VfL vs. Bayern, BL Frauen Wolfsburg, 23.10.2022, FU
Die ARD-Expertin Almuth Schult bemängelt die fehlende Diversität im neuen DFB-Gremium.Bild: IMAGO / regios24
WM 2022

DFB: ARD-Expertin vermutet hinterlistigen Plan hinter der Taskforce

16.12.2022, 17:31
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Die WM 2022 in Katar ist für Deutschland schon Geschichte, obwohl das Finale noch aussteht. Die deutsche Nationalmannschaft hat wie in den vergangenen beiden Großturnieren keine gute Leistung gezeigt und ist bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden. Um auf das erneute WM-Debakel zu reagieren und ein weiteres Vorrunden-Aus bei der EM 2024 im eigenen Land zu vermeiden, hat der DFB nun eine Sonderkommission zusammengestellt.

Die Besetzung der Taskforce kommt allerdings bei vielen Fußballfans und Expert:innen nicht gut an. Auch die ARD-Expertin und Torhüterin Almuth Schult hat sich am Dienstagabend kritisch über die Zusammensetzung geäußert.

Almuth Schult spielt in der deutschen Nationalmannschaft der Frauen.
Almuth Schult spielt in der deutschen Nationalmannschaft der Frauen.Bild: dpa / Sebastian Gollnow

Almuth Schult stellt eigene Theorie zur DFB-Taskforce auf

DFB-Präsident Bernd Neuendorf und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke haben sich dafür fünf der bekanntesten Fußball-Persönlichkeiten mit in den Verband geholt: Rudi Völler, Matthias Sammer, Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn und Oliver Mintzlaff. Das gesamte Gremium besteht somit aus Männern.

Das stößt Almuth Schult bitter auf:

"Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Die Diversität wird komplett auf Seite gestellt. Das ist ein Punkt, den ich nicht verstehen kann."

Sie hat ihre eigene Theorie, warum die Taskforce genau so aufgestellt wurde. Sie glaube, dahinter stecke Taktik. "Es sind fünf Herren, die sehr viel Einfluss im Männerfußball haben, ins Haus geholt worden, die gleichzeitig die größten Kritiker sind."

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Aus diesem Grund säßen sie im Gremium – "weil man hinterher weiß, wenn es nicht gut laufen sollte, wird man von diesen fünf Herren nichts Negatives hören, weil sie ja am Entscheidungsprozess beteiligt waren". Man nehme sich damit selbst in Schutz.

Toni Kroos findet versöhnliche Worte

Toni Kroos meldet sich zu der Thematik ebenfalls zu Wort – allerdings nicht in der Expertenrunde in der ARD, sondern in seinem Podcast "Einfach mal Luppen", der am Dienstagabend das erste Mal im Fernsehen bei Magenta TV gezeigt wurde.

Er findet dabei diplomatischere Worte zur Taskforce:

"Ich finde, es ist grundsätzlich nicht verkehrt, sportliche und fußballerische Expertise dazuzuholen. Das gemeinsame Ziel sollte sein, dass es wieder besser läuft beim DFB. Jeder, der da ein bisschen helfen kann, tut uns gut. Über die genaue Zusammensetzung kann man ewig diskutieren. Da kann man viele Namen reinwerfen. Wir wissen auch nicht, wer vielleicht angefragt wurde und keine Lust hatte. Da sind Leute drin, die haben über Jahre bewiesen, dass ihre Vereine Erfolg hatten. Jeder, der mal Erfolg hatte, tut dem DFB gut."
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