Bei #allesaufdentisch werden Experten von Künstlern interviewt.
Bei #allesaufdentisch werden Experten von Künstlern interviewt.Bild: #allesaufdenTisch/homepage

#allesaufdentisch: Promis ernten für Corona-Videos heftige Kritik – "Irre Thesen"

01.10.2021, 08:3701.10.2021, 08:43

Die Initiative #allesdichtmachen sorgte im vergangenen April für eine große Kontroverse: 50 Künstler hatten sich zusammengeschlossen und die Maßnahmen der Regierung zur Corona-Pandemie in einzelnen Videos ironisch bis sarkastisch kommentiert. Unter anderem Ulrike Folkerts, Ulrich Tukur, Jan Josef Liefers waren bei der Aktion dabei, manche Stars distanzierten sich im Nachhinein aber auch wieder.

Nun wurde mit #allesaufdentisch eine neue Offensive gestartet: 55 Wissenschaftler und Experten werden von Prominenten zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise ausgefragt. Einige der Teilnehmenden waren auch schon bei #allesdichtmachen mit dabei.

Große Medienoffensive mit #allesaufdentisch

Die verschiedenen Clips sind jeweils rund 20 Minuten lang. Wer sich also alles anschauen möchte, ist eine ganze Weile lang beschäftigt. Zu Wort kommen einerseits Personen, die anerkannte und ausgewiesene Experten auf ihren Gebieten sind wie beispielsweise der Virologe Klaus Stöhr.

Doch auch vor kontroversen Stimmen schrecken die Initiatoren nicht zurück. So äußert sich ebenfalls der amerikanische Forscher Peter McCullough, der entgegen offiziellen Behandlungsstandards Medikamente wie Hydroxychloroquine bei Corona-Fällen empfohlen hatte.

Der angeschlagene Ton ist dabei bei Weitem nicht so bissig wie bei #allesdichtmachen, doch es fällt auf, dass abermals überwiegend Kritiker der aktuellen Corona-Politik eine Bühne erhalten, während etwa Berichte von tatsächlich Corona-Erkrankten fehlen.

Auf der offiziellen Homepage von #allesaufdentisch sind obendrein einige Experten aufgelistet, die zwar von der Initiative für ein Gespräch angefragt wurden, jedoch entweder ablehnten oder gar keine Antwort sendeten. Hierzu zählen angeblich Christian Drosten, Jens Spahn, Karl Lauterbach und Markus Söder.

Kritik gegen #allesaufdentisch

#allesdichtmachen sorgte im Frühjahr für eine Menge Furore in den sozialen Netzwerken, zahlreiche User empörten sich. Ein Vorwurf lautete, die beteiligten Stars würden sich in gefährliche Nähe zu Verschwörungserzählungen begeben. Nun erhält #allesaufdentisch ebenfalls einiges an Feedback.

Mit deutlichen Worten meldete sich auf Twitter unter anderem der "Spiegel"-Redakteur Anton Rainer. Er hat sich offenbar eingehend mit den Clips beschäftigt und schreibt:

"54 Videos mit mehr oder weniger bekannten Stars – und mehr oder weniger irren Thesen."

In seinem Thread geht der Journalist explizit auf einzelne Videos der Aktion ein und kommt am Ende zu folgendem Fazit: "Das Projekt zusammengefasst: Die Pandemie ist eine Massenpanik, die Impfung ein Gen-Experiment und die Berichterstattung nur Propaganda. Jan Josef Liefers war clever genug, sich nicht mehr daran zu beteiligen."

Daneben wird den Machern der Aktion auch klar Einseitigkeit bei der Auswahl der Gesprächspartner vorgeworfen. "Schade eigentlich, dass unter #allesaufdentisch nicht Lehrkräfte, alleinerziehende Mütter und verheiztes Pflegepersonal über tatsächlich kaum gehörte Positionen sprechen", ist demnach an anderer Stelle zu lesen.

Der Moderator Tobias Schlegl fasst sich kurz und meint schlicht: "#allesaufdentisch einfach ignorieren. Das trifft sie am härtesten."

Nicht alle Kommentare hingegen gehen derart hart mit den Initiatoren ins Gericht. Die Journalistin Anna Dobler findet zum Beispiel: "Wieso können wir kritische Wortmeldungen zur Corona-Politik nicht einfach als wertvolle Debatten-Beiträge einstufen anstatt alles immer in einer Art Automatismus sofort zu dequalifizieren? Was ist los mit diesem Land?"

(ju)

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