Haben die "Squid Game"-Organisatoren doch nicht alles bedacht?
Haben die "Squid Game"-Organisatoren doch nicht alles bedacht?bild: Noh Juhan / Netflix

Absicht oder Fehler? "Squid Game"-Fans rätseln über fehlende Kameras in Netflix-Serie

01.11.2021, 12:44

"Squid Game" ist die erfolgreichste Netflix-Serie aller Zeiten. Mehr als 140 Millionen Accounts sahen das südkoreanische Drama, welches seit dem 17. September beim Streamingdienst verfügbar ist. Wochenlang stand die Serie außerdem in zahlreichen Ländern auf dem ersten Platz der Netflix-Charts.

In der neunteiligen Serie geht es um Hunderte hochverschuldete Menschen, die an einem mysteriösen Spiel teilnehmen. In sechs Runden müssen sie in scheinbar harmlosen Kinderspielen gegeneinander antreten, so zum Beispiel "Rotes Licht, grünes Licht" oder Tauziehen. Zu gewinnen gibt es ein Preisgeld von knapp 46 Milliarden Won, umgerechnet 33 Millionen Euro. Der Haken: Wenn die Kandidaten bei den Spielen einen Fehler begehen, werden sie getötet.

Die Toiletten: Logikfehler?

Zwischen den Spielrunden sind die Teilnehmer in einem großen, gekachelten Schlafsaal untergebracht, den sie nur verlassen dürfen, um die Toilette zu nutzen. Nachts scheint es jedoch eigentlich nicht gestattet sein, den Schlafraum zu verlassen. In einer Szene wird es der Kandidatin Han Mi-nyeo (212) nur erlaubt, weil sie die Wachen vor der Tür lange genug genervt hat.

Kang Sae-byeok und Han Mi-nyeo konnten sich sehr lange in den Toiletten aufhalten.
Kang Sae-byeok und Han Mi-nyeo konnten sich sehr lange in den Toiletten aufhalten. Bild: Noh Juhan / Netflix

Bei dieser Gelegenheit kommt auch Kandidatin 067, die aus Nordkorea geflüchtete Kang Sae-byeok, mit zu den Waschräumen. Dort raucht Han Mi-nyeo Zigaretten, die sie ins "Squid Game" geschmuggelt hat während Sae-byeok die Zeit nutzt, um durch die Luftschächte zu kriechen und einen Blick in die Küche zu werfen. Sie sieht, dass die Wärter Zucker schmelzen, was ihr bei einem späteren Spiel tatsächlich einen Vorteil verschafft.

Zuschauer der Serie fragen sich nun bei "Reddit", wieso die Toilettenräume nicht videoüberwacht sind. Immer wieder wird im Verlauf der Serie ein großer Kontrollraum gezeigt, in dem die Wachen auf Monitoren jeden Winkel überwachen. Es scheint, als wäre auf jeden Kandidaten eine Kamera gerichtet. Dabei wird der Schlafsaal und das Treppenhaus überwacht, aber auch Bereiche, zu denen die Teilnehmer gar keinen Zutritt haben, so wie der Flur mit den Krematorien und auch die einzelnen Schlafzimmer der Wärter.

Das sagen die Fans

Nur die Toilettenräume sind ein toter Winkel. Ist dies ein Logikfehler oder sind die Veranstalter vom "Squid Game" tatsächlich so auf die Privatsphäre der Kandidaten bedacht? Reddit-User "KYBoSoxFan4" meint: "Wenn es das Squid Game in der Realität geben würde, dann gäbe es auch Videoüberwachung in den Toilettenräumen. Ich glaube, die kreative Entscheidung, keine Kameras in den Toiletten zu haben, war richtig, um Probleme innerhalb des Spiels zu erschaffen."

Sae-byeok kundschaftet während einer Toilettenpause die Veranstalter aus.
Sae-byeok kundschaftet während einer Toilettenpause die Veranstalter aus. bild: Noh Juhan / Netflix

Der Nutzer "jadoreheart" geht stattdessen tatsächlich davon aus, dass die Veranstalter ein Stück der Würde der Kandidaten bewahren wollten: "Auf mich wirkte es so, als behandelten die Organisatoren das Squid Game wie eine normale Spielshow im Fernsehen. Die Kandidaten werden immer noch menschlich und nicht wie Tiere behandelt."

Eine andere Vermutung hat Reddit-Nutzer "Both-Artichoke834":

"Ich glaube, [die Spielleiter] wollten, dass das alles so geschieht. Wenn sie ein komplett ethisches und faires Spiel gewollt hätten, hätten sie den Kampf mitten in der Nacht nicht zugelassen. [Die Organisatoren] wollten, dass sich die Kandidaten zu Gruppen zusammenschließen, die Schwachen entfernen und den Wettbewerbsgeist aufrechterhalten. Man könnte also sagen, sie wollten eine kompetetive Atmosphäre, die jedoch nicht unfair ist."

(si)

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