Durch die Pipeline Nord Stream 1 soll vorerst gar kein Gas mehr fließen.
Durch die Pipeline Nord Stream 1 soll vorerst gar kein Gas mehr fließen.Bild: dpa / Stefan Sauer
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Kein Gas mehr durch Nord Steam 1 ++ 25-Jähriger stirbt nach brutaler Attacke während CSD

Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.
02.09.2022, 18:58

Keine Gaslieferung mehr durch Nord Steam 1

Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wird von diesem Samstag an anders als angekündigt weiter kein Gas fließen. Das teilte der Staatskonzern Gazprom am Freitagabend bei Telegram mit. Grund sei ein Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja. Bis zur Beseitigung bleibe der Gasdurchfluss gestoppt. Es war damit gerechnet worden, dass nach Abschluss der angekündigten dreitägigen Wartungsarbeiten ab Samstagmorgen wieder Gas durch die Leitung fließt.

Gazprom zufolge ist das Leck bei den gemeinsam mit Experten von Siemens Energy erledigten Wartungsarbeiten an der Station festgestellt worden. Das ausgetretene Öl sei an mehreren Stellen gefunden worden. Es sei nicht möglich, den sicheren Betrieb der letzten dort noch verbliebenen Gasturbine zu garantieren. Schon in der Vergangenheit sei es zu solchen Ölaustritten gekommen, hieß es.

Bund hebt Coronavirus-Warnung auf

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hebt die seit über zwei Jahren bestehende Coronavirus-Warnung auf. Auf der Webseite des BBK heißt es dazu offiziell:

"Heute am 2. September 2022 erfolgt die Entwarnung der bundesweiten Corona-Warnmeldung mit dem Titel „Coronavirus: Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit“ in der Warn-App NINA. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das für die Meldung verantwortlich ist, hat sich hierzu in enger Abstimmung mit dem BBK entschlossen."

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Coronavirus keine Gefahr mehr für die Menschen in Deutschland darstelle. Die Einhaltung der altbekannten AHA-Regeln wird weiterhin empfohlen. Es würde auch zukünftig dringend angeraten, die Angebote für die Corona-Schutzimpfung zu nutzen. Durch die Entwarnung werde die Übersichtlichkeit der Warn-App NINA wieder deutlich gesteigert.

Nach Attacke während CSD in Münster: 25-Jähriger tot

Als zwei Frauen während der CSD-Parade in Münster homophob beleidigt werden, schreitet ein 25-jähriger Mann ein. Während seines Schlichtungsversuchs wird er jedoch selbst Opfer einer brutalen Attacke: Ein bislang Unbekannter schlägt ihn zu Boden. Das Ganze geschah am 27. August. Am Freitag veröffentlicht die Polizei Münster die schockierende Nachricht: Der 25-Jährige ist seinen Verletzungen erlegen.

Der Verein Trans* Inter* Münster e.V. schreibt auf seiner Webseite, dass das Opfer ein Trans*Mann gewesen sein soll und vermutet einen queerfeindlichen Angriff.

Felix Adrian Schäper vom Verein  Trans*Inter*-Münster kniet vor einer Fahne mit Gedenksteinen, die Menschen auf dem Hafenplatz ausgelegt haben.
Felix Adrian Schäper vom Verein Trans*Inter*-Münster kniet vor einer Fahne mit Gedenksteinen, die Menschen auf dem Hafenplatz ausgelegt haben.Bild: dpa / David Inderlied

Der circa 18 bis 20 Jahre alte Täter ist noch immer nicht gefasst. Er ist nach dem Angriff zu Fuß mit einem Begleiter geflüchtet.

G7-Finanzminister wollen Preisdeckel auf russisches Öl

Die Finanzminister:innen der G7 wirtschaftsstarker Demokratien wollen einen Preisdeckel auf russisches Öl durchsetzen. In einer gemeinsamen Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, forderten sie am Freitag zudem alle Länder, die russisches Öl importieren, auf, sich dieser Maßnahme anzuschließen. "Wir streben eine breite Koalition an, um die Effektivität zu maximieren", heißt es in dem Papier.

Bild: Stringer/dpa

Im Kern will man Russland dazu zwingen, Öl künftig für einen deutlich niedrigeren Preis an große Abnehmer wie Indien zu verkaufen. Die Hoffnung ist, dass das zum einen die globalen Ölmärkte entspannt und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Energiepreise abfedert. Zugleich würde Russland dadurch nicht mehr von Preisanstiegen für Öl profitieren und damit seine Kriegskasse füllen können.

