Danny Röhl (vorn) auf dem Trainingsplatz mit Bundestrainer Hansi Flick.
Danny Röhl (vorn) auf dem Trainingsplatz mit Bundestrainer Hansi Flick.Bild: www.imago-images.de / Marc Schueler

DFB-Co-Trainer Danny Röhl verrät: Darum verließ er den FC Bayern Richtung DFB

21.03.2022, 18:25

RB Leipzig, FC Southampton, FC Bayern und jetzt die deutsche Nationalmannschaft: Danny Röhl hat bereits einige Trainer-Stationen hinter sich und ist mit 32 Jahren bereits enorm erfolgreich. Zweifacher Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Champions-League-Triumph und Klub-Weltmeister sind nur einige Titel.

Doch so richtig realisiert hat der gebürtige Zwickauer die Erfolge noch nicht. "Man selbst nimmt das gar nicht wahr und ist voll fokussiert auf das Nächste", sagt Röhl im "kicker meets Dazn"-Podcast.

Und die nächste Aufgabe steht für den Assistenten von Bundestrainer Hansi Flick mit der Weltmeisterschaft in Katar Ende des Jahres auf dem Programm.

Dass Röhl dem Bundestrainer nach seinem Abgang von den Münchnern folgt, stand für ihn außer Frage. "Ich habe das Gefühl, Hansi fördert mich und übergibt mir auch viel Verantwortung. In meiner Situation war es wichtig, dass ich den nächsten Schritt machen kann", erklärt er im Podcast.

Absage an den FC Bayern fiel Röhl schwer

Die Entscheidung, den deutschen Rekordmeister gemeinsam mit Flick zu verlassen und nicht mit Julian Nagelsmann zu arbeiten, ordnet er im Nachhinein als schwierige Entscheidung ein.

"Julian ist ein fantastischer Trainer, der eine ganz klare Idee hat, wie er was macht und auch gewissen Anforderungen an seine Co-Trainer hat." Dies habe er in Gesprächen mit dem 34-jährigen Bayern-Coach herausgefunden und es "wäre sicherlich eine genauso spannende Aufgabe gewesen."

Nach insgesamt drei Gesprächen mit Nagelsmann habe er den Sommer genutzt, um abzuwägen, ob er künftig für den DFB oder den FC Bayern arbeiten möchte.

Dabei hätten auch die Gespräche mit Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff einen Ausschlag gegeben. "Wir hatten gute Gespräche, die mir einen Weg aufgezeigt haben und das Gesamtbild war stimmig."

Denn Flick übertrage dem Trainerteam immer wieder viele Aufgaben. "Wenn der Cheftrainer sagt, dass er einen bestimmten Schwerpunkt trainieren will, möchte ich vorbereitet sein. Ich will immer einen Schritt voraus sein."

Aufbruchstimmung nach Löw-Ära

Als Nachfolger der 15-jährigen Amtszeit von Jogi Löw sei es dem Trainerteam um Flick und Röhl aber leicht gefallen, Dinge umzukrempeln. "Weil alle sind hungrig auf den Erfolg und das Neue waren. Alle waren neugierig, was war in München so besonders und warum hat man so viel Erfolg gehabt?" Man habe sofort eine Euphorie und Aufbruchsstimmung gespürt.

Die größte Herausforderung im Vergleich zum Dasein als Vereinstrainer sei die geringe Zeit mit der Mannschaft. Doch für die Trainer ist es von Vorteil, dass die Achse aus der erfolgreichen Zeit beim FC Bayern um Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Thomas Müller auch im DFB-Team spielt.

Hansi Flick (Mitte) mit seinem Trainerteam um Marcus Sorg, Danny Röhl, Mads Buttgereit und Andreas Kronenberg (v.l.n.r.).
Hansi Flick (Mitte) mit seinem Trainerteam um Marcus Sorg, Danny Röhl, Mads Buttgereit und Andreas Kronenberg (v.l.n.r.).Bild: www.imago-images.de / MIS

"Und dann ist es entscheidend, den Jungs eine Richtung mitzugeben und anzusprechen, welche Punkte wichtig sind." Das Spiel der DFB-Elf soll laut Röhl künftig von Intensität, Aktivität, Konzentration und Tempo geprägt sein. "Ich möchte, dass die Menschen sich mit dem identifizieren, was da auf dem Platz passiert."

Keine zu private Beziehung zu den Spielern

Doch Röhl verrät auch, dass die Nähe zu den Spielern nur bis zu einem bestimmten Punkt zulässt. "Nie privat essen gehen oder Veranstaltungen besuchen – da ist immer noch eine Grenze."

Dennoch seien auch Einzelgespräche wichtig, um eine Nähe und gewisse Beziehung zu den Nationalspielern aufzubauen. Dazu haben Röhl und das Trainerteam seit dem letzten Länderspiel im November immer wieder Online-Calls mit den Spielern durchgeführt, um Gespräche zu führen.

(lgr)

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