33:5 Torschüsse gegen Borussia Mönchengladbach und am Ende doch nur Unentschieden: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann kann es nicht fassen.
33:5 Torschüsse gegen Borussia Mönchengladbach und am Ende doch nur Unentschieden: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann kann es nicht fassen.Bild: imago / Sven Simon

"Am eigenen Unvermögen gescheitert" – Experte wettert gegen Bayern-Trainer Nagelsmann

31.08.2022, 17:49

Während Gladbach-Torwart Yann Sommer am Samstagabend seine eigenen starken Nerven unter Beweis stellte, rüttelte er mit jeder Parade am Nervenkostüm von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. Immer wieder schlu Nagelsmann bei gescheiterten Bayern-Torschüssen die Hände vors Gesicht, sank in die Hocke oder echauffierte sich in Richtung Schiedsrichter.

Yann Sommer (r.) war beim 1:1 zwischen Bayern und Gladbach der Mann des Spiels.
Yann Sommer (r.) war beim 1:1 zwischen Bayern und Gladbach der Mann des Spiels.Bild: imago / Jan Huebner

Schiedsrichter Schlager widerspricht Nagelsmann: "Waren sehr geradlinig"

In der 80. Minute vergriff sich Nagelsmann endgültig im Ton: Nach einem nicht geahndeten Foul an Leroy Sané (außerhalb des Strafraums) fragte er den Vierten Offiziellen sarkastisch, ob die Verbindung zum Videoschiedsrichter in Köln gestört sei. Wie Nagelsmann selbst nach dem Spiel gestand, eine "Arschlochfrage." Ordnungsgemäß sah der Bayern-Trainer hierfür die Gelbe Karte.

Obwohl er sein Fehlverhalten aus der 80. Minute nach dem Spiel einsah, wollte er partout nicht die Verantwortung für den Punktverlust auf sich und seine Mannschaft nehmen: "Das war unser bestes Saisonspiel bisher." Stattdessen sah er den Schuldigen in Schiedsrichter Daniel Schlager. "Ich glaube, er weiß selber, dass das heute nicht die beste Leistung von ihm war", behauptete Nagelsmann bei Sport1.

Der Referee selbst widersprach. Weder während des Spiels noch nach der Spiel-Analyse am Sonntag habe er das Gefühl gehabt, "dass wir einseitig gewesen wären", wie Schlager dem "Kicker" erklärte. Tatsächlich fand er die Auslegung auch nach dem Spiel noch als "geradlinig." Da es sich um ein Spitzenspiel handelte, sei es legitim gewesen, viel laufen zu lassen.

Hamann: Bayern "sind am eigenen Unvermögen gescheitert"

Auch Sky-Experte Dietmar Hamann fand Nagelsmanns Reaktion nach dem Spiel nicht nachvollziehbar. Am Sonntagabend in der Sendung "Sky 90" erklärte der Ex-Profi: "[Die Bayern] haben 35 Mal aufs Tor geschossen und sind am eigenen Unvermögen gescheitert. [...] Am Schiedsrichter lag es sicher nicht."

Ex-Nationalspieler Didi Hamann arbeitet derzeit als Experte für Sky.
Ex-Nationalspieler Didi Hamann arbeitet derzeit als Experte für Sky.Bild: imago sportfotodienst / Eibner

Auch an der Formulierung von Nagelsmanns Selbstkritik ("Arschlochfrage") störte sich Hamann. "Das hat ein Trainer von Bayern München nicht zu sagen. Da stört mich die Wortwahl", urteilte der Ex-Bayern-Profi nach dem Spiel. Nagelsmann müsse sich "bewusst sein, dass er Trainer von Bayern München ist."

Zudem rät der 59-malige deutsche Nationalspieler dem jungen Trainer während des Spiels einen "kühlen Kopf" zu bewahren. Dessen impulsives Verhalten an der Seitenlinie könne nämlich auf die Mannschaft abfärben.

(kpk)

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