Jérôme Boateng beim Abschied mit Präsident Herbert Hainer.
Jérôme Boateng beim Abschied mit Präsident Herbert Hainer. Bild: SVEN SIMON / Frank Hoermann

"Totaler Schwachsinn" – Salihamidžić mit Klartext zum Abgang von Jérôme Boateng

21.10.2021, 11:29

Zehn Jahre lang war Jérôme Boateng ein zentraler Bestandteil in der Mannschaft des FC Bayern München. Im vergangenen Sommer folgte dann jedoch die Trennung. Und das, obwohl Boateng unter Trainer Hansi Flick zurück zu alter Stärke fand und einen erheblichen Anteil an der erfolgreichsten Zeit des Vereins mit sechs Titelgewinnen hatte.

Die Münchner entschlossen sich dennoch, den Vertrag mit dem 33-Jährigen nicht zu verlängern und ihn im Sommer ablösefrei ziehen zu lassen. Ganz zum Unverständnis des damaligen Coaches Hansi Flick, der auf Pressekonferenzen immer wieder seine Wertschätzung und gute Beziehung zu Boateng verdeutlichte.

"Zehn Jahre – kann man mal so machen. Ich finde es ein bisschen unglücklich und die Art und Weise geht sicherlich auch besser, aber so ist das."
Jérôme Boateng über seinen Abschied vom FC Bayern

So entstand in der Öffentlichkeit vor allem das Bild, dass es an Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidžić lag, dass Boateng den Verein verlassen musste. Zuvor waren bereits immer wieder Unstimmigkeiten zwischen Brazzo und Flick an die Öffentlichkeit geraten. In der Amazon-Doku "FC Bayern – Behind the Legend", die am 2. November erscheint, erklärt Salihamidžić nun, wie es Anfang April zur Entscheidung über den Abgang von Boateng kam.

Abgang wird einen Tag
vor PSG-Spiel bekannt

Besonders die Verkündung des Abschieds stieß dem damaligen Bayern-Coach Hansi Flick enorm sauer auf, da der Sportvorstand den Spieler vor dem wichtigen Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain informierte. Im Rahmen des Vorberichts des TV-Senders Sky verkündete Salihamidžić den Abschied kurz vor Spielbeginn in der Öffentlichkeit offiziell.

Flick reagierte damals schon angefressen auf die Meldung und erklärte auf der Pressekonferenz vor dem Spiel: "Ich möchte dazu vor dem Spiel nichts sagen und auch danach nichts" und lobte Boatengs Entwicklung nochmal ausführlich.

Auch Boateng äußert sich in der Dokumentation hörbar enttäuscht über die Art und Weise. "Zehn Jahre – kann man mal so machen. Ich finde es ein bisschen unglücklich und die Art und Weise geht sicherlich auch besser, aber so ist das."

Salihamidžić rechtfertigt sich für
Zeitpunkt der Verkündung

In der Dokumentation stellt Sportvorstand Salihamidžić hörbar angefressen klar, dass es nicht seine alleinige Entscheidung war, Boateng gehen zu lassen. "Bei Bayern München entscheiden wir in der Gruppe, nicht nur eine Person. Dass es nun nach Außen kam, dass ich ihn nicht möchte, ist totaler Schwachsinn."

Zudem rechtfertigt sich der 44-Jährige für den Zeitpunkt des Gesprächs. Da er wusste, dass Boateng gegen Paris nicht von Beginn an spielen wird, wollte er ihm mitteilen, dass man für die kommende Saison nicht mehr mit ihm plant.

"Er hat zwei Kinder und Familie, er muss planen und da war es für mich wichtig, dass der das erfährt", erklärt Salihamidžić. Nachdem Boateng im Sommer lange Zeit ohne Verein war, wechselte er zum 1. September schlussendlich zu Olympique Lyon.

(lgr)

Stammplatz verloren: Flieht dieser DFB-Star jetzt nach Italien?

Florian Neuhaus von Borussia Mönchengladbach muss sich gerade vorkommen wie im falschen Film. Letztes Jahr galt er noch als einer der kommenden Leistungsträger im deutschen Fußball, der sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft mit wichtigen Toren und konstant guten Leistungen punktete. Doch aktuell ist die Realität für ihn eine andere: Unter dem neuen Gladbach-Trainer Adi Hütter hat Neuhaus seinen Stammplatz verloren und kommt oft nur noch von der Bank. In der Bundesliga stand er nur sechs Mal in der Startelf, über die vollen 90 Minuten durfte er nur in den ersten beiden Ligaspielen ran.

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