Nachhaltigkeit
Aerial view of Hughes Bay and west side of Antarctic Peninsula - Gerlache Strait in foreground and the peninsula in background. Antarctica. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: D.xParerx&xE.xParer-Cook 10848415

Die Westantarktis ist noch zu einem großen Teil mit Eis bedeckt, doch die Eisfläche wird kleiner. Bild: www.imago-images.de / Rights Managed

Gigantischer Antarktisgletscher schmilzt – Forscher haben Verdacht

Der Thwaites-Gletscher in der westlichen Antarktis gilt als einer der größten Gletscher weltweit. Außerdem ist er ein wichtiger Indikator für den Klimawandel. Der Eis-Gigant bedeckt über 190.000 Quadratkilometer – eine Fläche so groß wie Großbritannien oder Florida.

Doch der Koloss verliert stetig Volumen. In den letzten 30 Jahren hat sich das Schmelzwasser, das aus dem Thwaites fließt, fast verdoppelt – und ist somit für 4 Prozent des Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich.

Bereits Anfang des Jahres warnten Forscher, dass sich bei einem vollständigen Verschwinden des Gletschers der Meeresspiegel um etwa 65 Zentimeter anheben wird. Für zahlreiche Städte weltweit würde das Überflutungen bedeuten, vor allem in Ländern des globalen Südens.

Klimaforscher Mojib Latif sagte etwa der "taz" vergangenes Jahr zum Thema Meeresspiegelanstieg: "Viele Länder in Asien oder Afrika haben, anders als die Industrieländer, oft nicht die Mittel, sich anzupassen. Da ist die Verletzlichkeit der Bevölkerung größer, da entscheidet ein halber Meter mehr oder weniger dann tatsächlich über Sein oder Nicht-Sein."

Ursache liegt unter dem Gletscher

Nun haben Forscher eine mögliche Ursache für das rapide Schmelzes der Eismasse des gigantischen Gletschers gefunden. Demnach entdeckten sie Unterwasserströme, die mit warmen Wasser für ein allmähliches Auftauen des Gletschers an der Unterseite sorgen könnten. Die Wissenschaftler der International Thwaites Glacier Collaboration (ITGC) fanden heraus, dass unter dem Schelfeis verborgenen Hohlräume wahrscheinlich dafür sorgen, dass warmes Meerwasser unter dem Schelfeis nach oben fließt. Die dadurch entstehenden Ströme lassen den Gletscher dann von unten schmelzen.

March 14, 2010 - In West Antarctica, Pine Island Bay carves deeply into the Walgreen (left) and Eights (right) Coasts. Eights Coasts terminates in the Abbott Ice Shelf, which is sandwiched between the continent and Thurston Island. Thurston Island is the land at the tip of the peninsula that sticks out on into the Amundsen Sea on the right side of the image. The Walker Mountains on Thurston Island rise up out of the surrounding ice shelf. To the left of Pine Island Bay, another piece of ice juts out into the water. This is the Thwaites Ice Tongue. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: StocktrekxImages stk203254s

March 14 2010 in WEST Antarctica Pine Iceland Bay Carver Deeply into The Walgreen left and Eights Right coasts Eights coasts terminates in The Abbott ICE Shelf Which IS sandwiched between The Continent and Thurston Iceland Thurston Iceland IS The Country AT The Tip of The Peninsula Thatcher Sticks out ON into The Amundsen Sea ON The Right Side of The Image The Walker Mountains ON Thurston Iceland Rise up out of The surrounding ICE Shelf to The left of Pine Iceland Bay Another Piece of ICE juts out into The Water This IS The Thwaites ICE Tongue PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright StocktrekxImages stk203254s

Am linken Bildrand ragt eine Eiszunge ins Wasser. Das ist der Thwaites-Gletscher. Bild: imago stock&people / StockTrek Images

Mit den gesammelten Daten wollen die Wissenschaftler nun Simulieren, welchen Einfluss die Warmwasserströme, die zum Teil bis 800 Meter in die Tiefe reichen, auf den Gletscher haben. Bisher sei es dem ITGC nicht gelungen, den Anstieg des Meeresspiegels in der Westantarktis genau zu quantifizieren, "weil es so viele unbekannte Faktoren hinsichtlich des Verständnisses der Eisschildprozesse und der Reaktion der Gletscher im Laufe der Zeit gab", erklärt der Aerogeophysiker Tom Jordan gegenüber CNN.

Wichtige Erkenntnis im Kampf gegen Klimawandel

Für ihn sind die neuen Erkenntnisse ein wichtiger Schritt, die Prozesse in der Antarktis besser zu verstehen, auch wenn es nicht möglich sei, die Kanäle "an einem so entfernten Ort" zu blockieren, betont er.

Die einfachste Lösung wäre es, "den Klimawandel aufzuhalten", so Jordan. Die Forscher erhoffen sich aber auch eine "angemessene Einschätzung, was mit dem Thwaites-Gletscher passieren wird".

Das würde helfen, den Regierungen und politischen Entscheidungsträgern zu erklären, was passieren wird, wenn die Entwicklung so weitergeht.

(lau)

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