BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) und Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge im Januar 2017 bei einem Kongress in Düsseldorf.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) und Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge im Januar 2017 bei einem Kongress in Düsseldorf.
Bild: imago/Norbert Schmidt

Watzke adelt Rummenigge nach Bayerns Triple-Sieg – BVB-Boss warnt aber auch vor "Gerede"

25.08.2020, 12:42

Hans-Joachim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge sind nicht immer einer Meinung. Es gab Zeiten, da galt das Verhältnis zwischen dem BVB-Geschäftsführer und dem Bayern-Boss sogar als extrem unterkühlt. Vor einigen Jahren sagte Watzke über Rummenigge beispielsweise Sätze wie: "Es gibt Menschen, denen ich positiver gesinnt bin" oder "Die Welt braucht keine Freundschaft Watzke-Rummenigge, da stirbt auch keiner." Im Jahr 2014 war das, zu dieser Zeit ging es um ein mögliches Münchner Interesse an Marco Reus ("Der FC Bayern will ja eh jeden Spieler von uns").

Umgekehrt hieß es damals aus Rummenigges Richtung: "Ich habe Respekt vor Borussia Dortmund, aber ich glaube nicht, dass wir eine Friedenspfeife rauchen müssen."

Die beiden Macher der größten beiden deutschen Fußballklubs Borussia Dortmund und Bayern München sind sich ihrer Konkurrenz bewusst und stichelten in der Vergangenheit immer wieder öffentlich gegeneinander.

BVB-Boss Watzke lobt Champions-League-Sieger Bayern München und Rummenigge: "Krönung seines Schaffens"

Doch aktuell gibt es offenbar eine länger währende Pause im verbalen Dauer-Zwist der Fußball-Alphamännchen. Zumindest kommen aus dem Dortmunder Lager momentan äußerst respektvolle, fast schon versöhnliche Töne.

Er habe sich "sehr über diesen Erfolg des FC Bayern München gefreut", sagte Aki Watzke nach dem Champions-League-Sieg des deutschen Dauermeisters gegenüber der "Welt": "Die Bayern haben verdientermaßen das Finale und auch die Champions League gewonnen."

Rummenigge bekam von Watzke gar eine Sondergratulation: "Für Karl-Heinz Rummenigge habe ich mich ganz besonders gefreut. Dieser Erfolg ist die Krönung seines Schaffens beim FC Bayern", erklärte der BVB-Geschäftsführer.

Andächtig spaziert Rummenigge mit dem Henkelpott über den Rasen im Lissaboner Estádio de la Luz, wo das Finale der Champions League stattfand.
Andächtig spaziert Rummenigge mit dem Henkelpott über den Rasen im Lissaboner Estádio de la Luz, wo das Finale der Champions League stattfand.
Bild: imago images/peter schatz

Die beiden hätten "sehr viele Schlachten gegeneinander geschlagen und noch mehr Schlachten gemeinsam", sagte Watzke. Ihre Beziehung sei "sehr belastbar", obwohl es eine solch große sportliche Rivalität zwischen Borussia Dortmund und Bayern München gibt.

Der Champions-League-Triumph des FCB habe auch "eine Bedeutung für den deutschen Fußball insgesamt", befand Watzke: "Zwei Vereine im Halbfinale (Bayern und RB Leipzig, d. Red.), einen davon als Gewinner des Wettbewerbs – das hat noch einmal unterstrichen, dass der deutsche Fußball nicht so schlecht ist, wie uns das viele Leute weismachen wollten."

Nach Bayerns CL-Triumph: Watzkes Warnung vor "Gerede"

Doch Watzke warnte auch, dass der Bayern-Erfolg nun nicht bedeutet, "die Bundesliga hätte jetzt dauerhaft die Herrschaft über den europäischen Vereinsfußball übernommen." Der BVB-Manager erinnerte daran, dass es "dieses Gerede" bereits im Jahr 2013 gegeben habe, "als die Bayern und wir gemeinsam im Champions-League-Finale gestanden haben".

Auch in der kommenden Saison sieht Watzke dennoch den FC Bayern München als einen der Favoriten auf den Titel in der Königsklasse: "Die Mannschaft ist außergewöhnlich stark".

Bereits vor dem Champions-League-Endspiel am Sonntag hatte Watzke im Interview mit RTL im BVB-Trainingslager im Schweizer Bad Ragaz über den Konkurrenten aus der bayerischen Landeshauptstadt gesagt: "Sie machen es seit zwei, drei Jahren exzellent, da vergebe ich mir nichts. Die haben eine grandiose Mannschaft" – Watzke hatte sogar gehofft, dass die Bayern in diesem Jahr die Champions League gewinnen. Das Daumendrücken für den Erzfeind scheint geholfen zu haben.

(as)

Babbel attackiert Trainer: Flick rede nur "gequirlte Kacke"

Die Handlungen von Fußballtrainern stimme oft nicht mit dem überein, was sie öffentlich sagen. Das beklagt der frühere Nationalspieler Markus Babbel in einem Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick".

Babbel, selbst einst Coach für verschiedene Klubs, wählt harte Worte für Trainer wie Hansi Flick, Friedhelm Funkel oder Adi Hütter. "Mir geht da einiges auf den Zeiger. Mir fehlt die Ehrlichkeit, es wird nur noch rumgeeiert", so der 48-Jährige.

"Dazu diese diplomatischen Aussagen, mit denen keiner …

Artikel lesen
Link zum Artikel