Oliver Pocher und Dieter Bohlen stehen beide seit Jahren für RTL vor der Kamera.
Oliver Pocher und Dieter Bohlen stehen beide seit Jahren für RTL vor der Kamera.
Bild: IMAGO/ Future Image/ Montage

Oliver Pocher äußert sich über Bohlen-Aus: "Finde die Entscheidung nicht so schlecht"

19.03.2021, 15:17

Am 3. April wird Dieter Bohlen letztmalig als "DSDS"-Juror im TV zu sehen sein. Nach fast 20 Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit verkündete RTL vor Kurzem die Hammer-Meldung, dass künftig an den Poptitan kein Jury-Posten mehr vergeben wird. "Auch die große Familienshow 'Das Supertalent' wird ihr Publikum im Herbst 2021 mit neuen Juroren und spektakulären Acts vor die Bildschirme locken", sagte der Sender.

Bisher hat Bohlen zu diesem Entschluss keine persönliche Stellungnahme abgegeben. Er teilte lediglich in seiner Instagram-Story einen "Bild"-Artikel mit seinen schönsten Momenten, die es so nicht mehr geben wird. Dafür meldeten sich Kolleginnen wie Sylvie Meis oder Anja Lukaseder zu Wort. Beide bedauerten Bohlens Aus in den Unterhaltungsshows. Anders sieht es übrigens Oliver Pocher. In der neuesten Podcastfolge spricht er mit Amira über "eine der meistdiskutierten Geschichten in der Medienbranche" und erklärt nun seine Sicht der Dinge.

Oliver Pocher gibt Einschätzung zu Bohlen-Aus ab

"Dieter Bohlen ist bei RTL, bei der Jury vom 'Supertalent' und 'DSDS' rausgeflogen, muss man mehr oder weniger sagen beziehungsweise der Fachbegriff ist, man hat den Vertrag nicht verlängert", erklärt Pocher zunächst. Damit habe Bohlen nicht gerechnet, ist er sich auf Nachfrage von Amira sicher und erklärt:

"Er hat vielleicht damit gerechnet, dass er beim 'Supertalent', was auch in diesem Jahr die schwächsten Marktanteile seit Bestehen hatte, vielleicht nicht mehr der Juror sein würde, aber 'DSDS'? Das ist Dieter Bohlen von der ersten Staffel bis jetzt – 18 Jahre lang. Damit hat er bestimmt nicht gerechnet, dass es dann auch heißt: Du, pass mal auf, übrigens, 'DSDS' gibt es nächstes Jahr auch mit jemand anderem. Und jetzt ist es vorbei."

Doch mit der Entscheidung kann Pocher gut leben, denn er sagt: "Es ist auch total in Ordnung. Ich finde das jetzt auch nicht so dramatisch. Es wird sehr spannend, es gibt ja noch zwei Live-Sendungen, die stattfinden werden. Dieter Bohlen ist schon einer, der lässt das nicht auf sich sitzen. Das kenne ich auch von mir selbst, man kann dann nicht hinterm Berg halten. Also wenn du so praktisch enteiert worden bist, das ist er ja nicht gewohnt, wenn man einfach sagt: 'Danke, das war's dann, bis hier und nicht mehr weiter.' Das siehst du auch daran, dass es so schnell war, dass sofort eine Pressemitteilung rausgegangen ist."

Der Comedian ist sich sicher, dass Bohlen zu dem Rausschmiss noch Stellung beziehen wird. Der Grund: "Dieter Bohlen äußert sich immer zu jeder 'DSDS'-Personalie, der kommentiert alles bei sich und das der seit einer Woche nichts sagt, keinen Pieps von sich gibt, es kommt was, es wird was kommen. Er wird ein Statement abgeben." Amira glaubt, dass dieses nicht so nett ausfallen wird. Der Komiker pflichtet bei:

"Er wird das auf jeden Fall nicht besonders gut finden. Es ist ja auch immer die Frage, wenn man seine Karriere einigermaßen in der Hand hat, bis zu welchem Zeitpunkt sagt man, ich bin dabei oder ich höre auf."

