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Der Amerikaner Ron Williams macht sich Sorgen um sein Land. bild: screenshot ard

Schauspieler bei "Maischberger": "Ich fürchte um das Leben von Biden und Harris"

Dirk Krampitz

Es sind unruhige Zeiten auf der Welt und auch für ARD-Talkmaster. Am Montag musste Frank Plasberg schon eine Woche früher als geplant wieder ran, um das deutsche Impf-Problem zu besprechen. Und auch Sandra Maischberger kommt früher aus ihrem Weihnachtsurlaub zurück wegen des Eindringens radikaler Trump-Fans ins Kapitol in Washington. Allerdings sendet Maischberger nicht am angestammten Mittwoch, sondern am Donnerstag. Über die "ungewohnten und verstörenden Bilder" spricht sie mit folgenden Gästen:

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War im Kapitol dabei: Journalist Majid Sattar. bild: screenshot ard

Der FAZ-Journalist Majid Sattar war als einziger deutscher Journalist vor Ort, als am Mittwoch die Abgeordneten von Eindringlingen daran gehindert wurden, Joe Biden formell als Präsident anzuerkennen. Er saß auf der Pressetribüne und merkte erst einmal, wie die Sitzung abrupt unterbrochen und US-Vize-Präsident Mike Pence herausgeführt wurde. "Wir wussten alle nicht, was passiert. Wir waren vom Nachrichtenfluss abgeschlossen." Denn Handys sind im Kapitol verboten. Dann erschienen weitere Polizisten mit Sturmgewehren und alle wurden in einen Ausschuss-Saal im Kellergeschoss geleitet. Dort sahen sie dann CNN und haben erst dadurch erfahren, was sich über ihnen im Kapitol abspielt. "Die Eingänge der Tunnel wurden schwer bewacht, das waren Kriegsszenen", erinnert sich der Journalist an die Stimmung. Und trotzdem sind seine Schilderungen um einiges weniger dramatisch als die Live-Übertragungen im TV – und das obwohl er ja eigentlich unmittelbar dabei war.

Über vier Stunden waren sie dort verschanzt, dann wurden sie von FBI-Mitarbeitern zurück in den Saal geführt, wo die Sitzung schließlich fortgesetzt wurde.

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Norbert Roettgen sieht bei Trump "grenzenlosen Narzissmus". bild: screenshot ard

Kanzlerkandidatenanwärter Norbert Röttgen (CDU) sieht die Schuld an den Ausschreitungen eindeutig bei Donald Trump, seine Rede unmittelbar zuvor sei ein "so gedachter Anstiftungsakt" gewesen. Wegen seines "grenzenlosen Narzissmus" würde er keine Niederlage akzeptieren.

"Ich glaube nicht, dass er damit rechnet, dass er im Weißen Haus bleiben kann.“

Norbert Roettgen

Aber die Inszenierung sei wichtig für Trump, um die Mär von der um den Sieg betrogenen Wahl aufrechtzuerhalten. "Es dient alles der Legitimation." Ob es einen Neuanfang für Amerika unter dem künftigen Präsidenten Joe Biden geben werde, will Sandra Maischberger wissen. "Das ist kein Wunsch, das ist die Überlebensfrage einer Nation, der Demokratie." Aber für die Heilung des Risses der durch die amerikanische Gesellschaft gehe, brauche man "länger als die Amtsperiode eines Präsidenten". Der Vorfall am Kapitol habe den USA nicht nur einen "Ansehensverlust gebracht, es ist eine objektive Schwächung" fürs ganze Land. Und auch die Republikanische Partei müsse kämpfen, wenn sie sich nicht aufgeben wolle. Auch die amerikanischen Politologin Sudha David-Wilp sieht es als "ein Weckruf für die Partei".

Ähnlich wie immer mehr republikanische Politiker sich jetzt von Donald Trump separieren, werden auch seine Kritiker immer deutlicher. Vor einigen Wochen war Roettgen noch um einiges diplomatischer, wenn er nach Trump gefragt wurde.

Und die offizielle Amtsübergabe von Donald Trump an Joe Biden am 20. Januar? "Der Prozess wird stattfinden", ist sich Roettgen sicher. Ob dieser allerdings friedlich abläuft, da ist er nicht sicher. An eine zweite Amtszeit von Trump in vier Jahren glaubt er aber nicht wirklich. "Ich glaube nicht, dass das zukünftige Problem der USA die Person Trump ist – sondern das, was man jetzt Trumpismus nennt."

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Tina Hassel empfindet das Capitol als "gestürmt und besudelt". Bild: screenshot ard

Die Ideologie und der Regierungsstil von Trump wirken eben weiter nach den vier Jahren. Und so hatte Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, vor den Ereignissen am Kapitol schon eine Ahnung, dass etwas passiert. "Man wusste, dass sich was zusammenbraut und sich entladen wird. Aber das so etwas passieren wird…" Sie wirkt noch immer fassungslos. Das Kapitol sei "fast etwas Heiliges, ein Tempel der Demokratie". Der wurde nun "gestürmt und besudelt" und das trotz "heftiger Sicherheitsvorkehrungen".

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Entertainer Ron Williams ist "schockiert und wütend". bild: screenshot ard

Wie ungestört die Chaoten ins Kapitol vordringen konnten, hat viele Beobachter verwundert. "Wenn da braune oder schwarze Menschen gewesen wären, wäre mehr Blut geflossen", ist der Entertainer Ron Williams überzeugt. Er war wirklich "schockiert und wütend" und hat das Geschehen in Washington von Deutschland aus bis 5 Uhr morgens verfolgt. "Einer der schwärzesten Tage in der Geschichte unseres Landes", bilanziert er. Ansgar Graw, ehemaliger US-Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt", glaubt hingegen: "In wenigen Jahren wird man nicht mehr den gestrigen Tag als Kulturbruch in Erinnerung haben, sondern die vier Jahre zuvor."

Wie auch immer. Die Schuld liegt jedenfalls bei Trump, sind sich beide einig. "Der Mann war immer ein Lügner und Betrüger", schimpft Williams. Er macht sich deshalb und wegen der gewalttätigen Anhänger Trumps auch weiterhin Sorgen um sein Heimatland, wenn Präsident Joe Biden und seine Vize Kamala Harris ihre Ämter antreten.

"Ich fürchte sogar um das Leben von Biden und Harris. Attentate sind nichts, was man in den USA nicht erlebt hat."

Ron Williams

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