16.08.2022, Brandenburg, Schwedt: Andreas Hein, Ranger bei der Naturwacht Brandenburg, steht mit Schutzbekleidung im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder und ho ...
Freiwillige haben Tausende "stinkende Fischkadaver" aus der Oder gefischt.Bild: dpa / Patrick Pleul
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Ursache für Fischsterben? Giftige Algenart in Oder identifiziert

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17.08.2022, 13:2917.08.2022, 17:04

Ursache für Fischsterben? Giftige Algenart in Oder identifiziert

Auf der Suche nach der Ursache für das massenhafte Fischsterben in der Oder haben die Forscher weiter eine giftige Algenart im Blick, die sich im Fluss rasant entwickelt hat. Mittlerweile sei die Mikroalge mit dem Namen Prymnesium parvum identifiziert worden, sagte der Gewässerökologe Christian Wolter der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. "Die Art ist bekannt dafür, dass es gelegentlich zu Fischsterben kommt".

Unklar sei nach wie vor, ob das Toxin der Alge der Grund für das Fischsterben in der Oder sei. Ob sie in diesem Fall Giftstoffe produziert hat, müsse noch nachgewiesen werden, betonte der Forscher des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Für den Menschen sei das Toxin der Alge aber ungefährlich.

EU-Kommissar erteilt Mehrwertsteuer-Ausnahme endgültige Absage

Die von der Bundesregierung gewünschte Ausnahme von der Mehrwertsteuer für die geplante Gasumlage ist endgültig vom Tisch. Der gegenwärtige rechtliche Rahmen lasse eine Ausnahme für die Gasumlage nicht zu, schrieb EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Mittwoch in einem Brief an Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP).

May 23, 2022, Brussels, Brussels Capital Region, Belgium: Paolo Gentiloni, European Commissioner for Economy, left, and Christian Lindner, Germany s finance minister, right, at an Eurogroup meeting at ...
Der rechtliche Rahmen lasse eine Ausnahme für die Gasumlage nicht zu, schrieb EU-Kommissar Paolo Gentiloni am Mittwoch in einem Brief an Bundesfinanzminister Christian Lindner.Bild: imago images/ZUMA Wire / imago images

Es sei auch nicht möglich für die Kommission, in diesem Fall Abweichungen von der Mehrwertsteuer-Richtlinie vorzuschlagen. Dies sei nur bei verfahrenstechnischen Fragen möglich, nicht aber, wenn es um die Höhe der Steuer gehe, schrieb Gentiloni. Der Brief lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Deutschland habe aber verschiedene andere Optionen, um Verbraucher weniger zu belasten, schrieb der italienische Politiker. Etwa die Rückzahlung der Steuern an die Verbraucher:innen oder die Senkung der Umlage.

Mitarbeiter zeigt israelischer Sportdelegation den Hitlergruß

Während der European Championships in München soll ein Sicherheitsmitarbeiter den Mitgliedern einer israelischen Delegation den Hitlergruß gezeigt haben. Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, wurde der 19-Jährige am Dienstagabend umgehend von einem Polizisten festgenommen, der die Tat beobachtet hatte. Zunächst hatte "Bild" über den antisemitischen Vorfall berichtet.

Laut Polizei waren 16 Funktionäre und Sportler aus Israel im Olympiapark unterwegs, um Gedenkstätten des Terroranschlags auf die israelische Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 zu besuchen. Einer von vier Ordnern eines Berliner Sicherheitsdienstes wurde während des Rundgangs von dem Beamten dabei beobachtet, wie er die verbotene NS-Geste gezeigt habe, berichtete die Polizei. Die Delegation selbst soll davon nichts bemerkt haben.

Im Olympiapark in München findet ein Großteil der sportlichen Wettkämpfe statt.
Im Olympiapark in München findet ein Großteil der sportlichen Wettkämpfe statt. Bild: imago/mis

Bei dem Anschlag eines palästinensischen Terrorkommandos in München starben 1972 elf israelische Sportler und Trainer sowie ein deutscher Polizist.

Abbas' Holocaust-Vergleich: Union kritisiert Scholz

Die Union hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wegen seines Umgangs mit einem Holocaust-Vorwurf von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gegen Israel kritisiert. Der Kanzler hätte dem Palästinenserpräsidenten "klar und deutlich widersprechen und ihn bitten müssen, das Haus zu verlassen!", argumentierte CDU-Chef Friedrich Merz.

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Das Schweigen des Kanzlers zum Holocaust-Vergleich von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sorgt für viel Kritik.Bild: IMAGO / Jürgen Heinrich

Abbas hatte Israel bei seinem Besuch in Berlin vielfachen "Holocaust" an den Palästinensern vorgeworfen und damit Empörung ausgelöst. "Israel hat seit 1947 bis zum heutigen Tag 50 Massaker in 50 palästinensischen Orten begangen", sagte er am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Scholz im Kanzleramt und fügte hinzu: "50 Massaker, 50 Holocausts."