Pocher sagt, was er über RTL-Entscheidung denkt

Die 28-Jährige möchte daraufhin konkret von Pocher wissen: "Findest du, das war eine gute Entscheidung von RTL?" Der Komiker hat da eine klare Meinung: "Ich persönlich finde die Entscheidung nicht so schlecht. Ich finde, 'DSDS' hat in gewisser Form einen Neuanfang verdient. Beim 'Supertalent' habe ich Dieter Bohlen eh nicht mehr unbedingt gesehen." Durchaus kritischer betrachtet die 28-Jährige das Aus:

"Es ist schon so, als würde man Günther Jauch aus 'Wer wird Millionär?' rausnehmen. Man assoziiert 'DSDS' nur mit Dieter Bohlen. Da was Neues zu etablieren, wird erstmal richtig schwierig. Der Nachfolger wird es nicht einfach haben. Das ist ja wie bei 'Let's Dance'. Sylvie Meis hört auf, Victoria Swarovski fängt an. Dann wird eh immer erstmal alles schlecht geredet, alles ist kacke, ach die Alte war doch viel besser. Die Neue ist scheiße, das kann die nicht. Es ist immer so schwierig, die Position einzunehmen. Das sind große Fußstapfen, muss man so sagen. Ich möchte nicht in dessen Haut stecken."

Doch Pocher legt nach Amiras Einschätzung noch mal nach: "'Wetten, dass..?' hat auch mit Frank Elstner angefangen, dann hat es Thomas Gottschalk gemacht. Danach kam die Katastrophe mit Wolfgang Lippert und dann kam noch mal Thomas Gottschalk zurück. Markus Lanz hat es final gegen die Wand gefahren. Das hätte auch jeder sein können. Letztendlich ist das Format stärker als eine Einzelperson. Mal schauen, was passiert. Es gab auch bestimmt viele Musiker, die gesagt haben: Ich gehe nicht in die Jury wegen Dieter Bohlen." Und andersherum, meint Amira, habe er auch sicher bestimmte Personen nicht neben sich gewollt.

Zum Schluss äußert sich der 43-Jährige noch einmal besonders kritisch über den Poptitan und sagt: "Dieter Bohlen war für sich in seiner Wahrnehmung RTL, 'DSDS', Charts und alles. Bohlen hat im Prinzip über alles bestimmt. Auch hinter den Kulissen ist es nicht so, dass alle in die Hände klatschen und sagen, Bohlen ist so ein netter, freundlicher Kollege, das habe ich ja noch nicht gesehen, muss man auch mal ganz ehrlich sagen. Das spielt sicherlich alles mit da rein, wie man sich im Zusammenhang mit anderen Leuten und Mitarbeitern auch da verhält. Da sagen nicht alle Leute: So ein netter Typ, sowas Herzliches habe ich hier selten gesehen."

Grundsätzlich sei jetzt die Zeit für einen Neuanfang und einen Umbruch. Das würde sich laut Pocher allerdings nicht nur auf die Unterhaltungsindustrie beziehen. "Ganz viele Sachen sind jetzt ins Wackeln gekommen", so der "Gefährlich ehrlich"-Moderator. Möglicherweise könne auch Corona dafür mitverantwortlich sein.

(iger)

"Schere im Kopf": Oliver Pocher sieht sich auf der Bühne eingeschränkt

Oliver Pocher ist immer wieder für kontroverse Ansagen zu haben. So nahm er jüngst bei Instagram zum Beispiel Cathy Hummels aufs Korn, als die wiederum verkündete, künftig genderneutrale Sprache anzuwenden. Im "Bild"-Talk "Viertel nach acht" ging es nun explizit auch um Political Correctness, wozu der Comedian deutliche Worte fand. Daneben wurde aber auch noch ein ganz anderes Thema angesprochen: Die Rente des 43-Jährigen.

"Was darf Comedy heutzutage eigentlich noch?", fragt sich Pocher in der …

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