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Robert Lewandowski von Bayern München jubelt.

Robert Lewandowski hätte im Dezember 2013 fast bei Real Madrid unterschrieben. Trotz kurioser Klausel. Bild: Jan Huebner / imago images

Wenn er 2014 gewechselt wäre: Was Real Madrid Lewandowski verboten hätte

Vor mehr als sieben Jahren, am 23. April 2013, schenkte Robert Lewandowski Real Madrid beim Dortmunder 4:1-Sieg im Champions-League-Halbfinale alle vier Tore ein. Damit ebnete der damalige BVB-Stürmer im Hinspiel gegen die Spanier den Weg ins Finale der Königsklasse gegen den späteren Turniersieger Bayern München.

Einige Monate später, im Januar 2014, unterschrieb der damals 25-jährige Lewandowski einen Fünfjahresvertrag beim Rekordmeister. Im darauffolgenden Juni wechselte er nach Vertragsende ablösefrei nach München.

Doch die Bayern waren nicht exklusiv an dem Topstürmer interessiert. Unter anderem wollte auch Real Madrid den Mann unter Vertrag nehmen, der viermal in deren königliches Tor traf.

Robert Lewandowski (BVB) freut sich über vier Tore gegen Real Madrid.

Robert Lewandowski zeigt's an: Vier Tore. Bild: www.imago-images.de / bimago sportfotodienst

Die Hauptstädter legten Lewandowski im Dezember 2013 einen Kontrakt vor, unter den er nur noch seine Unterschrift hätte setzen müssen.

Details aus diesem Vertrag hat das polnische Portal "Onet Sport" nun geleakt. Zunächst zum Finanziellen:

Außerdem behielt sich Real Madrid vor, eine Art Risikosportarten-Klausel in den Lewandowski-Vertrag einzubauen. So wären Motorrad-, Motorboot- und Skifahren sowie Klettern für den Stürmer tabu gewesen. Laut seines Ex-Beraters Cezary Kucharski habe dies Lewandowski aber nicht gestört.

Lewandowski-Berater: "Robert wollte zu Real und von der Einigung mit Bayern abrücken"

Er sei sogar gewillt gewesen, eine bereits zuvor erfolgte mündliche Zusage an Bayern München zu widerrufen, um für die Königlichen spielen zu dürfen: "Robert wollte zu Real und von der Einigung mit Bayern abrücken. Er mochte die Vorstellung von einem Leben in Madrid", zitiert "Onet Sport" Kucharski.

Doch der Deal mit Real sei am Ende an mangelnder Aussicht auf Spielzeit gescheitert. Denn zu dieser Zeit hätte sich Lewandowski als Backup-Mittelstürmer hinter Platzhirsch Karim Benzema einordnen und mit einer Reservistenrolle leben müssen.

Laut dem Bericht wollte Real Madrid ihm außerdem nicht die gewünschte, für Stürmer prestigeträchtige Rückennummer neun geben. Dadurch habe sich bei Lewandowski der Eindruck einer geringeren sportlichen Wertschätzung bestätigt.

Champions League: Robert Lewandowski (Bayern München) behauptet den Ball gegen Spieler von Real Madrid.

Robert Lewandowski (l.) im Trikot des FC Bayern München, rechts Madrid-Star Karim Benzema. Bild: imago sportfotodienst / Bernd König

"Es wäre nicht gut gewesen, als Vertreter für Benzema nach Madrid zu gehen", meinte auch Ex-Berater Kucharski, der den Rekordspieler und Rekordtorschützen der polnischen Nationalmannschaft bis Februar 2018 vertrat. Kucharski habe ihn davon überzeugt, "dass er bei einem großen Klub der Stürmer Nummer eins sein muss." Und weiter: "Ich konnte nicht zulassen, dass er mit dem Status, den er damals schon hatte, als Nummer zwei zu einem Klub wechselt."

Die Bayern hingegen hatten als Schmankerl eine Stammplatzgarantie für Lewandowski, was ihn und Kucharski letztlich von einem Wechsel an die Säbener Straße überzeugte. Ein Transfer nach Madrid war im Frühjahr 2018 nochmal Thema, bevor Lewandowski mithilfe seines neuen Agenten Pini Zahavi einen neuen Bayern-Vertrag bis 30. Juni 2023 aushandelte.

Platzhirsch Benzema ist immer noch in Madrid

Karim Benzema, heute 32 Jahre alt, ist übrigens immer noch im Sturm der Madrilenen gesetzt. Sein Nachfolger könnte bald mit ein paar Jahren Verspätung doch aus Dortmund kommen. Den Königlichen wird seit Monaten ein Interesse am norwegischen Sturmtalent Erling Braut Haaland nachgesagt, der erst im Januar von RB Salzburg zur Borussia wechselte. Solange Benzema bei Real spielt, sollte sich Haaland diesen Schritt allerdings gut überlegen. Der Ex-Frankfurter Luka Jovic entschied sich zum Beispiel im vergangenen Sommer für einen Wechsel aus der Eintracht-Stammelf auf die Madrider Bank – und kommt nicht so recht zum Zug. Der Serbe hat bisher nur 420 Minuten für die Königlichen auf dem Platz gestanden und zwei Tore erzielt.

(as)

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