Moderator Steffen Hallaschka entschuldigte sich auf Facebook.
Moderator Steffen Hallaschka entschuldigte sich auf Facebook.
Bild: www.imago-images.de / xim.gs

Nach Shitstorm: Steffen Hallaschka äußert sich zu Rassismus-Vorwürfen

01.02.2021, 17:2602.02.2021, 13:38

Moderator Steffen Hallaschka hat sich nach den Rassismus-Vorwürfen nach der Show "Die letzte Instanz" zur Wort gemeldet. In der WDR-Sendung hatten vier weiße Prominente unter anderem darüber diskutiert, ob das Wort "Zigeunersauce" noch benutzt werden darf. Im Nachgang wurde der WDR stark für die Sendung kritisiert – Jetzt reagierte der Moderator auf die Rassismus-Vorwürfe.

"Ich muss schmerzlich erkennen, wie viele Menschen unseren Talk 'Die letzte Instanz' als massiv verletzend und rassistisch diskriminierend erlebt haben. Das bestürzt mich, weil ich Rassismus abgrundtief verachte. Mit einer Debatte über rassistischen Sprachgebrauch nun im Zentrum von Rassismusvorwürfen zu stehen, trifft mich hart. Diejenigen, die die Sendung als verletzend empfunden haben, möchte ich aufrichtig um Entschuldigung bitten", schreibt Hallaschka auf seiner Facebook-Seite.

Weiter schreibt er: "Als Moderator ist es meine Aufgabe, das Gespräch in einer Talkrunde zu lenken. Auch in der Sendung am vergangenen Freitag habe ich an vielen Stellen interveniert, wo Sprachgebrauch als diskriminierend empfunden werden kann. Mein Einschreiten war aber nicht immer entschlossen genug. Den Verlauf unserer Diskussion hätte auch ich mir anders gewünscht."

Naiver Umgang mit Alltagsrassismus

Hallaschka betonte, dass er bei keinem seiner Talkgäste offen beleidigende Absichten erkennen konnte. "Das mindert natürlich nicht die Verletzung, die dadurch ausgelöst wird. Und ich verstehe gut, dass viele dieser Art von unbedachtem Alltagsrassismus schon lange überdrüssig sind. Die bittere Lektion: Wir stehen gesellschaftlich offenbar noch nicht da, wo wir uns im Jahr nach 'Black Lives Matter' gewähnt hatten."

In der Sendung hatten Thomas Gottschalk, Janine Kunze, Micky Beisenherz und Jürgen Milski über die Begriffe "Mohrenkopf" oder "Zigeunersauce" diskutiert, deren Verwendung sie in Ordnung fanden und verteidigten. Kritiker warfen der Sendung vor, naiv mit dem Thema Alltagsrassismus umgegangen zu sein. Vor allem auf Twitter schimpften Zuschauer über die Sendung, die am Freitagabend als Wiederholung gezeigt wurde. Kritisiert wurde dabei in erster Linie die unbedachte Auswahl der Gäste. Vier weiße Menschen ohne rassistische Diskriminierungserfahrung sprachen über ein Thema, von dem sie selbst nicht betroffen sind.

Hallaschka erwiderte in seiner Erklärung dazu, dass die Zusammensetzung der Gäste mit dem Konzept des Formats zusammenhinge. "Bei uns kommen Prominente zusammen, die bereit sind, auf Basis ihrer persönlichen Erfahrungen zu debattieren. Wie eine Runde von Freunden, die sich in einer Kneipe trifft. Da steht Tiefsinniges neben Unsinnigem, alles ohne vorherige Absprachen. Das soll den Zuschauer auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken über die Themen anregen. Oft entstehen erhellende und wahrhaftige Momente. Beim Talk zur "Zigeunersauce" allerdings ging das gehörig schief. Manche Themen verlangen eine sensiblere Gästeauswahl", so Hallaschka auf Facebook.

Am Sonntag hatte sich bereits der Sender selbst zu den Vorwürfen geäußert:

(pas)

Somuncu nach Shitstorm wegen Podcast-Beleidigungen: "Ziel erreicht"

Am Dienstag bebte Twitter. Die Satiriker Serdar Somuncu und Florian Schroeder hatten in einem Radioeins-Podcast mit von Twitter-Nutzern als rassistisch, antiziganistisch und sexistisch wahrgenommenen Aussagen einen Shitstorm provoziert. Der Sender sah sich genötigt, in einem Statement den Podcast zu verteidigen, sich für fehlende redaktionelle Einordnung des Gesagten und verletzte Befindlichkeiten zu entschuldigen.

Am Dienstagnachmittag dann durften Schroeder und Somuncu bei Radioeins selbst …

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