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Ende August in Lissabon. Die Anzugträger des FC Bayern und Abwehrspieler David Alaba (r.) freuen sich über die gewonnene Champions League. Bild: Peter Schatz / Pool / imago images

Fall Alaba: Einer der Bayern-Bosse ist auffällig leise

Die Fronten sind verhärtet. Seit Monaten schwelt zwischen David Alaba und dem FC Bayern München ein Streit, die Parteien können sich nicht auf eine Vertragsverlängerung des Abwehrchefs einigen. Das Arbeitspapier des 28-jährigen Abwehrchefs läuft im kommenden Sommer am 30. Juni 2021 aus.

Längst sind Details aus den Verhandlungen nach außen gedrungen, es gab öffentliche Anschuldigungen von allen Seiten. Es ist ein schmutziges Hin und Her, was wurde nicht schon alles gesagt. Hier einmal im Schnelldurchlauf.

FC Bayern und Alaba: Was bisher geschah

David und George Alaba, Pini Zahavi, Uli Hoeneß, Hasan Salihamidzic, Herbert Hainer, Hansi Flick, Karl-Heinz Rummenigge. Fast jeder der Beteiligten hat sich in jüngster Zeit öffentlich zum Stand der Dinge geäußert oder Behauptungen aufgestellt.

Nur der zukünftige Vorstandsboss Oliver Kahn schweigt

Nur einer hält sich seit längerem schon fein aus der Sache heraus: Oliver Kahn. Der 51-jährige Ex-Kapitän des FCB war zwar zuletzt am Dienstag mit zum Champions-League-Spiel nach Salzburg gereist, doch auch dort trat er erneut nicht im Fernsehen mit einem Statement zu Alaba in Erscheinung.

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In den Armen des Titans: Oliver Kahn drückt David Alaba. Bild: www.imago-images.de / bGEPA pictures/ Mathias Mandl

Kahn gehört seit Januar zum Vorstand des FC Bayern München, ab Januar 2022 wird er Rummenigge als Vorstandsvorsitzender beerben. Laut einem Bericht der "Bild" (Freitag) befindet sich Kahn aktuell in der Einarbeitung für diese Position. Dies sei auch der Grund, warum er so lange nichts mehr zur Causa Alaba gesagt habe. Er habe sich ganz bewusst entschieden, dass nur die im Tagesgeschäft handelnden Personen in der Öffentlichkeit etwas zum Fall sagen: Rummenigge, Salihamidzic und Hainer.

"Kicker": Kahn in zehntägiger Corona-Quarantäne

Laut einem Bericht des Fachmagazins "Kicker" (Donnerstag) befindet sich Kahn nun für zehn Tage in freiwilliger häuslicher Quarantäne, da es einen Corona-Fall in seinem privaten Umfeld gegeben habe. Er wolle kein Risiko eingehen. Es wird also auch in den kommenden Tagen eher unwahrscheinlich sein, dass sich der ehemalige Nationaltorhüter zu Wort meldet.

Zuletzt hatte sich Kahn knapp eine Woche nach der "Piranha"-Aussage von Hoeneß im "Doppelpass" klar zu Alaba geäußert. Er sagte am Rande des Bundesliga-Auftakts gegen Schalke 04 (8:0), dass Bayern den Vertrag mit dem Topspieler nicht um jeden Preis verlängern will: "Wir leben nicht mehr in der Fußballwelt vor Corona." Der Klub müsse die "wirtschaftliche Seite bedenken. Wir sind gut beraten, Ruhe zu bewahren. Wir sind weiter mit ihm im Austausch. Er weiß, wie sehr wir ihn als Mensch und Spieler schätzen."

Nach dem Einzug ins Endspiel der Königsklasse klang Kahn noch optimistisch

Im August, am Tag nach dem Champions-League-Finaleinzug, klang Kahn noch viel positiver: "Wir sind momentan in häufigen Gesprächen mit David Alaba und seinen Beratern. Ich denke, wir nähern uns beide an. Das letzte Gespräch war sehr angenehm in der Atmosphäre." Es sei "kein Geheimnis, dass wir als Klub alles versuchen, um David hier zu halten", erklärte Kahn damals. "Er weiß selber, was er gerade in diesen Zeiten am FC Bayern hat. Im Moment sehe ich das sehr, sehr optimistisch, dass wir ihn hier beim FC Bayern halten können."

So optimistisch sind aber längst nicht mehr alle. Acht Monate bleiben dem FC Bayern und Alaba noch im verfahrenen Vertragsstreit, der Kontrakt des Spieler läuft am 30. Juni 2021 aus. Nach den vorerst abgebrochenen Verhandlungen seitens des Klubs und den jüngsten öffentlichen Aussagen beider Parteien deutet aktuell alles auf eine Trennung hin. Alaba würde den Klub dann nach zwölf Jahren verlassen, er kam als Jugendlicher von Austria Wien an die Säbener Straße.

(as)

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