Fußball: Bundesliga, Bayern München - 1. FC Union Berlin, 28. Spieltag in der Allianz Arena. Jerome Boateng von München wärmt sich auf.

Jerome Boateng muss den FC Bayern im Sommer verlassen. Bild: dpa / Sven Hoppe

Drama um Boateng: Der Bayern-Star wird zum Spielball im Machtkampf

Der FC Bayern wird den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Jérôme Boateng nicht verlängern. Das machte vor einer Woche Sportvorstand Hasan Salihamidžić beim TV-Sender sky unmissverständlich deutlich. "Das ist eine gemeinsame Entscheidung der Vereinsführung, in die war der Trainer auch eingebunden", sagte der Sportvorstand. Doch nun kommen immer mehr Details ans Tageslicht, die zeigen: In der Personalie Boateng spitzt sich der Machtkampf zwischen Salihamidžić und Flick weiter zu und zeigt, wie gespalten die Führungsebene ist.

Trotz weiterhin starker Leistung wie am Dienstagabend beim Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain wollen die Münchner die Zusammenarbeit im Sommer nach über zehn Jahren beenden.

Anfang April soll laut "Sport-Bild" Salihamidzic dem Management des 32-Jährigen mitgeteilt haben, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Der Grund: Boatengs hohe Verletzungsanfälligkeit und der inkonstanten Leistungen in den vergangenen Jahren. Beim Management des Innenverteidigers sorgte das für Verwunderung. Unter Flick kämpfte sich Boateng aus seinem Formtief und war ein wichtiger Baustein zum Triple-Erfolg im vergangenen Jahr.

Auch beim Bayern-Coach sorgte diese Nachricht für Verärgerung. Flick betonte immer wieder, für wie wichtig er einen erfahrenen und zuverlässigen Defensivmann wie Boateng hält. "Er hat hart an sich gearbeitet, um wieder auf dieses Niveau zu kommen. Jérôme ist wieder in Topform und hat die letzten Spiele herausragend gespielt", sagte der Trainer vor einigen Wochen. Es herrschte also erneut große Uneinigkeit zwischen Flick und Salihamidžić.

Den Machtkampf des Trainers mit dem Sportchef heizt dieser Konflikt demnach weiter an und sorgte in der gesamten Führungsebene für eine Krise. Denn anders als Sportvorstand Salihamidžić zeigte sich der Vorstandsvorsitzende und Flick-Befürworter Karl-Heinz Rummenigge bei einem Treffen mit Boatengs Beratern einen Tag später offen für weitere Verlängerung. Die Konditionen dabei waren klar: ein Jahr Laufzeit und etwas weniger Geld. Er bat die Boateng-Seite um einige Wochen Geduld.

Hoeneß giftet bei RTL gegen Boateng

Doch was zunächst wie ein Hoffnungsschimmer aussah, wurde Boateng spätestens von Bayerns einflussreichem Ehrenpräsident Uli Hoeneß während der EM-Quali bei RTL versaut. Dieser sprach sich eindeutig gegen Boateng im zukünftigen EM-Kader und für BVB-Verteidiger Hummels aus. Für Boateng und seinen Befürworter Flick ein Schlag ins Gesicht. Flick reagierte auch öffentlich mit Unverständnis und sagte auf einer Pressekonferenz: "Ich kenne es von Bayern München, dass man seine Spieler immer unterstützt über Jahre hinweg."

Doch spätestens mit der Hoeneß Aussage war klar, wie gespalten die Personalie im Verein gesehen wird und, dass die Geschichte Boatengs beim FCB ihr baldiges Ende nehmen wird.

Salihamidžić verkündet Boateng-Aus zu ungünstigen Zeitpunkten

Doch mit der Verkündung bei sky nur wenige Minuten vor dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris sorgte Salihamidžić auch für Verärgerung bei den Bayern-Bossen, die den Zeitpunkt als unpassend empfanden.

Dem Innenverteidiger selbst teilte der Sportvorstand die Entscheidung auch erst am Spieltag während des Anschwitzens mit. Besonders diese Aktion, direkt vor einem so wichtigen Spiel, sorgt bis heute für Verärgerung bei sowohl Boateng, seinen Mitspielern.

Der Machtkampf beim FCB läuft also weiter und wird wohl nicht der letzte Punkt sein, in dem sich die Flick und Salihamidžić nicht einig sind.

(nb)

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