Der SPD-Politiker verfolgte die Äußerungen mit versteinerter Miene. Sein Sprecher Steffen Hebestreit hatte die Pressekonferenz unmittelbar nach der Antwort Abbas' für beendet erklärt.

Hebestreit berichtete später, dass Scholz empört über die Äußerung Abbas' gewesen sei. Am Mittwoch hat Scholz Abbas' Vorwurf noch einmal scharf kritisiert. "Ich bin zutiefst empört über die unsäglichen Aussagen des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas", schrieb der SPD-Politiker am Mittwoch auf Twitter. "Gerade für uns Deutsche ist jegliche Relativierung des Holocaust unerträglich und inakzeptabel. Ich verurteile jeden Versuch, die Verbrechen des Holocaust zu leugnen."

Auch Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Äußerungen Abbas' deutlich kritisiert. Merkel verurteile die Aussagen "auf das Schärfste", teilte eine Sprecherin von Merkels Büro am Mittwoch der "Bild"-Zeitung mit.

Trump-Kritikerin Cheney verliert Wyoming-Vorwahlen

Die wichtigste innerparteiliche Kritikerin des früheren US-Präsidenten Donald Trump, Liz Cheney, wird dem Repräsentantenhaus von Januar an nicht mehr angehören. Die Republikanerin räumte in der Nacht zum Mittwoch ihre Niederlage gegen ihre parteiinterne Kontrahentin Harriet Hageman ein, die von Trump unterstützt worden war. Hageman wird damit in dem Wahlkreis in Wyoming bei den Kongresswahlen im November für die Republikaner antreten. Cheneys Niederlage war erwartet worden. Sie machte aber deutlich, dass sie weiter gegen Trump kämpfen werde.

Liz Cheney stimmte für die Eröffnung eines zweiten Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump.
Liz Cheney stimmte für die Eröffnung eines zweiten Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump. Bild: IMAGO / MediaPunch

Cheney gehörte zu den zehn republikanischen Kongressabgeordneten, die nach dem Angriff auf das Kapitol für die Eröffnung eines zweiten Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump stimmten. Im Senat kam die notwendige Mehrheit für eine Verurteilung aber nicht zustande. Bald darauf wurde Cheney auf Trumps Druck hin aus einem Führungsamt in ihrer Fraktion abgewählt.

EM-Gold für Niklas Kaul und Gina Lückenkemper

Als erste deutsche Sprinterin seit zwölf Jahren gewinnt Gina Lückenkemper 100-m-Gold bei der EM. Die 25-Jährige setzte sich im Olympiastadion nach einem packenden Finish in 10,99 Sekunden vor der zeitgleichen Schweizerin Mujinga Kambundji durch. Bronze ging an die Britin Daryll Neita (11,00).

Nach dem Sieg musste Lückenkemper wegen einer Verletzung am Bein im Krankenhaus genäht werden. Lückenkemper zu ihrer Verletzung: "Ich weiß noch nicht genau, woher die Wunde kommt. Ob vom Sturz oder etwas anderem. Aber mir geht es gut! Ich bin überglücklich und kann das alles noch gar nicht so richtig fassen", schrieb sie danach.

Gina Lückenkemper im Siegestaumel nach dem 100-Meter-Sprint
Gina Lückenkemper im Siegestaumel nach dem 100-Meter-SprintBild: IMAGO / Beautiful Sports

Auch Zehnkampf-Ass Niklas Kaul hat nach einem sensationellen Endspurt noch die Goldmedaille bei der EM in München gewonnen. Damit feierte der 24-Jährige nach dem WM-Coup von 2019 den zweiten großen Triumph seiner Karriere. Mit 8545 Punkten siegte er am Dienstag vor dem Schweizer Simon Ehammer, der auf 8468 Punkte kam.

(ast/mit Material von dpa/afp)

Ermittlungen gegen Klimaaktivisten wegen Behinderung von Rettungskräften ++ Berlin verlängert 29-Euro-Ticket
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Nach dem schweren Betonmischer-Unfall, bei dem es laut Feuerwehr wegen einer Blockadeaktion von Klima-Aktivisten zu Verzögerungen bei der Rettung gekommen ist, ermittelt die Polizei gegen zwei der Blockierer. Gegen einen 63-Jährigen und einen 59-Jährigen werde wegen unterlassener Hilfeleistung beziehungsweise der Behinderung hilfeleistender Personen ermittelt, sagte ein Sprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Sprechers sollen sich die Aktivisten an einer Schilderbrücke auf der A100 festgeklebt haben.

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