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Ziehen sich zurück: Meghan und Harry. Bild: Getty Images/ Chris Jackson

Wie beim "Megxit": Warum immer mehr Royals auf die Krone verzichten

Meghan und Harry verkündeten vor rund einem Monat, dass sie von ihren royalen Pflichten zurücktreten. Sie wollen in Zukunft abwechselnd in Kanada und Großbritannien leben. Zudem werden sie keine offiziellen Aufgaben mehr wahrnehmen und dürfen sich auch nicht länger "Königliche Hoheit" nennen. Die Nachricht war besonders für die Fans des Königshauses ein großer Schock.

Es hieß, die Queen werde im Stich gelassen, die royalen Pflichten würden verletzt – nicht alle waren mit dem Entschluss des jungen Paares einverstanden. Begründet hatten Meghan und Harry ihre Entscheidung mit dem Wunsch nach mehr Privatleben und persönlicher Entfaltung. Aussichten auf den Königstitel hat Harry hinter seinem Vater Charles, Bruder William und dessen Kindern George, Charlotte und Louis ohnehin nicht.

Immer mehr Adlige wollen keine Krone

Doch nicht nur in Großbritannien ist zu beobachten, dass immer mehr Adlige Reißaus nehmen und auf die Krone verzichten. Wie man ein Königshaus mit Anstand verschlankt, ohne dabei auf royale Füße zu treten, hat Schwedens König Carl XVI. Gustaf vorgemacht: Der 73-Jährige entschied im Oktober, dass fünf seiner sieben Enkel in Zukunft keine königlichen Amtsgeschäfte auf höchstem Niveau mehr ausüben müssen.

Die Kinder von Prinzessin Madeleine und ihrem Mann Christopher O'Neill sowie die von Prinz Carl Philip und seiner Frau Prinzessin Sofia sind damit weiter Mitglieder der königlichen Familie, nicht aber des königlichen Hauses – ein feiner Unterschied auf dem Weg zu mehr Privatsphäre.

Die Schweden waren überrascht vom Schachzug ihres Königs. Eine klare Ansage von oben angemessene Erklärungen des Hofes und öffentliches Lob von Madeleine und Carl Philip für den Schritt sorgten für landesweites Verständnis. "Die Kinder sind endlich von den königlichen Fesseln befreit worden", urteilte die Boulevardzeitung "Expressen".

Das spanische Königshaus gilt als Vorreiter

Andere Königshäuser haben sich schon früher bewusst verschlankt. In der Hinsicht hat sich kaum ein anderer König so entschlossen gezeigt wie Spaniens Felipe VI. Der 52-Jährige stellte von Anfang an klar, ein moderner Monarch sein zu wollen. Schon bei der Thronbesteigung 2014 ließ er mehrere Reformen in Kraft treten.

Seine älteren Schwestern Elena und Cristina warf Felipe damals aus dem inneren königlichen Zirkel hinaus, sie müssen sich seitdem mit einem Schattendasein und dem zweitrangigen Titel "Familienangehörige seiner Majestät des Königs" begnügen. Felipes Durchgreifen ergibt finanziell Sinn: Jeder Spanier muss für das Königshaus, das mit knapp 7,9 Millionen Euro zu den kostengünstigsten zählt, statistisch nur rund 17 Cent im Jahr zahlen – im Vergleich zu anderen Häusern herrschen in Madrid also echte Budget-Royals.

In den Niederlanden war der Thronwechsel 2013 ebenfalls Anlass für eine deutlichere Verkleinerung des Hofes: Nur noch direkte Verwandte ersten Grades von König Willem-Alexander gehören seither zum Königshaus. Willem-Alexanders Cousins samt Anhang sowie auch die Kinder seiner Brüder sind nur noch Mitglieder der Königsfamilie.

Es ist nicht mehr modern ein Prinz oder Prinzessin zu sein

Bei den Belgiern sieht es schon anders aus: Nach jahrelangem Dementi hat Ex-König Albert II. die Künstlerin Delphine Boël als seine uneheliche Tochter anerkannt – nach öffentlichem und juristischem Druck und einem Gentest, der alle Zweifel ausräumte. Boël wird aber nicht Prinzessin und erhält keinen Platz in der Thronfolge. Auch öffentliche Auftritte im Namen der Königsfamilie sind für Philippes Halbschwester völlig ausgeschlossen.

Wohin führt also der Weg der Königshäuser? "Im Jahr 2020 ist es hoffnungslos unmodern, Prinz oder Prinzessin zu sein", urteilte der "Expressen" nach dem Goodbye von Harry und Meghan düster. Manche Briten sahen in dem "Megxit" bereits das endgültige Indiz für eine bröckelnde Monarchie. Es zeigt aber auch einen Trend zu schlankeren Palästen.

Die übrigen Königsmitglieder haben die Last zu tragen

Die Königshäuser schrumpfen sich gesund – und passen sich damit letztlich an die aktuellen Gegebenheiten an. Dabei entsteht aber auch ein Problem, das viele Arbeitnehmer kennen: Je weniger Personal, desto mehr Arbeit bleibt an den Übriggebliebenen hängen.

In Schweden dürfte der Terminkalender von Kronprinzessin Victoria und ihrer Familie nun noch voller werden. In Großbritannien bedeutet der Abgang von Harry und seiner Frau mehr Aufgaben für den ohnehin stark eingespannten Prinz William und Herzogin Kate. Auch für Königin Elizabeth II. ist an Rente nicht zu denken: Die 93 Jahre alte Queen nimmt selbst noch etliche Termine wahr.

(iger/dpa)

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