04.12.2022, Katar, Doha: Fu
Bayerns Benjamin Pavard (2. v.l.) soll bei seinen Kollegen während der WM in Ungnade gefallen sein.Bild: dpa / Tom Weller
WM 2022

WM 2022: Heftige Vorwürfe gegen Bayern-Star Pavard beim Nationalteam

20.12.2022, 12:39

Der FC Bayern hat mit 16 Spielern so viele Spieler für die Weltmeisterschaft in Katar gestellt, wie kein anderer Bundesligist. Vier davon wurden für den Kader der französischen Nationalmannschaft nominiert: So standen mit Abwehrspieler Dayot Upamecano und Offensivstar Kingsley Coman zwei Bayern-Stars im dramatischen Finale gegen Argentinien auf dem Feld.

Auch Lucas Hernàndez wäre Teil des Final-Teams gewesen, erlitt jedoch im ersten Spiel gegen Australien einen Kreuzbandriss und fällt nun deshalb auch für die Bayern monatelang aus.

Während Upamecano als Stammspieler und Coman als Einwechselspieler regelmäßig zum Einsatz kamen, kam einer gar nicht auf seine Kosten: Benjamin Pavard. Der 26-Jährige wurde lediglich beim Auftaktspiel in Katar gegen Australien eingesetzt, saß bei den folgenden Spielen allerdings nur noch auf der Bank.

Für die ausgebliebenen Einsätze in der französischen Nationalmannschaft soll es allerdings andere Gründe geben – abseits der sportlichen Leistung, mit der Trainer Deschamps auch nicht zufrieden war.

Im WM-Auftaktspiel gegen Australien wurde Benjamin Pavard in der 89. Minute ausgewechselt.
Im WM-Auftaktspiel gegen Australien wurde Benjamin Pavard in der 89. Minute ausgewechselt.Bild: dpa / Tom Weller

Benjamin Pavard: Verhalten auf der Reservebank sorgt für Vorwürfe

Der französische Sportjournalist und Youtuber Romain Molina berichtet, dass Benjamin Pavard im Laufe der WM sogar die Rückendeckung des gesamten französischen Teams verloren haben soll, weil er sich selbst einige Verfehlungen leistete.

Die Auswechslung gegen Australien in der 89. Minute gegen Jules Koundé soll wegen einer taktischen Fehlleistung des Verteidigers vorgenommen worden sein. Pavard wurde anschließend auf die Bank verbannt und spielte keine Minute mehr. Zudem soll er sich dem Bericht nach mehrfach unkollegial und egoistisch verhalten haben.

Unter anderem steht der Vorwurf im Raum, dass der Bayern-Spieler mannschaftliche Internas an Journalisten weitergegeben haben soll, mit denen er sich gut verstehe. Dieses Vorgehen sei anschließend aber schlecht im Team angekommen. Darunter soll auch sein Ansehen in der Mannschaft gelitten haben.

Laut dem Journalisten Romain Molina soll Pavard die schlechte Stimmung im Team noch durch kritische Äußerungen gegenüber den Trainern und seinen Mitspielern befeuert haben.

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Benjamin Pavard (l.) und Kingsley Coman saßen im Finale zunächst nur auf der Bank.Bild: www.imago-images.de / imago images

Im Finale gegen Argentinien soll der Konflikt mit Trainer Didier Deschamps eskaliert sein. Pavard soll auf der Auswechselbank wiederholt "unangemessene Kommentare" abgegeben haben. Das verschärfte das inzwischen angespannte Verhältnis zwischen Deschamps und Pavard. Zu Beginn des Turniers galt der 26-Jährige noch als einer der Lieblinge des Cheftrainers. Davon ist nun nichts mehr zu spüren.

Bisher kein öffentliches Statement zu den Vorwürfen

Bisher hat sich Benjamin Pavard nicht zu den Vorwürfen geäußert. Stattdessen drückte er am Montag, nach der Rückkehr nach Paris auf Instagram seine Dankbarkeit aus, Teil des Vize-Weltmeister-Kaders gewesen sein zu dürfen.

Er schrieb: "Stolz. Stolz auf dieses Trikot, stolz darauf, Teil dieser Gruppe zu sein. Ein gemeinsames Abenteuer. Danke an alle für eure Unterstützung". Im Januar geht es für den 26-Jährigen dann vorerst zurück nach München, bevor der FC Bayern für sein jährliches Winter-Trainingslager wieder nach Katar fliegt.

Doch auch bei den Bayern ist Pavards Zukunft ungewiss. Laut Informationen der "Sport Bild" soll der Verteidiger jegliche Gespräche mit dem deutschen Rekordmeister verweigern. Ein Abgang im Sommer wird immer wahrscheinlicher. Da Pavards Vertrag 2024 ausläuft, könnten die Münchner dadurch noch eine Ablösesumme erzielen.

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