Jürgen Klinsmann will mit Hertha gegen seinen Ex-Klub wichtige Punkte im Abstiegskampf holen.
Jürgen Klinsmann will mit Hertha gegen seinen Ex-Klub wichtige Punkte im Abstiegskampf holen.
Bild: reuters / HANNIBAL HANSCHKE

Klinsmann erklärt, wie der FC Bayern bis heute von seinem Erbe profitiert

19.01.2020, 14:5419.01.2020, 15:39

Wenn Hertha BSC am Sonntag in Berlin auf Bayern München trifft, dann kommt es zu einem großen Wiedersehen. Der FC Bayern ist Jürgen Klinsmanns Ex-Klub. Der heutige Hertha-Trainer heuerte 2008 mit Pauken und Trompeten als Coach des Rekordmeisters an – doch die Zusammenarbeit entwickelte sich zu einem großen Missverständnis. Nach nicht mal einer Saison folgte die Entlassung.

Vor dem Rückrundenauftakt äußerte sich der 55-Jährige zu seiner Zeit bei den Bayern und sprach äußerst positiv über die Erfahrung.

So denkt Klinsmann über seine Bayern-Zeit

Der frühere Bundestrainer erklärte in einem Interview mit der "Bild am Sonntag", dass er trotz der Kündigung keinen Groll gegen seinen Ex-Klub hege: "Natürlich hätte ich mir in München ein anderes Ende gewünscht, das ist doch klar. Aber ich bin wie ich bin, hadere nicht, sondern ziehe meine Lehren. Ich habe auch früh aufgehört, mir Gedanken darüber zu machen, wie dieses oder jenes von der Öffentlichkeit gesehen wird", sagte Klinsmann.

Der ehemaligen Stürmer des Klubs musste viel Spott aus der Öffentlichkeit ertragen, da er mit unkonventionellen Mitteln unter anderem das Trainingszentrum des FC Bayern umgekrempelt hatte.

Seine Arbeit in München sehe er trotz des frühzeitigen Endes positiv: "Ich war drei Punkte hinter Spitzenreiter Wolfsburg, als ich entlassen wurde, bei noch fünf ausstehenden Spielen. Ich habe gesagt, wir packen das noch, die Vereinsführung hatte eine andere Meinung – vollkommen okay für mich", sagte Klinsmann der "Bild am Sonntag". Klinsmanns Nachfolger Jupp Heynckes konnte den Meister VfL Wolfsburg anschließend auch nicht mehr abfangen.

Die Zusammenarbeit in München hatten sich Klinsmann und Uli Hoeneß (r.) erfolgreicher vorgestellt.
Die Zusammenarbeit in München hatten sich Klinsmann und Uli Hoeneß (r.) erfolgreicher vorgestellt.
Bild: imago images / Sven Simon

Klinsmann hebt sein Erbe beim FC Bayern hervor

Klinsmann erinnerte vielmehr an sein Erbe, welches er dem FC Bayern hinterließ: "Ich durfte extrem viel lernen dort, habe ein Leistungszentrum gebaut, von dem sie bis heute profitieren, habe Spieler wie Thomas Müller und Holger Badstuber zu den Profis hochgezogen. Ein Jahr später habe ich die WM in Südafrika angeschaut. Badstuber in der Innenverteidigung, Müller schießt fünf Tore – überragend."

Und so positiv geht Klinsmann auch sein Projekt bei Hertha an: Den Hauptstadt-Klub beschrieb er als das "spannendste Fußballprojekt Europas". Klinsmann hat dafür einen Plan: "Erster Schritt: Weg vom Tabellenkeller, durchatmen. Zweiter Schritt: Nächste Saison die Europa League erreichen. Dritter Schritt: In drei bis fünf Jahren um die Meisterschaft mitspielen und in die Champions League kommen", sagte der 55-Jährige.

Seinem Ex-Klub soll Hertha also bald schon Paroli bieten können: "Den Anspruch, irgendwann mit den Bayern auf Augenhöhe zu sein, darf man doch haben."

Doch Klinsmann sagte auch: "Aber das ist weit weg und es muss Schritt für Schritt gehen." Wenn es nach Klinsmann geht, wohl eher schnellen Schrittes.

(bn)

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