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Swiss: Lufthansa-Tochter ändert Kleidungs-Vorschriften nach schweren Vorwürfen

CHE, Schweiz , Flughafen Z
Bisher gab es bei Swiss strenge Kleiderregeln.Bild: imago images / Rüdiger Wölk
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Lufthansa-Tochter verkündet Änderung für Flugbegleiter – nach Sexismus-Vorwurf

08.02.2024, 19:32
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Röcke sind nur für Frauen? Männer sollten Croptops lieber im Schrank lassen? Nicht nur internationale Promis wie Harry Styles oder jüngst auch "Saltburn"-Star Jacob Elordi brechen immer wieder mit alten Kleidervorschriften und zeigen, wie unzeitgemäß solche Aussagen sind. Hierzulande brachte beispielsweise der Hertha-Spieler Fabian Reese Nagellack für Männer auf den Fußballplatz.

Während es also auf dem Boden immer lockerer wird in Sachen Klamotten-Vorschriften, geht es in der Luft häufig noch deutlich strenger zu. Wer als Flugbegleiter:in arbeiten will, muss sich häufig strikten Regeln unterziehen. Die Lufthansa-Tochter Swiss lockert nun jedoch ihre Anforderungen. Grund dafür ist auch ein Sexismus-Vorwurf.

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Die Schweizer Airline Swiss verändert offenbar die Klamotten-Regel für ihre Mitarbeitenden. Derartig strikte Vorschriften sind an anderen Arbeitsplätzen kaum mehr vorstellbar. Doch bislang gab es geschlechterspezifische Aussehens-Regeln. So mussten Flugbegleiterinnen bisher etwa Lippenstift tragen.

Mit dieser Pflicht soll jetzt aber Schluss sein. Davon berichtet das Portal "luzernerzeitung.ch". In Sachen Make-up soll es generell lockerer zugehen. Allen Geschlechtern ist es nun erlaubt, sich zu schminken. Das gilt auch für Nagellack.

Swiss Airline erlaubt offenbar auch Piercings und Tattoos für Mitarbeiter

Auch die Klamotten selbst können nun freier gewählt werden. Unter anderem sollen blickdichtere Strumpfhosen erlaubt sein. Vor allem aus gesundheitlicher Sicht ein lang überfälliger Schritt. Immerhin gibt es Menschen, die auf spezielle Strümpfe gegen Thrombose angewiesen sind.

ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht vom 26. Januar 2023: Sieht schick aus, kann aber bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten: roter Lippenstift. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn - Honorarfrei nur f�r Bez ...
Bisher galt bei Swiss offenbar eine Lippenstift-Pflicht für Flugbegleiterinnen.Bild: dpa-tmn / Andrea Warnecke

Darüber hinaus soll es auch weiblichen Mitarbeitenden gestattet sein, eine Krawatte zu tragen. Und auch Absatzschuhe wird man zukünftig wohl seltener bei Swiss an Board sehen. Die Crew kann von jetzt an Schnürschuhe auch mit Röcken kombinieren.

Ein besonders leidiges Thema sind Piercings und Tattoos. Wer bislang einen Job als Flugbegleiter:in anstrebte, legte sich lieber nicht unter die Nadel. Zumindest bei Swiss sollten Tinte unter der Haut und ausgefallenerer Körperschmuck zukünftig jedoch kein Problem mehr darstellen. Einzige Eingrenzung: Die Tattoos sollen nicht im Gesicht oder auf den Händen sein, auch anstößige Motive sind weiterhin ein No-Go.

Sexismus-Vorwurf regte offenbar Umdenken bei Swiss an

Doch was ist die Ursache für das plötzliche Umdenken bei der Lufthansa-Tochter? Ganz von allein ist die Airline wohl nicht auf die Idee gekommen. Laut "luzernerzeitung.ch" war es auch ein Artikel des Personalverbands im Swiss-Mitgliedsmagazin, der die Fluggesellschaft zu den Anpassungen bewegte. Der Titel des Textes fasst die Problematik hinter antiquierten Kleiderordnungen zusammen. In "Geisha der Lüfte – Uniform und Sexismus" wurden die Regeln auf den Prüfstand gestellt.

Swiss scheint damit jedenfalls einen größeren Trend zu bestätigen. Auch andere Fluggesellschaften haben nämlich ihre Vorschriften angepasst. So dürfen bei der britischen Gesellschaft Airline Virgin Atlantic beispielsweise auch männliche Crewmitglieder Röcke tragen.

Ampel: Schärfere Regeln sollen Bürgergeldbezieher in Arbeit bringen
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Die Bundesregierung will mit schärferen Regeln mehr Bezieher von Bürgergeld zur Aufnahme einer Arbeit bewegen. So soll künftig ein längerer Weg zur Arbeit zumutbar sein, das Ablehnen einer zumutbaren Arbeit mit erhöhten Leistungskürzungen geahndet werden und auch Schwarzarbeit zu Kürzungen führen. Die Maßnahmen sind Bestandteil der sogenannten Wachstumsinitiative der Ampel-Koalition, die die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung bringen soll.

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