Hape Kerkeling muss vor Gericht aussagen – wegen übler Gerüchte um Günther Jauch

24.09.2019, 08:1924.09.2019, 12:20

Zwei große TV-Gesichter kämpfen in diesen Tagen vor Gericht. Der Anlass: ein Witz.

Der "Wer wird Millionär?"-Moderator Günther Jauch hat eine Hamburger Boulevardzeitschrift verklagt, die über einen angeblichen Alkoholmissbrauch des beliebten Entertainers berichtet hatte.

  • Anlass des Berichts mit der Überschrift "Günther Jauch: Das verheimlichte Alkohol-Drama" war die RTL-Sendung "Exklusiv Spezial", die Anfang April 2014 den Comedian Hape Kerkeling interviewt hatte.
  • In dem Gespräch mit RTL sagte Kerkeling: "Wissen Sie, wer sich volllaufen lässt? Herr Jauch! Der hat nämlich an meinem Geburtstag nachts um zwei sturzbetrunken auf die Mailbox gesungen."
  • Für die Journalisten der Hamburger Klatschzeitschrift offenbar Grund genug für einen Bericht über Jauchs angeblichen Alkoholkonsum.

Kerkeling verteidigt Jauch vor Gericht

Jauchs Anwälte, so berichtet es die "Bild", forderten von dem Medienunternehmen eine Unterlassung, der Bericht solle zurückgezogen werden. Doch die Redaktion weigerte sich und verwies auf Kerkelings Aussage. Also ging es vors Hamburger Landgericht, vor dem Kerkeling am Freitag aussagte. Der Verlag hatte ihn demnach als Zeugen geladen.

Ein Sprecher des Hamburger Landgerichts bestätigte gegenüber watson, dass es in dem Rechtsstreit am Freitag einen Gerichtstermin "zur mündlichen Verhandlung und Beweisaufnahme" gegeben habe.

Der Gerichtssprecher teilte mit:

Herr Kerkeling hat in diesem Termin als Zeuge ausgesagt. Es ging um die Frage, ob Günther Jauch ihn in der Vergangenheit einmal alkoholisiert zum Geburtstag angerufen habe. Herr Kerkeling hat angegeben, einen solchen Anruf habe es nie gegeben, eine diesbezügliche Aussage in einer Sendung von Günther Jauch vor rund 14 Jahren sei ein Scherz gewesen.

Die Aussage des Comedians dürfte der von Jauch verklagten Boulevardredaktion kaum gefallen haben: Den von Kerkeling erwähnten Anruf des RTL-Moderators soll es also gar nie gegeben haben. Das Ganze sei lediglich ein Scherz gewesen.

Kerkeling schlägt sich also auf die Seite von Jauch. Die "Bild" rechnet damit, dass das Verfahren Mitte Oktober abgeschlossen sein soll. Für Kerkeling ist gegenüber "Bild" klar: "Das ist furchtbar. Boulevardjournalismus muss es geben, aber nicht so."

(pb)

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