Toni Kroos, Nationalspieler und Spieler bei Real Madrid, äußerte sich klar gegen die Super League.
Toni Kroos, Nationalspieler und Spieler bei Real Madrid, äußerte sich klar gegen die Super League.
Bild: www.imago-images.de / Oscar J. Barroso

"Guter Zeitpunkt, aufzuhören": Das waren Kroos' deutliche Worte zur Super League

21.04.2021, 12:2421.04.2021, 12:23

Sie sorgen für viel Aufregung und Kritik: die Pläne zur Gründung einer Super League. Auch Toni Kroos, Nationalspieler und Star bei Real Madrid, lehnt die Pläne ab. Im Podcast "Einfach mal Luppen", den Kroos gemeinsam mit seinem Bruder Felix macht. Bereits im November erklärte der Mittelfeldstratege: "Wir entscheiden sowas als Spieler ja leider nicht. Wir sind nur die Marionetten von FIFA und UEFA. Wenn es eine Spielergewerkschaft geben würde, dann würden wir auch keine Nations League oder keinen spanischen Supercup in Saudi-Arabien spielen".

Zudem fügte Kroos hinzu, es gehe bei solchen Wettbewerben darum, "alles finanziell herauszusaugen". Und er sagte, er sei ein großer Fan davon, Dinge so zu lassen, wenn sie gut sind. "Die Ligen sind gemeinsam mit der Champions League, der WM und der EM schon Top-Produkte", so Kroos.

Vergrößerte Kluft zwischen Vereinen

Aus rein sportlicher Sicht fände er die Liga zwar interessant, da es nur Spiele auf höchstem Niveau gäbe und die Einschaltquoten gut wären. Doch die Nachteile überwiegen für den Nationalspieler: "Die Kluft zwischen den großen und den kleineren Vereinen geht dadurch noch weiter auseinander. Es kann nicht immer noch höher, schneller, weiter und noch mehr Geld machen heißen."

Auch sein Bruder Felix teilt diese Ansicht. "Hat das einen Wert, diese Super Liga zu gewinnen – oder die Nations League? Die Tradition ist doch am wichtigsten. Jeder kennt den Weltmeister 1954 aber keiner den Sieger der letzten Nations League. Es geht wieder nur ums Geld. Ich habe aber Sorge, dass die Liga irgendwann kommen wird." So zogen die Brüder schon damals ein klares Fazit: "Ohne uns. Wir machen da nicht mit". Toni Kroos ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte, "es wäre ein guter Zeitpunkt, dann aufzuhören".

Erdbeben im europäischen Fußball

Am Montag hatte eine Gruppe von zwölf internationalen Topklubs mit der Gründung der geschlossenen Super League für ein Erdbeben im europäischen Fußball gesorgt. In der Super League sollen nur die besten Vereine aus Europa antreten. Zwölf Top-Klubs bestätigten ihre Teilnahme bereits. Angeführt von Real Madrid, Juventus Turin und Manchester United, deren Vertreter den Vorstand der erlösträchtigen Vereinigung bilden sollen, sind insgesamt sechs Clubs aus England und je drei aus Spanien und Italien in der Nacht von Sonntag zu Montag aus der Deckung gekommen.

Real-Madrid-Präsident Florentino Pérez argumentierte in der Mitteilung mit der angeblich weltweiten Nachfrage nach einem neuen Wettbewerb, der über eine ganze Saison hinweg zahlreiche Spitzenspiele mit vielen der klangvollsten Namen des europäischen Fußballs garantiert. Starten soll die Super League schon im August.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat bereits drastische Sanktionen bis hin zum EM- und WM-Aus der Spieler der Super-League-Vereine ausgesprochen. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino lehnt die neue Super League ab und hat den Gründerclubs nicht näher definierte "Konsequenzen" angedroht. Es gebe "keinerlei Zweifel" an der Position des Weltverbandes, sagte der Schweizer am Dienstag während des Kongresses der Europäischen Fußball-Union in Montreux.

(pas)

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