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Gibt es einen "J.J. Cut" von "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers"? Bild: imago images / Future Image

Verschwörungstheorie: Es gibt eine andere Version von "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers"

Seit knapp drei Wochen ist das "Star Wars"-Finale, "Der Aufstieg Skywalkers", nun in den Kinos – und die Fans sind nur mittelmäßig zufrieden mit dem, was Disney ihnen da als Abschluss der "Skywalker-Saga" serviert hat.

In dem Disney-"Star Wars"-kritischen Subreddit r/saltierthancrait behauptet nun ein Nutzer, dass der Entertainment-Gigant eine andere, kürzere, als die von Regisseur J. J. Abrams angedachte Version des Films in die Kinos gebracht hat. Mehr noch: angeblich soll ein "J.J. Cut" existieren, also eine andere Schnittfassung des Films als die, die derzeit in den Kinos weltweit läuft.

Der Post sorgte für einiges Aufsehen, ging viral und sorgte dafür, dass der Hashtag #ReleaseTheJJCut kurzzeitig bei Twitter trendete.

Dieser Fan etwa will den "J.J. Cut" unbedingt haben

So soll der "J.J. Cut" aussehen

Der User namens "egoshoppe" beruft sich in seinem Post auf Quellen aus Produktionskreisen, ohne weiter Namen zu nennen. Er selbst kenne jedoch die Namen seiner Quellen und habe mehrere Beweise dafür gesehen, dass diese auch wirklich aus dem Produktionsumfeld des aktuellen "Star Wars"-Films stammen.

Diese Quellen sollen unter anderem verraten haben, dass J. J. Abrams mit der finalen Kinofassung von "Der Aufstieg Skywalkers" nicht einverstanden gewesen sein soll.

Er sei etwa gegen die Kuss-Szene von Rey und Kylo Ren (Reylo) gewesen und habe sich stattdessen dafür eingesetzt, dass Finn und Poe Dameron (FinnPoe) ein Paar werden würden. Fans hatten vor Release des Films darüber spekuliert, dass es zu einer Romanze zwischen den beiden Filmhelden kommen würde.

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Frau gegen Maschine. Bild: imago images / Prod.DB

Auch das Ende des Film sei in Abrams-Version ganz anders gewesen. Rey hätte in der Konfrontation mit dem wiederauferstandenen Palpatine nicht nur die Stimmen von Machtgeistern hören sollen, sondern von Machtgeistern verstorbener Jedi unterstützt werden sollen. Angeblich seien Szenen mit echten Schauspielern gedreht worden, unter anderem Anakin-Skywalker-Darsteller Hayden Christensen und Ewan McGregor, der in der Prequel-Trilogie den Jedi-Meister Obi Wan Kenobi spielte.

Und das sind nur einige wenige der vielen Änderungen, die Disney angeblich an der Fassung von J. J. Abrams vorgenommen haben soll.

Die Frage ist: Wem nutzt das?

Doch warum sollte Disney seine eigene, andere Fassung von "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" ins Kino bringen? Schließlich hatte das Haus mit der Maus ja extra J. J. Abrams wieder an Bord geholt. Der hatte mit "Das Erwachen der Macht" einen Riesenerfolg für Disney eingefahren (Einspielergebnis: 2,066 Milliarden US-Dollar), während "Die letzten Jedi" von Regisseur Rian Johnson weitaus weniger Geld in die Kassen spülte (1,3 Milliarden Dollar) und die "Star Wars"-Fanbase in zwei Lager spaltete. Abrams sollte genau das vermeiden und einen (kommerziell erfolgreichen) Film liefern, der die Fans wieder mit dem Franchise versöhnen würde.

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Der Lichtschwert-Kampf zwischen Rey und Kylo Ren gehört zu den Höhepunkten des Films. Bild: imago images / Prod.DB

Laut dem Reddit-Post soll Disney absichtlich eine eigene, kürzere Fassung von "Der Aufstieg Skywalkers" in die Kinos gebracht haben, um J. J. Abrams Ruf in der Branche zu schaden.