EU-Kommission schlägt Strom-Preisdeckel und Übergewinnsteuer vor

Um die hohen Stromrechnungen der Verbraucher:innen in Europa zu senken, schlägt die EU-Kommission staatliche Preisdeckel sowie eine Übergewinnsteuer vor. Das geht aus einem Papier zu "Notfall-Eingriffen auf dem Strommarkt" hervor, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Der Sprecher der deutschen Grünen im Europaparlament, Rasmus Andresen, rief Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) am Freitag auf, seine "Blockadehaltung" gegen eine Übergewinnsteuer aufzugeben.

Ursula Von der Leyen will die Funktionsweise der europäischen Strommärkte optimieren.
Ursula Von der Leyen will die Funktionsweise der europäischen Strommärkte optimieren.Bild: IMAGO/Political-Moments

Wegen der massiv gestiegenen Energiepreise will die Behörde von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen "die Funktionsweise der europäischen Strommärkte optimieren und die Auswirkungen der Gaspreise auf die Verbraucherpreise verringern", wie es in dem 23-seitigen Papier heißt. Es dient als Vorlage für das Dringlichkeitstreffen der EU-Energieminister kommende Woche Freitag in Brüssel.

Koalitionsausschuss tagt am Samstag zu Entlastungspaket

Die Parteien der Ampel-Koalition wollen am Samstag eine Einigung über ein drittes Entlastungspaket suchen.
Die Parteien der Ampel-Koalition wollen am Samstag eine Einigung über ein drittes Entlastungspaket suchen.Bild: IMAGO/Chris Emil Janßen

Die Parteien der Ampel-Koalition wollen am Samstag eine Einigung über ein drittes Entlastungspaket suchen. Der Koalitionsausschuss komme dazu am Vormittag zusammen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Koalitionskreisen. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte am Mittwoch ein "wuchtiges Paket" zur Entlastung von Bürgern und Unternehmen angesichts der stark gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten angekündigt.

Biden warnt vor "Extremist" Trump

In einer eindringlichen und angriffslustigen Rede hat US-Präsident Joe Biden vor dem Niedergang der amerikanischen Demokratie durch seinen Vorgänger Donald Trump gewarnt. "Donald Trump und die MAGA-Republikaner repräsentierten einen Extremismus, der die Grundfesten unserer Republik bedroht", sagte Biden bei einer Wahlkampfveranstaltung in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Joe Biden ist seit 20. Januar 2021 Präsident der USA.
Joe Biden ist seit 20. Januar 2021 Präsident der USA.Bild: www.imago-images.de / imago images

Der Versuch, die Machtübergabe vergangenes Jahr zu verhindern, sei für diese nur eine "Vorbereitung für die Wahlen 2022 und 2024" gewesen. Trump kokettiert seit Monaten immer deutlicher mit einer Kandidatur für 2024. MAGA steht für sein früheres Wahlkampfmotto "Make America Great Again" (auf Deutsch etwa: "Macht Amerika wieder großartig"). Der Ex-Präsident weigert sich bis heute, seine Niederlage 2020 einzugestehen.

Piloten-Streik hat begonnen

Die Piloten der Lufthansa sind am Freitag in einen ganztägigen Streik getreten. Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit am Freitagmorgen sagte, hat der Streik wie geplant begonnen. Lufthansa hatte bereits am Donnerstag angesichts der Drohung nahezu das komplette Programm an den Drehkreuzen München und Frankfurt gestrichen. Betroffen sind rund 130 000 Passagiere von mehr als 800 ausfallenden Flügen.

Bereits im Juli hatte Ver.di Streiks organisiert, damals des Bodenpersonals. Das führte zu langen Schlangen.
Bereits im Juli hatte Ver.di Streiks organisiert, damals des Bodenpersonals. Das führte zu langen Schlangen.Bild: www.imago-images.de / imago images

Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Piloten der Kerngesellschaft wie auch der Frachttochter Lufthansa Cargo zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Anlass sind die aus Sicht der Gewerkschaft gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag. Die VC verlangt nach eigenen Angaben Gehaltssteigerungen von 5,5 Prozent im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich ab dem kommenden Jahr. Die Lufthansa hatte nach eigenen Angaben eine pauschale Erhöhung von 900 Euro monatlich angeboten.

(stu/ast/and/mit Material von dpa)

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Norddeutscher Strom-Vorstoß sorgt in Bayern für Ärger
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Die norddeutschen Flächenländer sprechen sich für eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Preiszonen beim Strom aus. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" wollen die Länder so für mehr Gerechtigkeit bei den Strompreisen sorgen. "Wenn ich da lebe oder produziere, wo auch die Energie produziert oder angelandet wird, muss diese Energie dort auch günstiger sein", wird etwa Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) zitiert. Der Norden trage seit Jahren die Hauptlast der Energiewende.

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