DFB Präsident Fritz Keller (l.) und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge Anfang 2020.
DFB Präsident Fritz Keller (l.) und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge Anfang 2020.
Bild: dpa / Boris Roessler

Rummenigge spricht Machtwort zum Thema Flick und DFB

16.03.2021, 17:02

Karl-Heinz Rummenigge hat sich nach einem Gespräch mit DFB-Präsident Fritz Keller erstmals zu den Spekulationen um die Zukunft von Hansi Flick geäußert und dabei die Position des FC Bayern sehr deutlich herausgestellt. Der deutsche Fußball-Rekordmeister will die gerade erst begonnene Ära mit dem 56-jährigen Flick, der nach der Rücktrittsankündigung von Bundestrainer Joachim Löw (61) nach der Europameisterschaft in diesem Sommer als Nachfolger gehandelt wird, unbedingt über das Saisonende hinaus fortsetzen.

"Wir wären ja verrückt, wenn wir jetzt unseren Trainer vorzeitig gehen lassen würden", sagte Rummenigge am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Vorstandsvorsitzende des deutschen Topklubs, der traditionell auch die meisten Nationalspieler abstellt, berichtete von einem Austausch mit Verbandschef Keller zu Wochenbeginn: "Ich finde den Entschluss des DFB seriös und korrekt, keinen Trainer zu kontaktieren, der vertraglich über den 30. Juni 2021 hinaus gebunden ist." Rummenigge bedankte sich bei Keller für das "offene Gespräch" und fügte einen für ihn maßgeblichen Fakt an: "Er hat mir die Haltung des DFB noch einmal bestätigt, die ich sehr anständig finde."

Flick steht bis Sommer 2023 beim FC Bayern unter Vertrag

Auf einer Pressekonferenz mit Löw und Keller in der vergangenen Woche hatte der vom DFB-Präsidium mit der Nachfolgersuche beauftragte Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff verkündet, dass der Verband bei Kandidaten "nicht in bestehende Verträge eingreifen" wolle. Flick ist in München bis zum 30. Juni 2023 gebunden. "Jede Vereinbarung beinhaltet sowohl Rechte als auch Pflichten", sagte Rummenigge. Es war eine Ansage an alle beteiligten Parteien.

"Ich möchte daran erinnern, dass wir gerade die erfolgreichste Zeit in der Geschichte des FC Bayern erleben. Die Mannschaft mit Trainer Hansi Flick an der Spitze hat in den vergangenen Monaten sechs Titel gewonnen und damit etwas Historisches geschafft", sagte Rummenigge.

Hansi Flick (l.) war beim DFB jahrelang Co-Trainer von Bundestrainer Joachim Löw.
Hansi Flick (l.) war beim DFB jahrelang Co-Trainer von Bundestrainer Joachim Löw.
Bild: SVEN SIMON / FrankHoermann/SVEN SIMON

Im Gegensatz zu Liverpool-Coach Jürgen Klopp hat Flick bislang ein klares "Nein" zum Bundestrainer-Job ab Sommer nicht ausgesprochen. "Ich kümmere mich nicht um die Dinge, die außen herum sind. Ich möchte hier bei Bayern München noch sehr erfolgreich arbeiten und mehrere Titel gewinnen", sagte der 56-Jährige zuletzt. Spekulationen, "wie meine Zukunft aussieht, verbieten sich", fügte er hinzu.

Flick verwies – wie nun auch Rummenigge – auf seinen Vertrag in München bis 2023. Er habe eine "top Mannschaft", die Arbeit mache ihm "sehr viel Spaß". Als Assistent von Löw wurde er 2014 in Brasilien mit der Nationalmannschaft Weltmeister. Anschließend wechselte er beim DFB auf den Posten des Sportdirektors. Diesen gab er aber im Januar 2017 vorzeitig auf.

Der DFB verspürt nach Angaben von Keller und Bierhoff keinen Zeitdruck bei der Suche nach einem Löw-Nachfolger. Keller sagte, es gebe "keine Denkverbote" bei den möglichen Kandidaten. Öffentlich Interesse bekundete in der vergangenen Woche der ehemalige Bundesliga-Coach Ralf Rangnick, der vereinslos ist und verfügbar wäre. Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus stünde bereit. Denkbar wäre auch eine verbandsinterne (Übergangs-)Lösung mit U21-Coach Stefan Kuntz oder Löws aktuellem Co-Trainer Marcus Sorg.

(lgr/dpa)

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