Um diese These zu verstehen, muss man wissen, dass Abrams und seine Produktionsfirma Bad Robot im vergangenen Jahr heiß umkämpft waren. In einer regelrechten Bieterschlacht, an der sich auch Disney beteiligt hatte, sicherte sich am Ende Warner Media den Zuschlag. Zu der Firma gehört auch das Studio Warner Bros., das mit den DC-Comicfilmen direkt mit Disneys Marvel Cinematic Universe (MCU) konkurriert.

Disney soll gefürchtet haben, dass J. J. Abrams es gelingen könnte, dem DC-Universe zu mehr Erfolg zu verhelfen – und damit dem MCU scharfe Konkurrenz zu machen, heißt es in dem Reddit-Post.

Das klingt erstmal plausibel, schließlich hat Abrams nicht nur dem "Star Wars"-Franchise neues Leben eingehaucht, sondern etwa auch "Star Trek" ins 21. Jahrhundert gebracht. Warum sollte ihm das nicht auch mit den, nicht nur kommerziell weitaus weniger erfolgreichen DC-Heldenfilmen gelingen?

Und das dürfte dran sein an der Verschwörungstheorie

Kann das sein? Disney sabotiert seinen eigenen Film, um der Konkurrenz eins auszuwischen und sich im Superhelden-Segment weiterhin zu behaupten?

Eher unwahrscheinlich. Der Chefredakteur des Branchen-Magazins "Collider", Steven Weintraub, nannte den Post und die darin vorgestellte Verschwörungstheorie gleich mal "fan fiction".

Auch aus unternehmerischer Sicht wäre diese Sabotage ein gewagtes Unterfangen. Schließlich gibt es keine Garantie dafür, dass ein "Star Wars"-Film mit schlechten Kritiken wirklich J. J. Abrams auf die Füße fällt. Fans (und Aktienkäufer) könnten einen schlechten Film ebenso gut Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy anlasten. Die ist bei "Star Wars"-Fans für ihren Umgang mit dem Universum nicht eben beliebt.

Außerdem ist ebenfalls nicht erwiesen, dass J. J. Abrams einen erfolgreichen DC-Heldenfilm erschafft, der dann auch noch so gut ist, dass er dem längst etablierten MCU ernsthaft gefährlich werden könnte.

Das sind, wie bei Verschwörungstheorien gerne üblich, eine Menge Wenns – so viele, dass es angesichts der Geldsummen, die hier im Spiel sind, doch eher unwahrscheinlich erscheint, dass Disney so hoch pokert. Denn neben einem möglichen kommerziellen Flop besteht ja auch die Gefahr, dass sie die Fans von "Star Wars" abwenden. Gezeigt hat das der "Solo"-Film. Der war so erfolglos bei den Fans, dass Disney weitere "Star Wars"-Spinoffs erstmal auf Eis legte.

Derzeit ist außerdem nicht bekannt, ob Abrams für Warner Bros. überhaupt an einem DC-Film arbeitet. Wer sich etwa in der "Internet Movie Database" umsieht, entdeckt dort zwar jede Menge neuer Abrams-Projekte – aber keines hat etwas mit dem DC-Universe zu tun. Gerüchte, Abrams würde einen neuen Superman-Film und einen Green-Lantern-Film drehen, existieren freilich schon etwas länger.

In einem Interview mit Film-Portal "Screen Rant" sagte Abrams Anfang Dezember dazu allerdings: "Ich hatte noch kein offizielles Gespräch mit Warner über all das." Er wisse nicht mehr darüber, was als nächstes kommen werde, als alle anderen. "Vor allem, was DC angeht."

Die US-Ausgabe der "Huffington Post" führt außerdem ins Feld, dass J. J. Abrams laut Aussagen einer Cutterin den Kuss von Rey und Kylo durchaus in seinem Film haben wollte. Eine Romanze zwischen Finn und Poe hingegen sei niemals ein Thema gewesen. Die beiden seien "beste Freunde", mehr nicht.

Damit dürfte die Verschwörungstheorie aus dem Subreddit wohl genau das sein: eine Theorie, mit der enttäuschte Fans und Mitarbeiter (die Quellen) einen, aus ihrer Sicht, schlechten "Star Wars"-Film erklären wollen.

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