Nachhaltigkeit
Sea oil rig with approaching tanker ship at sunset. 3D Render.

Öl-Konzerne sind für den Ausstoß enorm vieler Treibhausgase verantwortlich. Bild: E+ / MATJAZ SLANIC

Öl-Konzern Shell startet Klimaumfrage – und empört Greta Thunberg

Um die Umwelt zu schonen, können wir eine Menge tun: Weniger Fliegen zum Beispiel, kein Fleisch mehr essen oder vom Auto aufs Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Aber was genau machen die Twitter-Nutzer dem Klima zuliebe? Das wollte ausgerechnet der Öl- und Gaskonzern Shell wissen – und löste mit seiner Umfrage einen heftigen Shitstorm aus. Selbst Greta Thunberg und Alexandria Ocasio-Cortez meldeten sich zu Wort.

Aber von vorn: Shell wollte am Montag eine "Energiedebatte" anstoßen und fragte auf Twitter deshalb: "Was bist du bereit, zu tun, um Emissionen zu reduzieren?" Die Antwortmöglichkeiten reichen von der Kompensation von CO2-Emissionen über den Verzicht aufs Fliegen oder den Kauf eines E-Autos bis hin zur Nutzung erneuerbarer Elektrizität.

Eine berechtigte Frage eigentlich – würde sie nicht ausgerechnet von einem der weltweit größten Öl- und Gaskonzerne kommen, der für einen enormen Ausstoß an Treibhausgasen verantwortlich ist. Eben dieser Umstand verärgerte auch viele Twitter-User.

AOC spricht von "Unverschämtheit"

"Die Unverschämtheit von Shell, EUCH zu fragen, was IHR bereit seid, zu ändern", empörte sich etwa die US-amerikanische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez – und verwies in einem weiteren Tweet auf kürzlich entdeckte Unterlagen, wonach Shell bereits in den 80er-Jahren um die klimaschädliche Wirkung fossiler Energien wusste, diese Information aber bewusst zurückhielt.

Auch die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg hatte eine Antwort auf die Frage parat, was sie bereit ist, für die Umwelt zu tun: "Ich bin bereit, die fossilen Energie-Unternehmen dafür anzuprangern, wissentlich die Lebensbedingungen zahlreicher Generationen für Profit zu zerstören und dann zu versuchen, die Leute abzulenken." Die endlosen Greenwashing-Kampagnen würden einen echten Systemwechsel verhindern.

Shell bemühte sich angesichts des Gegenwinds um Schadensbegrenzung. "Um das Energiesystem zu verändern, muss jeder seinen Teil tun, darum ging es in der heutigen Energiedebatte", twitterte der Konzern. Shell selbst wolle sein Portfolio umgestalten, um die Bedürfnisse seiner Kunden nach saubererer Energie in den kommenden Jahrzehnten zu erfüllen.

Ob sich Thunberg, Ocasio-Cortez und die vielen anderen empörten Twitter-Nutzer davon überzeugen lassen, ist fraglich. Für sie es vermutlich einfach eine weitere der "endlosen Greenwashing-Kampagnen".

(ftk)

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