Auch stellt sich die Frage, was unter dem Ausdruck "spezielle Gruppe" und "normal" zu verstehen ist. Zudem sind Kindergärten und Schulen auf Wunsch des Bürgermeisters von dem Verzicht auf Fleisch ausgenommen. Eine Begründung für diese Entscheidung fehlt.

Bei der neuen Regelung werden unter Veranstaltungen Seminare, Empfänge und Personalsitzungen gezählt. Bei diesen sollen neben dem Fleischverzicht nachhaltige Maßnahmen, wie das Einführen von pflanzlichen und zero waste Produkten Platz finden. Zudem soll die Ab- und Zusage der an der Veranstaltung Teilnehmenden im Vorhinein für eine bessere Planung sorgen und damit sowohl Lebensmittel- als auch Ressourcenverschwendung möglichst vermieden werden.

Kritik von Politikern aus ländlichen Regionen

So lobenswert die neue Regelung auf den ersten Blick scheint, so schließt sie doch keine einheitliche Lücke nachhaltig. Zudem hagelt es von Seiten einiger Politiker aus den ländlichen Regionen des Landes Kritik, die Fleisch und Fisch als Grundnahrungsmittel verstehen. Ein Verzicht darauf sei für sie nicht verständlich. Damit das Vorhaben erfolgreich umgesetzt und Helsinki auch für andere Städte zum Vorbild in puncto Klimabewusstsein werden kann, sollte die Idee vermutlich noch einmal grundlegend überdacht und verständlich gemacht werden.

(lmk)

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