BABYLON BERLIN, Volker Bruch, Season 1, originally aired Oct. 13, 2017/aired in US on Jan. 30, 2018. photo: Netflix/Sky 1 / Courtesy: Everett Collection ACHTUNG AUFNAHMEDATUM GESCH

Volker Bruch als Kommissar Gereon Rath in der Serie "Babylon Berlin". Bild: imago images / Everett Collection

"Alles dichtmachen": Aktion von Schauspieler lässt Zweifel an Liefers-Aussage aufkommen

Man kennt ihn als Kommissar Gereon Rath in der überaus erfolgreichen Serie "Babylon Berlin". Der Hauptdarsteller Volker Bruch darf also mit einigem Recht zur Top-Liga der deutschen Schauspieler gezählt werden. Jüngst machte Bruch allerdings mit etwas anderem von sich reden: mit seiner Teilnahme an der Aktion #allesdichtmachen, bei der etwas mehr als 50 deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler in kurzen Videos die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung kritisierten. Ein Teil davon zogen sie zynisch überspitzt ins Lächerliche, teils bedienten sie Verschwörungsmythen.

Dafür bekamen sie auffallend viel Zustimmung aus dem Lager derer, die sich selbst als "Querdenker" bezeichnen. Das verwunderte wenig, ließen die Videos der Schauspieler doch durchaus den Schluss zu, dass sie das Coronavirus für nicht besonders gefährlich und die Maßnahmen dagegen daher für übertrieben hielten. Einige der Teilnehmer distanzierten sich nach der Aktion unter Verweis auf diesen Applaus aus der falschen Ecke. Volker Bruch gehörte jedoch nicht dazu.

Partei bestätigt Bruchs Antrag und Identität

Im Gegenteil: Laut Recherchen des "Spiegels" gehört er zu den Mitinitiatoren hinter #allesdichtmachen. Wie nun weitere Recherchen des Portals "Netzpolitik" ergeben, steht er auch der "Querdenken"-Bewegung geistig näher als bislang bekannt. Demnach hat Bruch einen Aufnahmeantrag bei der Splitterpartei "Die Basis" gestellt.

"Die Basis" zählt Prominente der "Querdenker" wie Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi und Reiner Fuellmich zu ihren Kandidaten für die Bundestagswahl. Bisher nahm sie nur an einer Wahl teil, der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Dort kam sie auf gerade mal ein Prozent.

"Netzpolitik" beruft sich auf eine auf Mitte April datierte Mitgliederliste. Als Eintrittsdatum Bruchs werde dort der 13. März 2021 genannt. Auch aus Kreisen der Partei wird dies dem Bericht zufolge bestätigt. Laut dem Medienbeauftragten der Partei sei Bruchs Eintrittsverfahren noch nicht abgeschlossen, da seine Identität noch entsprechend einem parteiinternen Prozess verifiziert werden müsse, berichtet das Portal weiter. Der Beauftragte versichere aber, man könne bereits mit Gewissheit sagen, dass es sich bei dem Antragsteller tatsächlich um den Schauspieler handele.

Nähe zu "Querdenkern" bisher geleugnet

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Volker Bruch schon lange vor der Aktion #allesdichtmachen die Nähe zu "Querdenkern" gesucht hat. Das ist besonders interessant, da weitere prominente Teilnehmer, insbesondere Jan-Josef Liefers, in diversen Talkshows und Interviews betont hatten, es gebe keinerlei Verbindungen der Teilnehmer zu den "Querdenkern". Recherchen des "Tagesspiegels" hatten diese Behauptung bereits kürzlich fraglich erscheinen lassen. Mit dem direkten Engagement eines Teilnehmers und mutmaßlichen Mitiniators aber wäre sie endgültig hinfällig – und genau dafür spricht sehr vieles.

(om)

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