João Victor im Wolfsburg-Dress. Steht ihm, das Grün, oder?
João Victor im Wolfsburg-Dress. Steht ihm, das Grün, oder?
bild: imago images / regios24 / darius simka

Dieser Wolfsburg-Stürmer hat vor vier Jahren noch von 400 Euro im Monat gelebt

13.09.2019, 20:2429.04.2021, 14:33

Wolfsburgs brasilianischer Neuzugang João Victor Santos Sa, kurz João Victor, kam 2015 nach Europa, als er vom São José dos Campos FC aus Brasilien zum Kapfenberger SV nach Österreich wechselte. In einem Interview mit dem Magazin "Sport Bild" sprach er darüber, dass er anfangs nur von 400 Euro im Monat gelebt habe und wegen einer Dopingsperre schon Angst vor einem frühzeitigen Karriereende hatte.

Der neue Außenstürmer des VfL Wolfsburg ist ein Mitbringsel des neuen Trainers. Der Brasilianer war der Wunschspieler von Oliver Glasner. Bei den Österreichern arbeiteten die beiden schon erfolgreich zusammen, holten in der vergangenen Saison mit dem Linzer ASK die Vizemeisterschaft und qualifizierten sich für die Playoffs für die Champions League. Victor gelangen in 25 Ligaeinsätzen 19 Scorerpunkte.

Haben schon erfolgreich in Linz beim LASK zusammengearbeitet: João Victor war der Wunschspieler von Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner (r.).
Haben schon erfolgreich in Linz beim LASK zusammengearbeitet: João Victor war der Wunschspieler von Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner (r.).
Bild: imago images / Eibner Europa / peter rinderer

In Kapfenberg lebten er und seine Frau von 400 Euro

Doch bevor er in Linz auftrumpfte, hatte er keine einfache Zeit. Als er 2015 nach Kapfenberg kam, sei nicht alles so gelaufen, wie er es sich vorgestellt hatte: "Es war die 2. Liga in Österreich. Ich hatte nur 1000 Euro im Monat verdient. 600 habe ich nach Hause geschickt. Meine Frau und ich haben von 400 Euro gelebt."

Muss sich nicht verstecken: João Victor.
Muss sich nicht verstecken: João Victor.
bild: imago images / regios24 / darius simka

Dopingsperre im Sommer 2017 wegen einer Kopfschmerztablette

Im Sommer 2017 habe er außerdem damit gerechnet, dass seine Karriere ihr jähes Ende finden wird: "Meine Mutter hatte mir eine Tablette gegen Kopfschmerzen eingepackt. Ich habe sie genommen und wusste nicht, dass darin ein Mittel enthalten ist, dass auf der Doping-Liste steht", erzählt Victor.

Daraufhin sei er vom österreichischen Verband zunächst für 20 Monate gesperrt worden. "Ich dachte, meine Fußball-Laufbahn ist vorbei."

Doch Victor hatte Glück im Unglück: "Das hat der Verband dann auf sechs Monate reduziert, weil ich keine körperlichen Vorteile durch das Medikament hatte. Aber ich konnte von heute auf morgen nicht mehr Fußball spielen und wusste nicht, wie mein Leben und das meiner Familie weitergehen sollte."

Mit Wolfsburg will er jetzt in die Champions League

Zu seinem Glück habe sich dann der Linzer ASK bei ihm gemeldet und ihn verpflichtet. Dort zahlte er das Vertrauen zurück, wurde in der österreichischen Bundesliga zu einem der Schlüsselspieler beim LASK. Seit Sommer spielt João Victor in der deutschen Bundesliga. Und er hat große Ziele: "Ich will mit Wolfsburg in die Champions League".

Der Brasilianer hat für den guten Saisonstart des VfL mit sieben Punkten aus drei Spielen unter dem neuen Trainer Glasner eine Erklärung: "Wir haben sehr schnell verstanden, was Oliver Glasner als Trainer auf und neben dem Platz will", sagte er. "Er musste das meiste auch nur einmal erklären, und schon haben es alle so gemacht."

Obwohl João Victor in allen Pflichtspielen bislang in der Startelf stand, ist er mit sich selbst noch nicht zufrieden. "Ich hatte mir vor der Saison das Ziel gesteckt, alle drei Spiele ein Tor zu schießen. Es sind drei Spiele um, aber ohne Tor von mir – das möchte ich verändern."

Die nächste Gelegenheit hat er am Freitagabend. Dann spielt der VfL bei Fortuna Düsseldorf (20.30 Uhr/DAZN).

(as/mit Material von dpa)

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