Ein Bild von einem Verteidiger.
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Liebst du Englands Quadratschädel Harry Maguire auch so sehr wie wir?

11.07.2018, 14:2711.07.2018, 16:32

Freitag, 5. März 1993, mitten in England. In Sheffield kommt ein gewisser Jacob Harry Maguire zur Welt. An der Spitze der britischen Charts steht damals der Song "No Limit" von 2 Unlimited.

Das Lied könnte der Soundtrack für den Werdegang des kantigen Verteidigers sein. Er wurde binnen zwei Jahren vom enttäuschten England-Fan zum englischen Nationalspieler, der die Fans auf keinen Fall enttäuschen will.

"No no limits, we'll reach for the sky! We do what we want and we do it with pride".
2 Unlimited
no limit

Etwa ein Vierteljahrhundert später, im Sommer 2018, ist der Abwehrspieler ein "Gigant", wie es sein Trainer Gareth Southgate nach dem Viertelfinale gegen Schweden formulierte.

Maguire wuchtete seine 194 Zentimeter und 100 Kilogramm in die Luft und erzielte mit dem Führungstreffer gegen die "Blågult" im WM-Viertelfinale sein erstes Länderspieltor. Damit leitete Maguire den Sieg und den Einzug ins Halbfinale ein.

imago/ITAR-TASS

Dass er mal mit England in einem WM-Halbfinale stehen würde, hätte er vor zwei Jahren kaum für möglich gehalten.

2016 reiste Harry Maguire den "Three Lions" zur EM in Frankreich noch als Fan hinterher und erlebte deren Desaster mit – gegen Island gab's ein bitteres Achtelfinal-Aus.

Damals schwor sich Maguire: Nicht mit mir! Sollte er aus irgendeinem unerklärlichen Grund irgendwann einmal dieses Trikot mit den drei Löwen vorne auf der Brust tragen dürfen, dann würde so etwas nicht passieren.

2016 verschwendete Harry Maguire noch keinen ernsthaften Gedanken an die Nationalelf. Er war ein anständiger Bolzer, spielte damals bei Hull City in der zweiten englischen Liga. Er war gut, aber längst nicht gut genug, um für England zu spielen. 2012 hatte er mal einen mickrigen U21-Einsatz. 30 Minuten gegen Nordirland. Mehr nicht.

Seit dem Sommer vor zwei Jahren hat sich Maguire von einem guten Premier-League-Verteidiger bei Hull City zu einem sehr guten bei Leicester City entwickelt. Einem, der es nicht nur rustikal kann, sondern der im vergangenen Jahr zu den 30 besten Passgebern der Premier League gehörte.

Einem, der jetzt erst zehn Länderspiele für die "Three Lions" bestritten hat und schon nicht mehr wegzudenken ist aus dieser Mannschaft, in der ihn alle nur liebevoll "slab-head" nennen. Übersetzt heißt das in etwa: "Quadratschädel" oder "Kanisterkopf".

imago/Colorsport

Man kann Maguire nur lieben

Als Quadratschädel Maguire vor einem Jahr erstmals nominiert worden war, trug er keine Gucci-Tasche, keinen Louis-Vuitton-Kulturbeutel – so wie viele Fußballer es dieser Tage tun. Er trug einen großen, schwarzen Müllbeutel mit sich herum, darin Fußballschuhe, Schienbeinschoner und Schmutzwäsche. Jamie Vardy, sein Kollege von Leicester City, hatte ihm vor der Abreise verklickert, dass dies so üblich sei, wenn man zum ersten Mal beim Nationalteam dabei ist.

Es sind solche Anekdoten, die ihn zu einem unglaublich sympathischen Fußballer und Menschen machen. Auch, wenn die Geschichte mit dem Müllsack eine List war – irgendwie würde es zu Harry Maguire passen. Denn er ist der Normale unter den Stars, der "Boy next door".

Dass er vor zwei Jahren noch selbst in der Kurve stand, macht ihn zur Identifikationsfigur des englischen Teams, zum Bindeglied zwischen Mannschaft und Fans. 

Und wir sind ein bisschen eifersüchtig. Denn wir haben uns in den vergangenen vier Wochen ziemlich doll in Harry Maguire verliebt. Wegen der Mülltüte, wegen seiner Geschichte von der EM 2016, wegen allem einfach...

Oder frei nach 2 Unlimited:

"He does what he wants and he does it with pride."

Am 5. März 1993 war übrigens auch dieses Lied ganz oben in den Charts: "I Will Always Love You" von Whitney Houston.

Das kann alles kein Zufall sein!

(as/sid)

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