Der Palast arbeitet offenbar fieberhaft an einer Stellungnahme zum Interview mit Meghan und Harry. Doch die Queen möchte nichts überstürzen.
Der Palast arbeitet offenbar fieberhaft an einer Stellungnahme zum Interview mit Meghan und Harry. Doch die Queen möchte nichts überstürzen.
Bild: Matt Dunham/AP/dpa

Nach Meghans Vorwürfen: Palast mit Statement – Queen verweigerte zunächst Unterschrift

11.03.2021, 16:05

Das Enthüllungsinterview von Oprah Winfrey mit Meghan und Harry war vermutlich noch explosiver, als viele zuvor vermutet hatten. Unter anderem erhob Meghan Rassismus-Vorwürfe gegen den Palast. Während der Schwangerschaft der Ex-Schauspielerin wurde angeblich darüber diskutiert, wie dunkel die Hautfarbe des Kindes sein würde und welche Wirkung dies dann wiederum nach außen haben könnte.

Zudem offenbarte Meghan, dass sie zeitweise Suizid-Gedanken hatte, da das Königshaus sie nicht vor diffamierenden Berichten der Klatschpresse in Schutz genommen und ihr keine Hilfe geboten habe.

Die Welt musste etwas länger auf eine Stellungnahme des Palasts warten – doch inzwischen ist sie da. Tatsächlich wurde ein offizielles Statement bereits früher ausgearbeitet, wie "The Times" berichtet. Jedoch soll die Queen die Unterzeichnung verweigert haben.

Das steht im Statement

Die Queen lässt jetzt in einer Erklärung verlautbaren, sie nehme die Rassismus-Vorwürfe von Harry und Meghan "sehr ernst". Die ganze Familie sei "traurig, in voller Gänze zu erfahren, wie anstrengend die letzten Jahre für Harry und Meghan" gewesen seien. Die im Interview angesprochenen Themen seien "besorgniserregend", besonders die Rassismus-Vorwürfe. "Sie werden sehr ernst genommen und werden von der Familie privat geklärt werden", heißt es weiter. Zum Schluss erklärt die Queen, Harry, Meghan und Archie würden "immer" geliebte Familienmitglieder bleiben.

Nach Interview mit Harry und Meghan: Die Queen war zunächst vorsichtig

Dem "Times"-Artikel zufolge hatte das Interview mit Meghan und Harry zu einer Krisensitzung im Palast geführt, an der Prinz Charles, William und eben auch die Queen beteiligt waren. Es wurde darüber diskutiert, wie auf die Aussagen des Paares zu reagieren sei.

Harry und Meghan während des Enthüllungsinterviews mit Oprah.
Harry und Meghan während des Enthüllungsinterviews mit Oprah.
Bild: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa

Eine bereits ausgefertigte Erklärung des Palasts wollte die Queen aber anscheinend nicht unterschreiben. Vielmehr bat sie in der Nacht zum Dienstag um noch mehr Bedenkzeit, heißt es im Bericht von "The Times". Mittlerweile sind wohlgemerkt schon weit mehr als 24 Stunden vergangen, seit der US-Sender CBS das Gespräch ausstrahlte.

Vertreter des Königshauses hoffen auf eine "Deeskalation der Spannungen" durch eine Stellungnahme. Herausgestellt werden sollte oder soll vor allem die Liebe und das Verständnis der Familie für Harry und Meghan.

Ein Royal-Insider beschrieb zuvor gegenüber der "Daily Mail" die mutmaßliche Stimmung im Palast. Demnach habe Harry durch das TV-Gespräch mit Oprah Winfrey den "Atomknopf gegen seine eigene Familie" gedrückt.

Die Rede ist obendrein von einem "intensiven persönlichen Schock" und "Traurigkeit", die den Buckingham Palast nun umgebe. Die Ausstrahlung habe "Schrecken und Bestürzung" unter den Royals verursacht.

Ex-Palast-Mitarbeiter fordert Antwort

Mit Dickie Arbiter hat sich nun übrigens auch ein ehemaliger Pressesprecher des Buckingham Palastes zu Wort gemeldet. Gegenüber der "Bild" bekundet er: "Meiner Meinung nach muss der Palast antworten!" Arbiter spekuliert, die Royals werden das Interview noch einmal anschauen und die Antworten analysieren.

Das TV-Gespräch mit Oprah selbst bewertet er wie folgt: "Das Interview war ein gezielter Angriff auf Offizielle. Und ein verschleierter Angriff auf die königliche Familie, obwohl sie nicht sagte, wer ihr die Hilfe verweigerte."

Die Vorsicht der Queen erweckt jetzt den Eindruck, als wolle sie sich nicht zu sehr von den ersten Emotionen leiten lassen. Schließlich steht für das internationale Ansehen des Königshauses in diesem Moment vieles auf dem Spiel. Dies weiß die 94-Jährige offenbar nur allzu gut. Eine von der Öffentlichkeit als angemessen empfundene Reaktion erscheint demnach umso wichtiger – auch, wenn sie ein wenig auf sich warten lässt.

(ju)

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